BULGARISCH (БЪЛГАРСКИ ЕЗИК)
Bulgarisch gehört zu der Gruppe der südslavischen Sprachen und ist heute die Muttersprache von ca. 11 Millionen Menschen in der Republik Bulgarien (ca. 8 Millionen) und außerhalb ihres Territoriums. Die Schrift ist kyrillisch. Mit dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union am 1. Januar 2007 wurde Bulgarisch eine der Amtssprachen der EU, und das kyrillische Alphabet wurde zum dritten offiziellen Alphabet der EU erklärt. Die leichte Aussprache, der analytische Sprachbau (kein Kasussystem mehr!) und die lexikalische Nähe zum Russischen garantieren den Bulgarischlernenden schnelles Vorankommen.
Als Textprobe soll hier eine Strophe aus einem Gedicht des großen bulgarischen Lyrikers Christo Botev (1848-1876) dienen:
Настане вечер – месец изгрее,
звезди обсипят свода небесен;
гора зашуми, вятър повее,
Балканът пее хайдушка песен!„Хаджи Димитър”
Entstehung der bulgarischen Schrift- und Literatursprache
Die Anfänge der bulgarischen Schrift- und Literatursprache sind im 9. Jahrhundert angesiedelt. Die Sprache, die Kyrill und Method für die ersten Übersetzungen biblischer und liturgischer Texte aus dem Griechischen verwendeten, wird auch „Altbulgarisch“ genannt. Im 9. und im 10. Jahrhundert entstanden im mittelalterlichen Bulgarien unter Zar Boris und Zar Simeon die ersten bedeutenden Zentren slavischen Schrifttums, die von großer überregionaler Bedeutung für die christlich-orthodoxen Slaven waren. („Goldenes Zeitalter der bulgarischen Kultur“). In dieser Zeit entwickelten die Schüler von Kyrill und Method in Bulgarien eine einfachere Form des slavischen Alphabets, die „Kyrillica“.
Die neubulgarische Literatursprache
Die neubulgarische Literatursprache setzt sich Anfang des 19. Jahrhunderts auf volkssprachlicher Basis durch. Zu den bedeutendsten Klassikern der neueren bulgarischen Literatur zählen Christo Botev, Ivan Vazov, Penčo Slavejkov, Pejo Javorov, Aleko Konstantinov, Elin Pelin u.a.
Lehrangebot
Im Rahmen eines Masterstudiums der Slavistik haben Sie die Möglichkeit, auch Bulgarisch zu studieren. Ferner können Veranstaltungen aus dem Bereich der Bulgaristik in allen slavistischen Studiengängen als Wahlveranstaltungen belegt werden. Das Lehrangebot der Universität Trier umfasst sowohl sprachpraktische Übungen als auch Veranstaltungen zur Literatur, Kultur und Landes-/Kulturkunde Bulgariens. Eine wertvolle Ergänzung Ihres Studiums eröffnet Ihnen unser ERASMUS-Austausch mit der Kliment-Ochridski-Universität, Sofia, und mit der AUBG, Blagoevgrad. Jedes Jahr bieten die Universitäten in Sofia und in Veliko Tărnovo auch Stipendien für dreiwöchige Sommersprachkurse an.
Bulgaricum an der Universität des Saarlandes
Seit 1995 bietet die Universität des Saarlandes (UdS) in Zusammenarbeit mit der Sofioter Universität „Hl. Kliment Ochridski“ das Bulgaricum an – ein deutschlandweit einzigartiges Programm. Es richtet sich an alle Interessierten, ganz gleich ob Studierende, Berufstätige oder Sprachbegeisterte, und erfordert keine Vorkenntnisse. Im Rahmen der Universität der Großregion können auch Trierer Studierende teilnehmen.
Innerhalb eines Jahres tauchen die Teilnehmenden intensiv in Sprache, Kultur und https://www.uni-saarland.de/fakultaet-p/bulgaricum.htmlGesellschaft Bulgariens ein. Das Programm verbindet Kurse an der UdS (oder hybrid) während der Vorlesungszeit mit zwei Intensivsprachkursen in der vorlesungsfreien Zeit und einem Sommersprachkurs in Sofia, inklusive Exkursionen zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten wie dem Rila-Kloster oder der Altstadt von Plovdiv.
Das Bulgaricum öffnet Türen zu einer faszinierenden, oft wenig bekannten Region Europas, macht vertraut mit der kyrillischen Schrift und bietet den idealen Einstieg in die Welt der slavischen Sprachen. Am Ende steht ein Zertifikat, das die erworbenen Sprach- und Kulturkenntnisse bescheinigt.
Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Bulgaricums:

