Die Forschung an der Professur bewegt sich zwischen der Soziologie des Wohlfahrtsstaats, der politischen Soziologie und der Analyse politischer Einstellungen. Thematisiert werden die gesellschaftlichen Voraussetzungen und Wirkungen des Sozialstaats. Dazu zählen

  • der Wandel ökonomischer Ungleichheit und wie diese durch die Sozial- und Steuerpolitik moderiert wird. Welche Verteilungseffekte haben Reformen?
  • die politische Nachfrage der BürgerInnen nach sozialer Sicherheit und einer umverteilenden Politik. Welche Folgen haben Globalisierung oder ökonomische und soziale Krisen?
  • die Wahrnehmungen der Ungleichheit. Diese entsprechen nicht der objektiven Verteilung. Wie kommt das zustande? Wie beeinflussen subjektive Perzeptionen die politische Nachfrage, etwa das Wahlverhalten?
  • der Einfluss politischer Kommunikation und der Medien auf die öffentliche Meinung und was BürgerInnen als legitime oder aber unfaire soziale Disparitäten sehen. Wie wirkt Framing auf perzipierte Ungleichheiten und wahrgenommenen (sozial-)politischen Handlungsbedarf?

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Grundlagen und Formen der Kooperation in modernen Gesellschaften, deren Zusammenhalt immer wieder als gefährdet dargestellt wird. Mich interessiert, wie trotz Pluralität dennoch Kooperation zustande kommt, welche Quellen der Solidarität auch unter ungünstigen Bedingungen existieren und mobilisiert werden können. Gegenwartsanalytisch ist auch der Wohlfahrtstaat so etwas wie Kooperation. Wieviel Solidarität steckt in ihm, wieviel strategisches Interessenkalkül? Ist eine abstiegsbedrohte Mittelschicht ein Partner der weniger Erfolgreichen am unteren Ende der Sozialhierarchie? Insgesamt geht es mir also darum, Gegenwartsdiagnosen in Bezug auf soziale und sozialpolitische Folgen auszuleuchten.

Aktuelle Forschung:      

  • Mediales Framing der Ungleichheitsperzeptionen und Effekte auf die politische Nachfrage