Meine Forschungsinteressen bewegen sich an der Grenze zwischen der Soziologie des Wohlfahrtsstaats, der politischen Soziologie und der Analyse politischen Verhalten. Mein Gegenstand sind also die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Sozialstaats im Sinne der politischen Nachfrage der BürgerInnen nach sozialer Sicherheit wie auch nach einer gewissen Gleichheit der Lebensverhältnisse. Ich untersuche zum einen den Wandel ökonomischer Ungleichheit und wie diese durch die Sozial- und Steuerpolitik moderiert wird. Zum anderen steht im Zentrum, wie Wahrnehmungen über zu große Ungleichheit, dringliche soziale Probleme, defizitäre Soziale Sicherheiten zustande kommen und wie dies politische Verhaltensweisen prägt. Welche Ungleichheit betrachten Bürger als legitim oder unfair, welche Konsequenzen haben diese Perzeptionen? Besonders interessieren mich aktuell Frames, mit denen politische Eliten und Medien Ungleichheit rahmen, und wie diese die subjektiv wahrgenommene Ungleichheit und die politische Nachfrage beeinflussen. In Rechnung zu stellen ist, dass auch verzerrte Wahrnehmungen handlungsrelevant sind und die öffentliche Meinung in Bezug auf die nötige sozialstaatliche Politik prägen können.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Grundlagen und Formen der Kooperation in modernen Gesellschaften, deren Zusammenhalt immer wieder als gefährdet dargestellt wird. Mich interessiert, wie trotz Pluralität dennoch Kooperation zustande kommt, welche Quellen der Solidarität auch unter ungünstigen Bedingungen existieren und mobilisiert werden können. Gegenwartsanalytisch ist auch der Wohlfahrtstaat so etwas wie Kooperation. Wieviel Solidarität steckt in ihm, wieviel strategisches Interessenkalkül? Ist eine abstiegsbedrohte Mittelschicht ein Partner der weniger Erfolgreichen am unteren Ende der Sozialhierarchie? Insgesamt geht es mir also darum, Gegenwartsdiagnosen in Bezug auf soziale und sozialpolitische Folgen auszuleuchten.

Aktuelle Forschung:      
a) Mediales Framing der Ungleichheitsperzeptionen und Effekte auf die politische Nachfrage;  
b) Europäische Solidarität: eine europäische Arbeitslosenversicherung zwischen Ängsten vor Risikokollektivierung und sinnvollem Risikoausgleich.