Die Hydrologie an der Universität Trier im Profil
Wasserbezogene Extremereignisse, wie die Flutkatastrophe vom 14.+15. Juli 2021 oder die Dürre- und Niedrigwasserperioden der vorangegangenen Jahre und ihre direkten Auswirkungen auf die Entstehung und Auswirkung von Hochwässern sowie den quantitativen und qualitativen Zustand der Oberflächengewässer sowie die Trinkwasserverfügbarkeit und-Beschaffenheit in vielen Regionen des Landes, führen vor dem Hintergrund des Klimawandels immer deutlicher die Notwendigkeit eines vorausschauenden Umgangs mit der Ressource Wasser und ihren Erscheinungsformen vor Augen. Dazu zählen u. A. angepasste Vorkehrungen gegen die daraus entstehenden Risiken für die Sicherheit der Bevölkerung in Siedlungsräumen und der gesicherte Zugang zu ausreichenden und qualitativ hochwertigen Trinkwasserressourcen. Die Schwerpunkte der Forschung in der Trierer Hydrologie dazu umfassen u. A. Fragen zu methodischen Ansätzen des Hochwasserschutzes, der Siedlungswasserbewirtschaftung und dem Starkregenmanagement.
Weitere Themen der Forschungsarbeit sind die Dynamik von Stoff- und Wasserflüssen in urbanen Räumen, Gewässernetzen und den angeschlossenen Grundwassersystemen unter Berücksichtigung der relevanten bio-geochemischen Prozesse. Dabei reichen die Fragestellungen von Studien zur verbesserten Beschreibbarkeit der quantitativen Wasserflüsse zwischen Grund- und Oberflächenwasser sowie deren Einfluss auf den Verbleib von Nähr- und Spurenstoffen in Oberflächen- und Grundwassersystemen bis hin zur quantitativen und qualitativen Betrachtung von urbanen Wasserressourcen und deren Bewirtschaftung im städtischen System, gerade auch vor dem Hintergrund des Klimawandels. Im Besonderen liegt hier der Fokus auf der zeitlichen Entwicklung von Wasser- und Energiebilanzen und auf den Skaleneffekten und Prozessen die für die Auswirkungen diffuser und punktueller Schadstoffemissionen aus landwirtschaftlichen (Nährstoff-Überschüsse und Pestizide) und urbanen Gebieten (Abwässer aus Kläranlagen und Regenwasser-Entwässerungssystemen / urbane Biozide) auf die Wasserqualität relevant sind. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Untersuchung der Wirksamkeit und Effizienz möglicher Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität und der Wasserressourcen. U. a. sind dies Niederschlagsversickerungsanlagen und künstliche Feuchtflächen.
Zusammenfassend lässt sich die Forschungsarbeit des Faches als grundlegende Prozessforschung an quantitativen und qualitativen hydrologischen Prozessen in anthropogen überprägten Umweltsystemen beschreiben.
Stichworte zu Systemen und Prozessen:
Hochwasserschutz, dezentrale Systeme, Abflussbildung unter Starkregenbedingungen, Wasserwirtschaft; Wassergütewirtschaft; Gewässernetze; Grundwasser-Oberflächenwasser-Interaktion; Grundwasser; Skaleneffekte; Grundwasserneubildung und Wasserressourcenmanagement
Stichworte zu Stoffen und Methoden:
Hydrometrie; N-A-Modellierung, Wasserhaushalts- & Prozessmodellierung; Stoff- und Energietransportmodellierung; Umwelttracer und Umweltspurenstoffe; Nährstoffe; Mikroplastik; stabile Wasser-Isotope.
Forschungsthemen im Fach Hydrologie
Hochwasserschutz, Stadthydrologie und Wasserhaushalt anthropogen geprägter Landschaften
- Starkregenmanagement
- Hydrologische Modellierung (N-A-Prozesse)
- Dezentraler Hochwasserrückhalt
- Wasserbilanzmodellierung
- Siedlungsentwässerung
- nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen im urbanen Raum
- Grundwasserneubildung und Energiebilanz
- Stoffemissionen und Bewirtschaftung
Fluviale Hydrologie – Wasserwirtschaftliche Bewertung der Interaktion hydrologischer und Gewässerökologischer Prozesse in anthropogen überprägten Gewässern
- Energiebilanz-Modellierung
- Wasser- und Stofftransport-Modellierung
- Stoffumsatzprozesse und Schadstoffabbau
- Gewässerhydraulik
- Grundwasser-Oberflächenwasserinteraktion in anthropogen überprägten Gewässern
- Uferfiltration und Stoffumsatzprozesse