FOR Resilienz

DFG-Forschergruppe 2539 "Resilienz - Gesellschaftliche Umbruchphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie"

Unter dem Begriff „Resilienz“ werden in diversen Disziplinen in der jüngsten Zeit Forschungsansätze (besonders aus der Sozialökologie und der Entwicklungspsychologie) rezipiert, die auf einen spezifischen Typus sozialer Prozesse abstellen: Untersucht werden Strategien, Ressourcen und Bedingungen, die für individuelle und/oder soziale ‚Systeme‘ im Falle externer Bedrohungen (wie Naturkatastrophen oder soziale Schädigungen) ein Überleben bzw. eine Bestandserhaltung potentiell sicherstellen können. Seine Konturen gewinnt der Rekurs auf das Resilienzkonzept durch den kontrastiven Bezug vor allem auf Phänomene von Krise, Bedrohung, Vulnerabilität und Risiko. Als Gegenkonzept zu diesen wird mit Resilienz das Beharrungs- und Widerstandspotential sozialer und gesellschaftlicher Strukturen und Einheiten gegen außergewöhnliche, disruptive soziale Veränderungsprozesse thematisiert.

Übergeordnetes Ziel der Forschungsgruppe ist die Erarbeitung und Weiterentwicklung eines Resilienzansatzes für die Geschichts- und Sozialwissenschaften zur Analyse nichtlinearer sozio-historischer Mehrebenenprozesse, die durch eine enge Verknüpfung von Phänomenen der Kontinuität und der Diskontinuität charakterisiert sind. Die Forschungsgruppe lotet die Transformationserfordernisse bei der Übertragung des Resilienzansatzes insbesondere aus dem sozial-ökologischen Diskurs ebenso aus wie sie die sich daraus ergebenden Potentiale für die sozio-historische Forschung im Allgemeinen und der beteiligten historischen Disziplinen zur Erforschung des 13.–17. Jahrhunderts, der Rechtsgeschichte sowie der Soziologie im Besonderen identifizieren wird.

In der ersten Förderphase (2016–2019) war die Professur für Allgemeine Soziologie mit dem Projekt „Theorie der Resilienz“ in der Forschungsgruppe vertreten.

In der zweiten Förderphase (2019–2022) ist die Professur für Allgemeine Soziologie mit den beiden Projekten „Theorie der Resilienz“ und „Resilienzprozesse angesichts disruptiver Phänomene. Zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sicherheitspolitiken und terroristischen Bedrohungen“ in der Forschungsgruppe vertreten.

Sprecher der Forschungsgruppe in der zweiten Förderphase ist Prof. Dr. Martin Endreß.