Seit 2021 bietet das Interdisziplinäre Symposium „Flüchtlinge und Integration“ eine Plattform für wissenschaftlichen Austausch, praktische Erfahrungen und persönliche Begegnungen. Das zunächst an der Universität Würzburg entwickelte Format wird seit 2024 an der Universität Trier fortgeführt.
Das Symposium bringt Wissenschaftlerinnen, Fachkräfte aus der Integrationsarbeit, Vertreterinnen des Gesundheits- und Bildungswesens, öffentliche Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Menschen mit eigener Flucht- oder Migrationserfahrung zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Fragen zu Integration, gesellschaftlicher Teilhabe, Gesundheit, Bildung, Recht und psychosozialem Wohlbefinden.
Der bewusst überschaubare Teilnehmerkreis ermöglicht intensive Diskussionen, den Aufbau tragfähiger Netzwerke und die Entwicklung gemeinsamer Forschungs- und Praxisprojekte.
Flüchtlinge und Integration 2026
Integration zwischen Verpflichtung und Ermächtigung
Samstag, 19. September 2026
10:00 bis ca. 17:30 Uhr
Universität Trier, Campus I, voraussichtlich Raum C22
Integration wird zunehmend im Zusammenhang mit politischen und institutionellen Verpflichtungen diskutiert. Zugleich kann Integration nur nachhaltig gelingen, wenn Menschen eigene Handlungsmöglichkeiten erhalten, soziale Beziehungen aufbauen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Das Symposium 2026 beschäftigt sich deshalb mit der Frage:
In welchem Verhältnis stehen Verpflichtung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe in Integrationsprozessen – und wie können Wissenschaft, Politik und Praxis zu einer gelingenden Integration beitragen?
Die Veranstaltung verbindet ethische und politische Überlegungen mit konkreten Erfahrungen aus Migrationsberatung, Gesundheitswesen, Erwachsenenbildung, Sprachförderung, kommunaler Integrationsarbeit und internationalen Forschungsprojekten.
Thematische Schwerpunkte
- normative, politische und rechtliche Perspektiven auf Integration,
- Praxis und aktuelle Herausforderungen der Migrationsberatung,
- Integration internationaler Fachkräfte im Gesundheitswesen,
- sprachliche Qualifizierung und Begleitung internationaler Fachkräfte,
- regionale Modellprojekte zur Fachkräftesicherung und Integration in der Pflege,
- psychosoziale Belastungen, soziale Unterstützung und Resilienz,
- Auswirkungen von Migration auf Familien und zurückbleibende Kinder und Jugendliche,
- wissenschaftliche und digitale Instrumente zur Untersuchung von Integrationsprozessen.
Mitwirkende
Zugesagte Beiträge kommen unter anderem von:
- Prof. Dr. Matthias Hoesch, Universität Trier: ethische Perspektiven auf Integration zwischen Verpflichtung und Selbstbestimmung,
- Andrea Kockler, Diakonie Trier: Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis der Migrationsberatung,
- Dr. Anett Schmitz, Caritasverband für die Diözese Trier: Gewinnung und Integration internationaler Arbeitskräfte und Auszubildender,
- Markus Kowalik, creatio GmbH: innovative Ansätze zur Integration internationaler Fachkräfte in der Pflege,
- Lara Klodt, Kreisverwaltung Trier-Saarburg: das Modellvorhaben „Aktionsbündnis Fachkräftesicherung in der Pflege“,
- Dr. Steffen Kaupp, Head of Teaching, Product bei Lingoda: sprachliche Qualifizierung, Lernbegleitung und nachhaltige Integration internationaler Fachkräfte,
- Prof. Dr. Hina Ghafoor, Bahria University, Islamabad: psychosoziale Belastungen und Resilienz in Integrationsprozessen aus internationaler Perspektive.
Weitere Beiträge aus Erwachsenenbildung, Rechtsberatung, internationaler Migrationsforschung, Pflegewissenschaft und der wissenschaftlichen Begleitung regionaler Integrationsprojekte sind angefragt.
Das vollständige Programm wird nach Abschluss der laufenden Abstimmungen veröffentlicht.
Format und Teilnahme
Das Symposium richtet sich an Interessierte aus Wissenschaft, Praxis, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Studierende sind ausdrücklich willkommen.
Der Teilnehmerkreis bleibt mit etwa 30 bis 40 Personen bewusst überschaubar. Neben kurzen Fachvorträgen steht ausreichend Zeit für Diskussionen, persönlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven zur Verfügung.
Eine hybride Beteiligung wird insbesondere für internationale Referent*innen ermöglicht.
Organisation
Das Symposium wird organisiert von:
- Prof. Dr. Stefan M. Schulz, Pflegewissenschaft, Universität Trier,
- Prof. Dr. Matthias Hoesch, Philosophie, Universität Trier,
- Prof. Dr. Hina Ghafoor, Bahria University, Islamabad.
Die Veranstaltung ist in die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Universität Trier eingebunden und verbindet Forschung mit regionaler und internationaler Integrationspraxis.
Anmeldung
Hier können Sie sich zum Symposium anmelden
2025 - Refugee Symposium - Flüchtlinge und Integration
Am 18. Oktober 2025 fand an der Universität Trier das Interdisziplinäre Symposium „Flüchtlinge und Integration 2025“ statt. Die Veranstaltung wurde von Prof. Dr. Stefan M. Schulz organisiert und moderiert – erstmals gemeinsam mit Prof. Dr. Matthias Hoesch. Prof. Dr. Hina Ghafoor wirkte erneut an der Organisation und inhaltlichen Gestaltung des Symposiums mit.
Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft beleuchteten Flucht, Migration und Integration aus unterschiedlichen fachlichen und internationalen Perspektiven. In den Vorträgen und Diskussionen ging es insbesondere darum, wie gesellschaftliche Teilhabe gefördert, bestehende Herausforderungen bewältigt und nachhaltige Unterstützungs- und Integrationsstrukturen entwickelt werden können.
Die interdisziplinäre Zusammensetzung ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Erfahrung. Neben den Fachbeiträgen boten die gemeinsamen Diskussionsrunden und informellen Gespräche Gelegenheit, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen, bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Anknüpfungspunkte für Kooperationen zu entwickeln.
Das Symposium setzte damit die seit 2021 bestehende Veranstaltungsreihe fort und stärkte die Universität Trier als Ort des offenen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Dialogs über Flucht, Migration und Integration.
Hier finden Sie das Programm.
2024 - Interdisziplinäres Symposium Flüchtlinge – Universität Trier
Das Interdisziplinäre Symposium Flüchtlinge 2024 an der Universität Trier stand unter dem Leitgedanken „Wie Forschung neue Perspektiven schaffen kann“.
Nach der Eröffnung durch Prof. Dr. Stefan M. Schulz (Universität Trier), der die Zielsetzungen und inhaltlichen Schwerpunkte vorstellte, eröffnete Dr. Asadeh Ansari-Bodewein (Universität Trier) die inhaltliche Diskussion mit einem Beitrag zu ethischen Positionen in der Debatte um ein Recht auf Einwanderung und Asyl. Andrea Kockler (Diakonie Trier) berichtete aus der Praxis der Migrationsberatung und -projekte, gefolgt von Heike Müller (Integrationsbeauftragte Mutterhaus Trier), die die Integration internationaler Pflegekräfte und Hebammen beleuchtete. Markus Kowalik (creatio GmbH) stellte innovative Ansätze des Integrationsmanagements in Unternehmen vor.
Im weiteren Verlauf präsentierte Prof. Dr. Hina Ghafoor (Bahria University, Islamabad Campus) Forschungsergebnisse zu Persönlichkeitsmerkmalen und deren Einfluss auf die Lebensqualität von Binnenvertriebenen in Pakistan. Ralf Geisler (Franz-Oberthür-Schule, Würzburg) sprach über den Übergang von der Schule in den Beruf, während Rania Qawasma die Herausforderungen und Grenzen ehrenamtlicher Unterstützung Geflüchteter in den USA darstellte.
Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Vorträge von Prof. Dr. Ursula Lehmkuhl (Universität Trier, IRTG Diversity) zu Kindern auf der Flucht aus der Perspektive der Diversitäts- und Mobilitätsforschung sowie von Oksana Ramelli (KAUSA-Landesstelle Rheinland-Pfalz, Standort Trier), die Einblicke in die Arbeit zur beruflichen Integration junger Migrant*innen gab. Mara Palaschinski (Refugee Law Clinic Trier) rundete den Block mit einem Beitrag über den rechtlichen Umgang mit Geflüchteten in Deutschland und den Wandel der letzten Jahre ab.
Zum Abschluss fassten Prof. Dr. Stefan M. Schulz und Prof. Dr. Hina Ghafoor die wesentlichen Ergebnisse zusammen und eröffneten eine moderierte Diskussion. Prof. Dr. Schulz schloss das Symposium mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen und Handlungsperspektiven.
2023 - Drittes interdisziplinäres Symposium “Psychosoziale Betreuung von (unbegleiteten) Geflüchteten" Würzburg
Das Symposium fand am Samstag, 23. September 2023 im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI), Würzburg statt. Eine hybride Teilnahme war über Zoom möglich.
Die Veranstaltung wurde von Dr. Hina Ghafoor eröffnet, gefolgt von einer kurzen Einführung in das Programm durch Valentina Glück.
Im ersten Erfahrungsaustausch, moderiert von Prof. Dr. Stefan Schulz, sprach Ralf Geisler (Franz-Oberthür-Schule) über das Thema „Von der Schule zum Beruf. Integration durch Bildung!“. Nadja Rupp (Medimissio – Institut für Gesundheit weltweit) stellte das Kinderflüchtlingsprojekt in Unterfranken am Beispiel der Teddyklinik vor. Anschließend präsentierte Serpil Güclü Adolph (Ausländerbeirat Würzburg) ihren Beitrag „Rap ist meine Sprache“. Den Abschluss dieser Session bildeten Johanna Güse, Arthur Zysk und Cyrill Yasargil (Medinetz), die zur Versorgungslage von Menschen ohne Krankenversicherung in und um Würzburg referierten.
Am Nachmittag folgte eine zweite Session mit englischsprachigen Vorträgen, moderiert von Dr. Hina Ghafoor. Den Ausklang fand das Symposium bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee.
2022 - Interdisciplinary Symposium (Unaccompanied) Refugees - Universität Würzburg
Das interdisziplinäre Symposium zu (unbegleiteten) Geflüchteten wurde von Prof. Dr. Stefan M. Schulz eröffnet, der die Bedeutung wissenschaftlicher Forschung sowie den Austausch mit relevanten Akteur*innen zum Thema Geflüchtete hervorhob. Ein Grußwort sprach Prof. Dr. Christoph Maack (Comprehensive Heart Failure Center, Würzburg).
Anschließend stellte Ralf Geisler (Franz-Oberthür-Schule, Würzburg) die Arbeit in den Berufsintegrationsklassen seiner Schule vor. Dominique Schmitt (Sozialpsychiatrische Flüchtlingsambulanz & Würzburger Flüchtlingsrat) gab Einblicke in aktuelle Herausforderungen, bevor Dr. Joost Butenop (Regierung Unterfranken) die Gesundheitssituation in der Ukraine vor Kriegsbeginn und deren Bedeutung für die Versorgung ukrainischer Geflüchteter in Deutschland darlegte.
Im weiteren Verlauf präsentierte Laura Schrappe (Soul Talk, Würzburg) Erfahrungen zur psychosozialen Beratung für Geflüchtete in der ANKER-Einrichtung Unterfranken. Ekin Günaydin und Fee Krumeich (Universität Würzburg) stellten ihre qualitative Studie zum Thema „Vertrauen von Menschen mit Fluchterfahrung in unterstützende Berufe“ vor. Die Ergebnisse wurden in einer gemeinsamen Diskussionsrunde zusammengeführt, moderiert von Prof. Dr. Stefan M. Schulz.
