Schwerpunkt Sozialpolitik

Wohlfahrtsstaaten und Sozialpolitik beeinflussen heute maßgeblich die individuellen Lebenschancen wie auch die Position der verschiedenen sozialen Gruppen in einer Gesellschaft (tragen zu Stratifizierung bei). Denn Sozialpolitik überformt die Einkommensposition, die Menschen auf dem Arbeitsmarkt erzielen. Darüber hinaus hat der Sozialstaat im weitesten Sinne maßgeblich zur Ausbildung der Lebensphasen Kindheit/Jugend, Erwachsenenalter und Alter beigetragen. Sozialstaaten sind abhängig von den kulturellen Kontexten und Wertvorstellungen. Sie sind eingebettet in verschiedene Ideen über das, was Gleichheit, Gerechtigkeit oder auch Eigenverantwortung und Sicherheit sein soll. Über diese Ideen besteht keineswegs ein Konsens, sondern sie stehen miteinander in Konflikt und treffen in öffentlichen Diskursen aufeinander.

Die Träger sozialer Sicherheit und der Umverteilungsprozesse sind die einzelnen sozialen Sicherungssysteme bzw. die Programme der Arbeitsmarkt-, Familien- oder Gesund-heitspolitik etc.. Diese gilt es im Kontext von Ideen und Interessen zu betrachten. Zudem ist der Vergleich verschiedener Sozialstaatstypen ("Regime") wichtig, da man dann das Spezifische des deutschen Sozialstaats und alternative Formen sozialer Formen sozialer Sicherung besser erkennt. Daher sollen Studierende einen Einblick in die international vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung bekommen.

Im Zuge des demografischen Wandels wie auch der Globalisierungsprozesse sind wohlfahrtsstaatliche Systeme mit komplexen Problemen der Umgestaltung konfrontiert. Ebenso sorgt der Wandel von Lebensformen - z.B. der Familie - und neue politische Ideen für Reformen des Sozialstaats. Daher wird vermittelt, durch was sich neuere Entwicklungen der Sozialpolitik auszeichnen und es werden Diskurse wie z.B. um die "Ökonomisierung", die "Retrenchmentpolitik" oder die "Aktivierung" unter die Lupe genommen.