Prof. Dr. Stephan Laux – Abgeschlossene Projekte
Laux, Stephan (Hg.), Lebenswege zur Demokratie in Rheinland-Pfalz, Bd. 1: Aufklärung und Frühliberalismus (1750–1850)
Demokratie ist kein Selbstläufer – sie beginnt mit Initiative. Dieses Buch vereinigt Darstellungen zu 45 Persönlichkeiten, die sich im räumlichen Umfeld des späteren Landes Rheinland-Pfalz um demokratische Reformen verdient gemacht haben. Zwischen 1750 und 1850, in der Zeit vom Beginn der Aufklärung bis zum Aufstieg des politischen Liberalismus, gab es zwar noch keine Demokratinnen und Demokraten im heutigen Sinne. Jedoch traten Persönlichkeiten hervor, die in Konflikten mit repressiven – meist staatlichen – Mächten mutig Widerstand leisteten und an vorderster Front für ihre Überzeugungen einstanden. Sie zu porträtieren und ihren Anteil an der Liberalisierung von Staat und Gesellschaft zu würdigen, ohne dabei Probleme und Widersprüche auszublenden, ist das Ziel der Verfasserinnen und Verfasser. Deren Darstellungen schließen Männer wie Frauen aus unterschiedlichen geistigen, sozialen und geographischen Zusammenhängen ein. So macht das Buch auf eindrückliche Art und Weise deutlich, dass die Demokratieentwicklung nicht nur ein kollektiver, gesamtgesellschaftlicher Prozess ist, sondern Menschen ganz individuell auf ihren „Lebenswegen“ vor Herausforderungen stellt.
Die Publikation steht am Anfang einer dreibändigen Reihe, die bis in die jüngere Geschichte reichen wird: In diesem ersten Band werden die grob 100 Jahre ins Auge gefasst, die von der altständischen oder feudalen Zeit über die Französische Revolution, die politische Restauration nach dem Wiener Kongress bis zur Revolution von 1848 reichen. Band 2 wird die Zeit von 1850 bis 1933, Band 3 jene von 1933 bis etwa 1980/1990 behandeln.
Die redaktionelle Aufarbeitung Manuskripts besorgte Stephan Laux.
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Laux
Projektfinanzierung: Historische Kommission für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz
Projektstatus: abgeschlossenes Projekt (Veröffentlichung im Nov. 2025)
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Klaus Pabst, Die „Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde“ (Redaktion)
Die „Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde“ wurde 1881 gegründet. Angesichts des zunehmenden Nationalismus im deutschen Kaiserreich war ihre Arbeit über Jahrzehnte hinweg einer Spannung ausgesetzt, die durch die Affinität weiter Bevölkerungskreise in der Region zu Katholizismus und Liberalismus erheblich verstärkt wurde. So erklärt sich das Bestreben der damaligen Akteure, durch die Veröffentlichung von Quellen ohne politische oder weltanschauliche Parteinahme gleichermaßen zur Erhellung der regionalen wie eben auch der „vaterländischen“ Geschichte beizutragen. Diese aus der Tradition der „Gesellschaft“ erwachsene Selbstverpflichtung zur Arbeit an den in der Regel archivischen überlieferungen währt inzwischen über 140 Jahre. Dabei war die „Gesellschaft“ immer auch Objekt und Spiegel wissenschaftlicher Konjunkturen und Netzwerke, politischer Systeme und sozioökonomischer Umbrüche. In diesem Licht schildert dieses Buch die Geschichte der „Gesellschaft“ vor allem hinsichtlich ihrer institutionellen Entwicklung: Die akademische wie die bürgerschaftliche Träger- bzw. Mitgliederschaft der „Gesellschaft“, ihre Organisation und ihre Stellung in Staat und Provinz stehen dabei im Mittelpunkt. Auch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden beleuchtet: die Kaiser- wie die Weimarer Zeit, das Verhalten der „Gesellschaft“ gegenüber der unter dem Nationalsozialismus propagierten „Volksgeschichte“ und schließlich auch die Neuausrichtung ihrer Arbeit nach Auflösung der preußischen Rheinprovinz in der Nachkriegszeit.
Die redaktionelle Aufarbeitung des bis 180 geführten Manuskripts besorgte Stephan Laux.
Projektstatus: abgeschlossenes Projekt (Buchveröffentlichung April 2022)
Klaus Pabst: Die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (1881–1981). Trägerschaft, Organisation und Ziele in den ersten 100 Jahren ihres Bestehens (= Studien und Darstellungen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Bd. 1), Wien / Köln: Böhlau 2022
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„Quelque chose d’assez mystérieux“: Die gescheiterte Universitätsgründung in Trier 1945–1948. Motive, Planungen, Reaktionen
Die Universität Trier wird 2020 und 2023 auf verschiedene Gründungsdaten zurückblicken: Zunächst, nach 50 Jahren, auf die Einrichtung der Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern im Jahr 1970. Darauf folgt, nach dann 450 Jahren, das Jubiläum der Erstgründung 1473. Die organisatorische Verselbstständigung des Trierer Hochschulstandorts 1975 böte 2025 sogar den Anlass für eine weitere historische Reminiszenz.
