Der Kampf gegen die Salamanderpest

Die mitteleuropäische Amphibiendiversität ist durch ein neues, sich ausbreitendes Pathogen stark bedroht. Es handelt sich um den vermutlich aus Asien stammenden Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal. Er befällt Schwanzlurche, vor allem der Feuersalamander ist stark bedroht!

Die Ausbreitung des der Salamanderpest in Deutschland und die langfristigen Folgen werden derzeit in einem FuE-Projekt des Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier und Braunschweig sowie den Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und des Kreises Düren erforscht. Das Vorhaben mit dem Titel "Monitoring und Entwicklung von Vorsorgemaßnamen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium salamandrivorans ("Bsal") im Freiland" ist zum 1. Januar 2018 gestartet und läuft bis zum Jahr 2020.

Infizierter Feuersalamander aus Essen, die Hautläsionen („Löcher“) auf den Ohrdrüsen sind typische Anzeichen für eine Erkrankung mit Bsal (Foto: Tobias Rautenberg).

Nach Massensterben in den Niederlanden und Belgien ab 2010 hatte die Universität Trier zusammen mit den Biostationen Bsal in Deutschland erstmals 2015 festgestellt. Das europäische Kerngebiet des Pathogens liegt im Raum Eifel/Ardennen, mittlerweile ist Bsal aber auch darüber hinaus nachgewiesen, so auch in der Stadt Essen.

Ziel des FuE-Projektes ist es, zu bestimmen wie, wo und wie schnell sich Bsal bei Salamandern im Freiland ausbreitet, um seine Auswirkungen abzuschätzen. Zudem sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers in wildlebenden Beständen von Amphibien zu verhindern.

Zusätzlich ist die Universität Trier seit März 2017 der deutsche Kooperationspartner im EU-Projekt "Mitigating a new infectious disease in salamanders to counteract the loss of European biodiversity". Es läuft über 36 Monate und bindet sieben Staaten ein. Ziel ist es, vor allem auch mit ehrenamtlicher Hilfe, im bundesweiten Verbreitungsgebiet des Feuersalamanders auf Bsal-Befall zu untersuchen.

Link zur Pressemitteilung des BfN zum Projektstart 
Link zur EU-Projektseite.

Bsal Hotline: Prof. Dr. Stefan Lötters: 0651 / 201 4174; loetters [at] uni-trier.de