Governance & Sustainabilty Lab


Das Governance & Sustainability Lab ist die Arbeitsgruppe von Antje Bruns, Professorin für Nachhaltige Entwicklung und Governance im Fachbereich Geographie der Universität Trier.

In unserem Lab erforschen wir die Zusammenhänge zwischen Natur und Gesellschaft im Kontext des globalen Umweltwandels. Wir interessieren uns dafür, wie gesellschaftliche Naturverhältnisse hervorgebracht werden und welche Ansatzpunkte sich daraus für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung ableiten lassen. Wir untersuchen wie Ressourcen (z. B. Wasser oder Energie) genutzt, verteilt und geschützt werden - und wer davon profitiert oder die Lasten trägt. Integriertes Wasserressourcenmanagement, Hochwasserrisikomanagement, die Energiewende und weitere Ansätze des Ressourcen- und Umweltmanagements im Kontext der Klimaanpassung und des Klimaschutzes sind unser Untersuchungsfeld aus kritischer humangeographischer Perspektive (insbes. Politische Ökologie, Politische Geographie, kritische Stadtgeographie, Geographische Entwicklungsforschung).

Ausgangspunkt und Kontext für unsere Forschung ist, dass wir Natur und Gesellschaft als untrennbar miteinander verwoben sehen. Sozio-Naturen bestehen aus der materiellen Welt und den Praktiken, die sie konstituieren. Inspiriert von Ansätzen der Politischen Ökologie, der Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung und den Wissenschafts- und Technologiestudien (STS) untersuchen wir, wie Macht und Wissen zusammenwirken und die raum- und umweltbezeogene Governance durchdringen. Wir sind daran interessiert, wie sich Umweltexpertise konstituiert und wie die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft bzw. Wissenschaft und Politik (science-society interface / science-policy) gestaltet werden.

Im Rahmen laufender Projekte untersuchen wir Stadtentwicklung und Stadtplanung in Accra - am Beispiel der urbanen Wasserkrise, Energielandschaften aus einer Perspektive der Energiegerechtigkeit in British Columbia und im Iran sowie Stadtentwicklung und koloniale Stadtplanung in London. In und um Trier befassen wir uns mit der Anpassung an den Klimawandel (MoselAdapTiV), mit Pionieren des transformativen Wandels und sind Teil des UniGR-Centre for Border Studies, in dem wir Prozesse der Infrastrukturgestaltung untersuchen, die das Anthropozän prägen.

Je nach Forschungsfrage setzen wir eine Vielzahl von (hauptsächlich qualitativen) sozialwissenschaftlichen Methoden ein. Wir nutzen Archivarbeit, Thick Mapping, Interviews oder ethnographische Feldforschung. Ergebnisse der Forschung liegen in Form vielfältiger Publikationen vor, werden aber auch zielgruppengerecht in Science-Policy Workshops eingebracht und visuell-künstlerisch aufbereitet (Wissenschaftskommunikation, Wissenstransfer).