Celtic Studies

Die Keltologie oder Celtic Studies ist die Wissenschaft von den Kulturen keltischsprachiger Gesellschaften in all ihren Erscheinungsformen, sei es sprachlicher, historischer oder materieller Art, sowie von den Kulturen ehemals keltischsprachiger Gemeinschaften, die “keltische” kulturelle Traditionen bewahrt haben.

Die Kulturen der Kelten haben Europa über zwei Jahrtausende lang maßgeblich mitgeprägt. Die Regionen, in denen heute noch keltische Sprachen gesprochen und keltische Traditionen aufrecht erhalten oder wieder neu aufgegriffen werden, gehören mit Ausnahme der Isle of Man, die autonomer Besitz der britischen Krone ist, alle zur Europäischen Union. Irisch ist seit 2007 eine der Amtssprachen.

Die Absicht Großbritanniens, die EU zu verlassen, der sogenannte "Brexit", bedeutet eine Spaltung der keltischen Regionen. Schottland, Nordirland und Teile von Wales (Gwynedd, Ceredigion, Cardiff, Vale of Glamorgan) haben gegen einen Austritt votiert.

Trotz der großen Bedeutung keltischer Kulturen für die Geschichte, die Identität und die Integration Europas sind Celtic Studies an Bildungs- und Forschungseinrichtungen in der EU außerhalb der keltischen Regionen selbst kaum repräsentiert.

Einen Lehrstuhl, der ausschließlich diesem Fach gewidmet wäre, gibt es in Deutschland seit der Schließung der Keltologie an der Humboldt-Universität Berlin 1997 nicht mehr.

Studium der Keltologie

Keltologie kann als BA-Kernfach und im Masterstudiengang in Deutschland nur an der Universität Marburg studiert werden, mit dem Schwerpunkt auf den mittelalterlichen Sprachen. Der Studiengang dort ist allerdings aus unterschiedlichen Fächern zusammengesetzt; nur ein Teil der Module eines Studienjahres sind ausschließlich den Celtic Studies gewidmet.

Als Begleitfach im BA-Studiengang kann Keltologie auch an der Universität Bonn studiert werden; dort liegt der Schwerpunkt auf den modernen Sprachen.

Der Umfang der Lehrveranstaltungen beträgt in beiden Fällen (Kern- und Begleitfach) etwa 4–5 Semesterwochenstunden Unterricht.

Daneben ist es möglich, an der Universität Mannheim ein "Zertifikat in Keltologie" zu erwerben. Dazu ist der Besuch zweier Seminare, Keltologie I und II, sowie eine Abschlussprüfung erforderlich.

In Trier gibt es derzeit die einzige Möglichkeit in der Euroregion (Rheinland-Pfalz, Saarland, Luxemburg, Lorraine, Wallonie), keltologische Lehrveranstaltungen in breiterem Umfang zu besuchen. Der Umfang beträgt 4–6 Semesterwochenstunden, ist also den Angeboten in Bonn und Marburg durchaus vergleichbar. Der Schwerpunkt in Trier liegt auf der interdisziplinären Forschung von Indogermanistik, Philologie, Geschichte und Archäologie sowie auf den antiken keltischen Sprachen. Zur Zeit können allerdings nur einzelne Veranstaltungen besucht werden, das Zusatzzertifikat (siehe dort) mit keltologischem Anteil ist im September 2016 leider ausgelaufen.

Keltologische Veranstaltungen erfreuen sich in Trier seit Jahren großer Beliebtheit. Workshops erhalten weit über die Grenzen des Faches, des Ortes und des akademischen Milieus hinaus hervorragenden Zuspruch.

Letzte Aktualisierung: 7. Oktober 2016

Das 2014 in Lavau (Aube) gefundene und 2015 ausgegrabene keltische Prunkgrab wurde inzwischen vom französischen Institut für präventive Archäologie (INRAP) näher untersucht. Das Grab enthält u.a. einen Kessel mit einem Dionysos-Kopf, einen Wagen, Goldschmuck und griechische Keramik.

Nähere Informationen (auf Englisch): http://www.ibtimes.co.uk/lavau-celtic-prince-2500-year-old-royal-tomb-starts-reveal-its-secrets-1623933 ARTE strahlt am 17. Juni, 20:50 h, eine Sendung dazu aus.

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