Dass es in den fast 175 Jahren der „Universitätslosigkeit“ Triers nach der Schließung der alten Universität 1798 verschiedene Ansätze gab, in der Stadt wieder eine Hochschule einzurichten, ist nicht unbekannt geblieben. Dazu zählt auch die im Wesentlichen von städtischen Honoratioren getragene Initiative, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in Trier eine Universität zu errichten – und zwar in durchaus ambitionierten Dimensionen. Nach rund drei Jahren ernsthafter Bemühungen ließen sich diese Aspirationen indes nicht mehr weiterverfolgen. Trier endete gewiss als eine „verhinderte Konkurrenz“ gegenüber der Im Mai 1946 erfolgten Universitätsgründung in Mainz (so Stefan Zauner). Das Scheitern besaß allerdings mehrere Gründe – und es hatte sich keineswegs von vornherein abgezeichnet. [mehr]
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Laux (Individualprojekt)
Projektfinanzierung: Eigenmittel, Stadtbibliothek- und Stadtarchiv Trier (Publikations-/ Druckkosten)
Projektstatus: abgeschlossenes Projekt (Veröffentlichung der Monographie im Okt. 2020)
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Quellen zur Geschichte der Stadt Trier in der frühen Preußenzeit (1815-1850)
Ziel des Projektes ist die Erstellung einer Quellensammlung zur Trierer Stadtgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Buchform, die sich in Quellenauswahl und -wiedergabe an ein breites Publikum richtet. In erster Linie bietet sich die Publikation zur Nutzung im schulischen und universitären Unterricht an. Sie reagiert dabei auf den großen Mangel an qualifizierten stadt- wie regionalgeschichtlichen Materialien für den Schulunterricht. Auch in der universitären Lehre vermisst man bislang ein kompendiöses Quellenwerk, durch das Studierende an die jüngere Geschichte der Stadt herangeführt werden können. Dies erscheint dringend erforderlich, denn das historische Gedächtnis Triers ist recht einseitig auf die Reminiszenz an seine römischen Altertümer und mittelalterlichen Sakralbauten fixiert. In diesem Spektrum liegen bis heute auch die Forschungsschwerpunkte. Der schwierige Übergang der Stadt in die Moderne ist dagegen ungeachtet der Verdienste früherer wie aktueller Verfasser vernachlässigt worden. Die Zeit von Pauperismus und „Weinkrise“, von Auswanderung aus Stadt und Region, von „Kirchenkampf“ und Revolution sowie den bescheidenen Anfängen der Industrialisierung in Trier ist im allgemeinen Bewusstsein viel weniger präsent, obwohl sie in den archivischen Quellen sehr gut dokumentiert ist. [mehr]
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan :Laux
Herausgeber. Jort Blazejweski, Stephan Laux, Nina Schweisthal
Projektfinanzierung: Eigenmittel, Zuwendungen der Nikolaus Koch Stiftung und des Freundeskreises Trierer Universität e. V.
Projektstatus: abgeschlossenes Projekt (April/Mai 2018)
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Armut unter den Augen des jungen Marx: Die Trierer Armenkarte von 1832
Unter dem Eindruck der massiv auf die Provinzen des preußischen Staates einwirkenden ersten großen Cholera-Epidemie, wurden allerorten Gegenmaßnahmen ergriffen, die auf die verbreitete Einschätzung schließen lassen, die unteren Bevölkerungsschichten seien aufgrund ihrer Lebensbedingungen ebenso Opfer wie Verantwortliche der Krankheitsverbreitung. Zur Beseitigung lokaler Krankheitsherde wurden daher die Sanitätskommissionen in den Hauptstädten der betroffenen Provinzen angewiesen, Verzeichnisse der armen bzw. als arm bekannten Einwohner anzufertigen. Dies geschah auch in Trier. Das Resultat ist eine zweiteilige, insgesamt 936 Personen umfassende „Liste aller Armen“ aus dem Jahr 1832, die im Stadtarchiv Trier aufbewahrt wird. Sie wird im Rahmen eines Projekts im bevorstehenden „Karl-Marx-Jahr“ 2018 aufgearbeitet und online zugänglich gemacht werden. [mehr]
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Laux
Fachwiss. Umsetzung u. Koordination: Matthias Schneider M.A.
Projektfinanzierung: Eigenmittel, Zuwendungen des Stadtmuseums Simeonstift Trier (Werkvertrg), Forschungszentrum Europa an der Universität Trier
Projektstatus: abgeschlossenes Projekt (April/Mai 2018)
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