Dr. Christian Rollinger - Forschung und aktuelle Projekte

Forschungsschwerpunkte

  • Epochen:
    • Späte Republik im Übergang zur Kaiserzeit
    • Spätantike (bes. 5.-7. Jh.)
  • Felder:
    • Kulturgeschichte (Konstruktion von Legitimität, Autorität und Macht; Elitendiskurse)
    • Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (kulturelle Prägung der antiken Wirtschaft; Geld-, Kredit- und Schuldensysteme; Elitenetzwerke)
    • Maritime Geschichte der klassischen Antike (Seeherrschaft; Risiko; nautische Wissensspeicher; Elitediskurse)
    • Rezeptionsgeschichte (Antike in modernen Massenmedien, insbesondere im Videospiel)
    • Historische Netzwerkforschung
  • Themen:
    • Freundschaft- und Patronageverhältnisse in der römischen Welt
    • Spätantikes Kaiserzeremoniell
    • Vertrauen als ökonomischer Faktor
    • Risikobewältigung in der antiken Schifffahrt 

Habilitationsprojekt

  • Ideologie und Zeremoniell. Die Rituale des Kaiserhofs von Theodosius bis Herakleios (379-641 n. Chr.)

Buchprojekte

  • The Tetrarchy as Ideology. (Re)Presentations and (Re)Figurations of an Imperial Power (Sammelband, gemeinsam mit F. Carlà-Uhink, in Vorbereitung für 2021).
  • Vertrauen und Wirtschaft in der Antike (Sammelband, gemeinsam mit P. Reinard, Scripta Mercaturae-Beihefte, in Vorbereitung für 2021).
  • Brill's Companion to the Late Roman Emperor (Sammelband, gemeinsam mit H. Börm & F. Carlà-Uhink, unter Vertrag für 2023). 

Forschungsprojekte

  • Vertrauen als ökonomische Ressource in der antiken Marktwirtschaft

27.-29. März 2019, Stadtbibliothek Trier (27./28.) und Universität Trier, Raum B 22 (29.)

Hinter jeder in historischen Quellen greifbaren wirtschaftlichen Handlung (beziehungsweise Äußerung über wirtschaftliche Handlungen) steht ein konkretes Agieren von Individuen und Personengruppen. In Ermangelung moderner Kommunikationsmittel mussten sich die wirtschaftlichen Akteure der Antike für die Beförderung von Waren und Gütern jeder Art, aber auch für die Beobachtung von Märkten (Preisinformationen, Nachrichten über Konkurrenz) sowie das Aushandeln von Marktpreisen in aller Regel auf Personennetzwerke verlassen, die entweder auf Grundlage persönlicher Nähe, informeller Abmachungen oder formeller Verträge operierten. In solchem wirtschaftlichen Handeln und ähnlichen ökonomischen Kontexten ist daher die Bedeutung des Vertrauens als wirtschaftliche Ressource gar nicht hoch genug einzuschätzen, denn Akteure stehen jeweils in Vertrauensverhältnissen zueinander, versuchen, durch gemeinsames Planen und Agieren Transaktionskosten zu senken. Die Tagung möchte an dieser Stelle ansetzen und sowohl die aktuellen Arbeiten zu ‚Vertrauen‘ als auch die antike Wirtschaftsgeschichte durch einen möglichst breiten Zugriff auf das Thema ‚Vertrauen und Wirtschaft‘ quer durch die antiken Gesellschaften von der griechischen Klassik bis in die Zeit der frühislamischen Expansion im 7. Jahrhundert vorantreiben.

Organisation: Dr. Patrick Reinard (Alte Geschichte) und Dr. Christian Rollinger (Alte Geschichte). Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Universität Trier und den Freundeskreis Trierer Universität. Zum Tagungsprogramm.

 

  • Maritime Risiken (MaRis) - Interdisziplinäre Forschungsinitiative der Universität Trier

Gemeinsamer Antrag und Bearbeitung mit Prof. Dr. Ulrike Gehring (Kunstgeschichte) und Dr. Simon Karstens (Geschichte der Frühen Neuzeit). Förderung durch den Forschungsfonds der Universität Trier 2017/18.

Gegenstand des Projektes sind bildliche und schriftliche Darstellungen von maritimen Risiken und Strategien zu deren Beherrschung in Antike und Früher Neuzeit. Ziel der interdisziplinären Untersuchung ist einerseits, Wechselwirkungen zwischen Risikovorstellungen und Strategien zur Risikobeherrschung epochenübergreifend nachzuvollziehen, sowie andererseits deren Kontinuitäten oder Veränderungen in historischer Perspektive herauszuarbeiten. In Abgrenzung zur bisherigen Forschung werden dabei nicht allein empirisch nachweisbare, vermeintlich objektive Risiken wie etwa Stürme behandelt, sondern auch subjektiv imaginierte Risiken, die in zeitgenössischen kulturellen und religiösen Vorstellungen wurzeln. Dementsprechend geht der Fokus des Projektes über die Untersuchung nautischer oder ökonomischer Maßnahmen der Risikobewältigung hinaus und liegt auf kulturellen Strategien, die der Beschreibung, Kategorisierung und Vermeidung potentieller Risiken dienen.