Am Nachmittag sprach Zeynep Sen (Sozialreferat Würzburg, Koordinierungs- und Beratungsstelle „Integration durch Bildung“) über ihre Erfahrungen in der kommunalen Integrationsarbeit. Im Anschluss entwickelten Dr. Hina Ghafoor (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Stefan M. Schulz (Universität Trier) ein Forschungskonzept, das mögliche Handlungswege, Forschungsansätze und Unterstützungsmöglichkeiten für die Arbeit mit Geflüchteten aufzeigte.
Den Abschluss des Symposiums bildete eine Zusammenfassung und die Schlussbemerkungen von Prof. Dr. Stefan M. Schulz.
2021- Interdisziplinäres Symposium unbegleitete Geflüchtete - Universität Würzburg
Das Symposium begann mit der Begrüßung durch Prof. Dr. Stefan Schulz (Universität Würzburg), der in seinem Vortrag die „Bedeutung wissenschaftlicher Forschung zum Thema Geflüchtete“ hervorhob.
Im anschließenden Erfahrungsaustausch berichtete Zeynep Sen vom Fachbereich Integration & Inklusion der Stadt Würzburg über „Integration durch Bildung“. Ralf Geisler und Annika Schwenk von der Franz-Oberthür-Schule gaben Einblicke in die Arbeit mit „Geflüchteten in Integrationsklassen“. Laura Schrappe und Hannah Zanker stellten das Projekt SoulTalk Schweinfurt vor und sprachen über „Psychosoziale Beratung für Geflüchtete in einer ANKER-Einrichtung“. Anschließend schilderte Eva Peteler (Ehrenamtliche GU Veitshöchheimerstraße, Würzburg) ihre Erfahrungen zu „Ehrenamt, Netzwerken und Herausforderungen in einer Gemeinschaftsunterkunft“. Den Abschluss des ersten Blocks bildeten Peter Schidla, Christoph Murillo-Sanchez und Katharina Sorg von der EAL Jugendhilfe mit dem Thema „Stationäre Jugendhilfe, Sozialarbeit“.
Im zweiten Teil führte Dr. Joost Butenop (Regierung von Unterfranken) in die Thematik „Mentale Gesundheit im Kontext von Migration und Flucht“ ein. Dr. Katharina Gadeholt und Dominique Schmitt (Praxis Dr. Klein/Oehler/Kreienkamp) stellten die „Psychiatrisch/psychotherapeutische Versorgung von minderjährigen Geflüchteten“ vor. Prof. Dr. Petra Platte (Universität Köln) widmete sich dem Thema „Substanzabhängigkeit bei Geflüchteten“, bevor Prof. Dr. Frank Puppe (Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz und Wissenssysteme, Universität Würzburg) über „Sprachübersetzungsprogramme“ sprach.
Der dritte Block eröffnete Prof. Dr. Christoph Maack (DZHI – Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg) mit einem Beitrag zu „Therapiebedarf und Prävention von stressbedingten Herzproblemen“. Kerstin Spanhel (Universität Freiburg) stellte ein „Online-Interventionsprogramm zur Behandlung psychologischer Probleme von Geflüchteten“ vor. Danach sprach Prof. Dr. Hina Ghafoor (Universität Islamabad) über die „Rolle der Emotionalen Intelligenz bei psychosozialen Herausforderungen von unbegleiteten Geflüchteten“. Den Block beschloss Vera Hoxha gemeinsam mit Valentin Sänger (HERMINE e.V.) mit dem Beitrag „Hilfe zur Erstversorgung von Menschen in Not in Europa“.
Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion zu gemeinsamen Herausforderungen und praktischen Lösungen in der Arbeit und Forschung mit Geflüchteten statt, moderiert von Prof. Dr. Stefan Schulz und Prof. Dr. Hina Ghafoor. Den Abschluss des Symposiums bildeten die zusammenfassenden Anmerkungen von Prof. Dr. Schulz.





