Berufsfelder für Soziolog*innen und Soziawissenschaftler*innen

Den Absolvent*innen eines Soziologie- oder Sozialwissenschaftsstudiums steht ein relativ breites Spektrum möglicher Berufsfelder offen. Daher ist es wichtig sich schon während des Studiums zu überlegen, in welche Richtung die eigenen Interessen gehen. Hierbei sollten Student*innen bereits im Laufe ihres Studiums versuchen eigene Schwerpunkte zu setzen und sich beruflich oder ehrenamtlich zu engagieren. Absolvent*innen, die bei Bewerbungen außercurriculares Engagement oder Zusatzzertifikate vorweisen können, finden in der Regel schneller einen Arbeitsplatz (Vgl. Meinfeld Studie 2005). An der Universität Trier gibt es eine Vielzahl an Hochschulgruppen, in denen man sich engagieren kann. Zusätzlich können (Zusatz-)Zertifikate neben dem Hauptstudium erworben werden. Genauere Informationen finden Sie hier.

Im Folgenden werden einige mögliche Arbeits- und Tätigkeitsfelder für Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen vorgestellt:

  • Beratung/ Organisations- und Personalentwicklung:

Beratung bietet eine Möglichkeit, mit dem Einsatz soziologischen Wissens praktische Probleme zu lösen. Beratende Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen sind in nahezu allen gesellschaftlichen Funktionsbereichen aktiv. Sie beraten zu Fragen der Wirtschaft, Arbeit, Bildung, Gesundheit, Familie, Politik, etc.

  • Privatwirtschaft und Marketing:

in den Sozialwissenschaften gründet man sich meist seinen eigen Beruf in der Privatwirtschaft. Zu den häufigsten Arbeitsplätzen, in denen Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen in der Privatwirtschaft unterkommen, gehören: Personalarbeit, Projektmanagement oder Markt- und Wettbewerbsanalysen.

  • Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit:

Das Aufspüren gesellschaftlicher Zusammenhänge, das Einordnen von Geäußertem, Ereignissen, etc. verbindet Soziologie und Journalismus. Zur nötigen journalistischen Sachkompetenz zählt neben dem "Spezial-Wissen" im jeweiligen Ressort das Orientierungswissen. Konkret gesagt: Kenntnisse sozialwissenschaftlicher Methoden.

  • Öffentliche Verwaltung:

Viele Verwaltungszweige benötigen Wissen, das in der Ausbildung zum höheren Verwaltungsdienst bisher nicht vermittelt wurde (z.B. bei Bildungsplanung, Stadtentwicklung, Arbeitsmarktreform, etc.). Hier kommen Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen zum Einsatz. Mit ihren Sozialwissenschaftlichen Kompetenzen (Analyse, Planung, Selbstorganisation, Verständnis für übergreifende Zusammenhänge und Interessenskonflikte) sind diese in der Lage, der juristischen Form der Verwaltung entgegen zu wirken.

  • Internationale Organisationen/ Politik:

Internationale Organisationen mit globaler oder regionaler Reichweite (z.B. UN, IWF, Weltbank, WTO, EU) beschäftigen sich mit der Sicherheit, dem ökonomischen Wohlergehen, dem Schutz der Menschenrechte und den ökologischen Lebensbedingungen von Menschen weltweit. Hier sind Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen wegen ihrer analytischen und kritischen Kenntnisse gefragt. Die Organisation sollte jedoch mit den Spezialisierungen aus dem Studium zusammenpassen.

  • Gesundheitswesen:

Als Soziolog*in kann man in Deutschland im Gesundheitswesen, in patientenentfernten Arbeitsbereichen eingesetzt werden (z.B. im Qualitätsmanagement in Krankenhäuser, Verbände, Auswertungs- u. Evaluationsstellen, usw.). Hierbei werden vornehmlich Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen mit starken Methodenkenntnissen gesucht, die sich kritisch und analytisch mit dem Themengebiet auseinandersetzen können.

  • Bildung:

Im Bildungswesen können Soziolog*innen als Dozent*in an Universitäten/Fachhochschulen, in der Erwachsenenbildung u. a. bei Volkshochschulen oder sonstigen Bildungswerken arbeiten. Die Beschäftigungsmöglichkeiten reichen von der Festanstellung bis zur freien Mitarbeit. Das Wissen um kommunikationstheoretischen Grundlagen, Handlungstheorien und gesellschaftlicher Strukturen bietet eine hervorragende Grundlage als Coach und Trainer für immer aktuelle Themen wie Konfliktmanagement oder interkulturelle Kompetenz, die sowohl in der Wirtschaft wie auch öffentlichen Verwaltung bis hin zu NGO’s interessant sind.

  • Forschung und Lehre:

Hochschulen bieten unstrittig die höchste "Berufsfeldprägnanz". Soziolog*innen und Sozialwissenschaftler*innen können hier zu sozialwissenschaftlichen Themen lehren und forschen. Sie sind auch nicht an "reinen" Soziologie-Instituten gebunden sondern können auch in interdisziplinär ausgerichteten Einrichtungen arbeiten. Je nach Studien- und Forschungsprofil ergeben sich hierbei eine Vielfalt an Möglichkeiten.

Weitere Info-Seiten/Anlaufstellen

Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV)

Tel. 02 28/7 13-12 92

E-Mail: Bonn-ZAV@arbeitsagentur.de

BERUFEnet

Mit dem Suchwort „Soziologen“ erhalten Sie in der Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen

der Bundesagentur für Arbeit eine Liste von allen wichtigen Berufen hier.

Berufsverband Soziologinnen und Soziologen e.V. (BDS)

Tel. 0 23 61/49 20 25

E-Mail: geschaeftsstelle@bds-soz.de

Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Tel. 03 51/46 33-74 05

E-Mail: dgs@mailbox.tu-dresden.de

Soziologen-Portal

Der frühere „Club der toten Soziologen“ bietet seinen Online-Service jetzt auf Wikipedia an.

Universität Trier Career Service:

Ladenpassage "Im Treff 9" - direkt neben Campus I

Öffnungszeiten: Mo. - Do. 9.30 - 13.00 Uhr  

Telefon: 0651/201-4950

Bücher zum Thema "Berufseinstieg für SoziologInnen"

Späte, Katrin (Hrsg.)(2007): Beruf: Soziologe?!: Studieren für die Praxis. Konstanz: UVK (UTB)

siehe auch:

Blättel-Mink, Birgit / Katz, Ingrid (Hrsg.) (2004): Soziologie als Beruf? Soziologische Beratung zwischen Wissenschaft und Praxis. Wiesbaden: VS Verlag

Breger, W./ S. Böhmer (2007); Was werden mit Soziologie. Berufe für Soziologinnen und Soziologen. Das BDS-Berufshandbuch. Stuttgart: Lucius & Lucius