Forschung an der Professur für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Im Zentrum der Forschungsaktivitäten der Professur steht die öffentliche Kommunikation und ihr gegenwärtiger Wandel, vorangetrieben besonders durch die Medialisierung, Digitalisierung und Datafizierung der Gesellschaft. Die Analyse des Medien- und Öffentlichkeitswandels stellt ein wichtiges und besonders dynamisches Gebiet der Medien- und Kommunikationswissenschaft dar. Die Veränderungen in Medien und Öffentlichkeit, die sich in Inhalten, Formaten, Strukturen und Erwartungen, aber auch in der Rezeption und Interaktion niederschlagen, sollen in drei Forschungsfeldern mit spezifischen Fragen und Projekten adressiert werden.

 

Veränderungen in der politischen Kommunikation durch direkte Interaktionsbeziehungen zwischen Journalismus, Politik und Publikum in der digitalisierten Öffentlichkeit

In welchen Netzwerkformationen erfolgen Interaktionen in den sozialen Medien und welchen Dynamiken unterliegen diese Netzwerke inhaltlich und auf Akteure bezogen? Wie werden die Interaktionen zwischen den Akteuren wahrgenommen? Welchen Steuerungsversuchen unterliegen sie? Wie verändern sie die politische Kommunikationskultur und die politische Öffentlichkeit?

 

Veränderungen im digitalen Journalismus durch soziale Medien und durch die Vielkanaligkeit und Komplexität der Kommunikationsbedingungen

Wie verändern sich journalistische Vermittlungsstrukturen und der Nachrichtenprozess durch soziale Medien und partizipative Öffentlichkeitsstrukturen? Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt perspektivisch auf der Forschung zur journalistischen Recherche: Mit welchen Praktiken werden Informationen aus den sozialen Medien und anderen digitalen Kontexten beobachtet, recherchiert und verifiziert? Welche Bedingungen und Regeln bilden sich dafür heraus?

 

Veränderungen in der strategischen Kommunikation

Wie reagiert die strategische Kommunikation auf soziale Medien? Neben vergleichbaren Fragestellungen wie zum Journalismus (Vielkanaligkeit) sind für uns insbesondere Prozesse der Meinungsbildung und Informationsverbreitung von Interesse. Auswertungen und Beobachtungen im Umgang mit der Netzwerkkommunikation sind zentral, um die Rolle, die Einflussnahme und die Wahrnehmung von Meinungsführern („Influencer“) und Netzwerk-Gatekeepern zu untersuchen.

 

Projekte mit Beteiligung der Professur Nuernbergk

Journalism beyond the crisis (2016-2020)

ARC Discovery Grant (Projektinformationen)

Prof. Dr. Axel Bruns, Dr. Aljosha Schapals (Brisbane) in Kooperation mit Prof. Dr. Folker Hanusch (Wien), Prof. Dr. Christoph Neuberger (München), Prof. Dr. Mark Deuze (Amsterdam), Dr. Tamara Witschge (Groningen), Prof. Dr. Christian Nuernbergk (Trier)

Aktuelle Publikationen:

Nuernbergk, C. (2020). Das Publikum von Politikjournalisten als Interaktionspartner auf Twitter: Interaktionsstruktur, Motive und Erfahrungen anschreibender Nutzer. Zeitschrift für Politikwissenschaft 30. DOI:10.1007/s41358-020-00219-2 

Bruns, A., & Nuernbergk, C. (2019). Political Journalists and Their Social Media Audiences: New Power Relations. Media and Communication, 7(1), 198-212. DOI:10.17645/mac.v7i1.1759

Bruns, A., Nuernbergk, C., & Schapals, A. K. (2018). What Journalists Share: A Comparative Study of the National Press Corps in Australia and Germany. Proceedings of the 9th International Conference on Social Media and Society (SMSociety ’18). New York, NY, USA, 256–260. DOI:10.1145/3217804.3217924


    Frühere Projekte der Professur für Medien- und Kommunikationswissenschaft

    Journalistische Qualitätsforschung

    Was ist guter Journalismus? Was für Nachrichten sollen Zeitungen, Websites, Fernsehen oder der Hörfunk bringen? Wie sollen sie gestaltet sein? Welchen Journalismus braucht die Gesellschaft und was erwarten die Leser oder Zuschauer? Antworten auf solche und ähnliche Fragen liefert die journalistische Qualitätsforschung, die einen unserer Forschungsschwerpunkte darstellt.

    Forschungsprojekte: