BPT-Elements
Ziel des Forschungsschwerpunktes „Behandlung der ADHS“ ist es, die Wirksamkeit und die Wirkmechanismen von psychologischen und psychotherapeutischen Behandlungen für Kinder und Jugendliche mit ADHS zu untersuchen. Der Forschungsschwerpunkt wird ab 2024 aufgebaut.
BPT-Elements – Wirksamkeit einzelner Behandlungselemente eines behavioralen Elterntrainings (BPT) für Familien mit Kindern mit ADHS (Stand 10/2025)
Verhaltenstherapeutische Elterntrainings (engl.: behavioral parent training, BPT) gelten als wirksame Intervention für Familien von Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie unterstützen Eltern und Sorgeberechtigte dabei, den familiären Alltag konstruktiver zu gestalten, herausforderndes Verhalten ihrer Kinder besser zu verstehen und gezielter zu begleiten.
Trotz der guten Evidenzlage zur allgemeinen Wirksamkeit solcher Programme ist bislang wenig darüber bekannt, welche spezifischen Behandlungselemente in welchem Ausmaß zur Wirksamkeit beitragen – und für welche Familien einzelne Elemente besonders hilfreich sind. Ziel des Projekts ist es daher, zu untersuchen, ob bestimmte Bestandteile von Elterntrainings für bestimmte Familien wirksamer sind als andere und wie sich dieses Wissen künftig zur evidenzbasierten Weiterentwicklung von Elterntrainings und zu einer individualisierten Behandlungsplanung nutzen lässt.
Studienaufbau
Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie BPT-Elements der Universität Trier in Kooperation mit der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) die Wirksamkeit einzelner Elemente eines verhaltenstherapeutischen Elterntrainings für Eltern von Kindern mit ADHS.
Mithilfe eines randomisiert-kontrollierten Mikrotrial-Designs (einer experimentellen Kurzform klassischer Interventionsstudien, bei der spezifische Trainingselemente gezielt verglichen werden) werden zwei Varianten des Elterntrainings (je fünf Sitzungen à 100 Minuten) verglichen:
- Standard-Variante
- Emotionsfokussierte Variante
Beide Varianten des Elterntrainings beinhalten bewährte Kernelemente wie Psychoedukation, Familienregeln, Lob und Konsequenzen. Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit sich die Trainings in ihrer Wirksamkeit unterscheiden. Hierzu werden das familiäre Klima, das Verhalten des Kindes und das elterliche Erziehungsverhalten erfasst.
Partizipatives Projekt
Um Forschungsfragen und -methoden besser an den Erfahrungen und Bedürfnissen betroffener Familien auszurichten und die praktische Relevanz der Forschungsergebnisse zu steigern, wurde das Studiendesign im Rahmen eines partizipativen Forschungsprozesses entwickelt.
In einem gemeinsamen Gremium aus Eltern von Kindern mit ADHS, die bereits an einem Elterntraining teilgenommen haben, und Forschenden der Universität Trier wurden zentrale Aspekte der Studie gemeinsam abgestimmt – darunter Studiendesign, Definition der Outcomes (z. B. Familienklima) und Auswahl der Erhebungsmethoden.
Ansprechperson
Haben Sie Rückfragen, Anmerkungen oder weiterführende Ideen zum Forschungsprojekt?
Dann wenden Sie sich gerne an Terra Isselstein.
Terra Isselstein (M. Sc. Psych.)
E-Mail: isselsteinuni-trierde