Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsbemühungen der Professur für Marketing und Innovation verfolgen das Ziel, eine "allgemeine Marketingtheorie" zu entwickeln und die einzelnen Elemente dieser Theorie einer empirischen Prüfung im Hinblick auf ihre Aussagekraft für die Unternehmenspraxis zu unterziehen.

Literaturhinweis:
Weiber, Rolf: Elemente einer allgemeinen informationsökonomisch fundierten Marketingtheorie, in: Büschken/Voeth/Weiber (Hrsg.): Innovationen für das Industriegütermarketing, Stuttgart 2007, S. 67-108. 

Forschungskonzept der Professur für Marketing & Innovation

Wir verstehen mit Alderson (1965) Marketing als die "Wissenschaft von den Transaktionen" und befinden uns damit in der Tradition von Kotler (1972: Generic Concept of Marketing) und Bagozzi (1978: Marketing as Exchange).

Die theoretische Basis unseres Forschungskonzeptes bildet die Informationsökonomik, welche die Unsicherheitsproblematik aufgrund von Informationsasymmetrien untersucht. Damit fokussieren wir die Problematik der Informationsbeschaffung und Informationsbewertung im Rahmen des Austauschprozesses zwischen den Marktparteien und integrieren in diesen ökonomischen Theorieansatz auch verhaltenswissenschaftliche Konzepte (z.B. Handeln nach Anspruchsniveaus, wahrgenommenes Risiko, Vertrauen).

Die Säulen des Forschungskonzeptes verdeutlicht nachfolgende Abbildung.

Information: Die theoretische Basis der Forschungsansätze bildet die Informationsökonomie, die durch die Analyse von Informationsasymmetrien eine ökonomische Erklärung von Unsicherheiten in Austauschbeziehungen ermöglicht und eine Positionierung von Austauschprozessen im sog. Informationsökonomischen Dreieck erlaubt. “Screening” und “Signaling” sind zentrale Strategien zur Reduktion von Unsicherheiten im Kaufprozess. 

Innovation: Technologische Innovationen und hier insb. die Informationstechnologien sind zentrale Markttreiber und führen zu veränderten Verhaltensweisen der Marktparteien und bilden neue Marktspielregeln heraus. Aufgrund von insb. Unsicherheiten entstehen Nachfrage- und Nutzungslücken, die u. a. veränderte Diffusionsprozesse zur Folge haben. 

Interaktion: Marketing ist die „Wissenschaft der Austauschprozesse“. Informationstechnologien führen zu umfangreichen Kundeninformationen, die als Steuerungsinformation die Unternehmensprozesse lenken und individuelle Transaktionsdesigns auch in Massenmärkten ermöglichen. Das Management von Geschäftsbeziehungen ist deshalb ein zentraler Erfolgsfaktor der Unternehmenstätigkeit.

Dissertations- und Habilitationsprojekte seit 1992

(A) 
Billen (2002): Unsicherheit und Folgekäufe
McLachlan (2002): Gestaltung von Informationsasymmetrien
Schönborn (2004): Käuferverhalten bei Unsicherheit

(E)
Kim (1997):
Geschäftsbeziehungen im Zuliefererbereich
Freichel (2009): FIT-Modelle der Produktindividualisierung

(B)
Adler (1996):
Austauschprozesse aus IÖ-Sicht
Bastian (2001):
Lieferantenfinanzierung aus IÖ-Sicht
Adler (2003): Vertragstypenwechsel aus IÖ-Sicht (Habil.)
Egner-Duppich (2008): Vertrauen beim Online-Kauf
Bathen: Auswirkungen großer Choice-Sets

(F)
Rosendahl (1999): Koordinationsprobleme bei TK-Diensten
Meyer (2003): Word-of-Mouth und Virtual Communities
Hörstrup (2011): Anbieterintegration
Mühlhaus (2011): Communities of Innovation
Forster (2014): Kundenintegration
Wolf: Steuerung kundenseitiger Kommunikationsprozesse

(C)
Beinlich (1996):
Geschäftsbeziehungen bei Systemtechnologien
Raff (2000): Systemgeschäft und Integralqualitäten
Ferreira: Value Creation in Service Networks

(G)
Kollmann (1997):
Akzeptanz von Nutzungsinnovationen
Kirschner (2001): Mobilitätsprovider als neue Marktintermediäre
Pohl (2005): Preiszufriedenheit bei Innovationen (Habil.)
Zühlke (2007): Electronic Business Transformation
Fälsch (2007): Nutzertypologie für das Ubiquitous Computing
Lichter (laufend): Wertsteigerung in kommerziell orientierten Sharing Prozessen

(D)
Pohl (1996): Leapfrogging bei technologischen Innovationen