Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über die Titel, die groben inhaltlichen Züge sowie formale Aspekte der aktuell von den Mitgliedern der Professur angebotenen Lehrveranstaltungen. Bitte haben Sie Verständnis, dass dies nur eine vorläufige Orientierung bieten soll und sich diese Informationen bis zum Beginn der Veranstaltungen ändern können. Allgemeine Informationen zu den digitalen Semestern währen der Corona-Pandemie haben wir darüber hinaus hier für Sie zusammengestellt. Bei Fragen können Sie sich natürlich gerne per Email an uns wenden.

Dr. Marc Dietrich - Veranstaltungen im SoSe 2022

"Gesellschafts-Skandale: Fallstudien zu Aushandlungen in verschiedenen digitalen Arenen" (BA-Studienprojekt C)

In modernen Gesellschaft, die einem ständigen Prozess der Aushandlung sozialer Ordnung unterworfen sind, gehören Skandale zum etablierten Repertoire der Selbstvergewisserung und Selbstbeobachtung. Anhand von Skandalen werden Norm- und Ordnungsverstöße sichtbar in deren Folge verschiedene Formen der (Nicht-)Irritation herrschender symbolischer Ordnungen unterschieden werden können. Zum gesellschaftlichen Skandal gehört es – gerade unter Bedingungen der gesellschaftlichen Mediatisierung und Digitalisierung –, dass er feldübergreifend empörte und oder polarisierte Anschlusskommunikation erzielt. Daher stellen nicht nur die Anlässe des Skandals, sondern auch die sich anschließenden Aushandlungen (die den Skandal performativ erzeugen) soziologisch gehaltvolle Gegenstände der Analyse dar. Ein besonders geeignetes Feld zur Skandaluntersuchung (wenngleich nicht das einzige, das im Seminar behandelt werden kann), bildet die Pop(ulär)kultur.

Wer pop(ulär)kulturelle Produkte aus Sicht einer kultur- und mediensoziologischen Perspektive analysiert, betreibt im Grunde immer auch (kritische) Gesellschaftsanalyse. Die gesellschaftliche Relevanz popkultureller Produkte wie Musikvideos oder Spielfilme in den Blick zu bekommen, bedeutet dann, diese in den Zusammenhängen von Produkt, Produktion und Rezeption zu untersuchen. Besonders aufschlussreich sind hierbei jene Produkte, die für Skandale und Empörung sorgen, insofern diese als Hinweis auf die Irritation gesellschaftlich umstrittener Themen und Diskurse gelten können. Popkulturprodukte bilden Artefakte, die sich immerzu an soziokulturell bedeutsamen Ordnungskategorien (z.B. Ethnizität, Klasse, Geschlecht) abarbeiten – durch ihre populären Konstruktionen sind sie dann potenziell in der Lage, auf die Praktiken der Akteur*innen (und damit die Ordnungskategorien) zurückzuwirken. Ob und wie dies erfolgt, dass ist auf den verschiedenen Ebenen der Rezeption der Produkte, d.h. in der (medien- und publikumsseitigen) Anschlusskommunikation, rekonstruierbar.

Die Veranstaltung wendet sich an Studierende mit Interesse an intensiven und umfassenden Untersuchungen im Bereich digitaler Kultur. Weiter Grundvoraussetzungen bilden ein gesteigertes Interesse an Medien- und Kultursoziologie, qualitativer Forschung sowie generelle Affinität zu Pop(ulär)kultur.

"Szene und Identität im Kontext digitaler Popkultur" (BA-Seminar im Modul "Medien und Prozesse", Mi, 12-14h)

Innerhalb der sozial- und kulturwissenschaflichen Forschung zu Jugend und Jugendkulturen besteht weitgehend Konsens darüber, dass gerade die Zugehörigkeit zu musikorientierten Szenen gehörigen Einfluss auf die Sozialisation von Menschen hat. Szenen sind „posttraditionale Vergemeinschaftungsformen“ und „Gesellungsgebilde“, die als informelle „Sozialisationsagenturen“ nicht nur den Kompetenzerwerb stimulieren (Hitzler/Pfadenhauer 2004), sondern derart auf das Fühlen, Wollen und Handeln ihrer Mitglieder wirken, dass z.B. das „Punk- oder HipHop-Sein“ zum lebenslangen Prozess wird. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, innerhalb derer Juvenilität ein Trend (Hitzler/Niederbacher 2010) und die Jugend ohnehin entgrenzt ist (Ferchhoff/Dewe 2016) sowie einer Kulturindustrie, die dies längst erkannt und kommerziell erschlossen hat, ist die Analyse von Szeneidentitäten dann auch als besonderer Beitrag zu einer breiter orientierten Kulturanalyse zu betrachten. Im Zentrum der Veranstaltung steht die theoretische und methodische Untersuchung von Kommunikationen, die als szene- und identitätskonstitutive Aushandlungsprozesse gedeutet werden können, wobei diese in verschiedenen digitalen Arenen lokalisiert sind und als Teile einer postdigitalen Jugendkultur verstanden werden können.

"Qualitative Methoden der Medienanalyse: Etablierte Ansätze und neue Herausforderungen" (MA-Seminar im Modul "Medien und Öffentlichkeit", Do, 10-12h)

Über die Frage, wie groß das Spektrum jener qualitativen Methoden ausfällt (Ayaß 2018), die die Mediensoziologie genuin entwickelt hat (und welche genau dazu gehören und unter welchen Bedingungen), darüber lässt sich sicher streiten. Fest steht jedenfalls, dass Mediensoziolog*innen schon traditionell mit anspruchsvollen Datentypen (wie visuellen und audiovisuelle Produkten) konfrontiert sind und eine vertiefte Methoden-Beschäftigung (mit Blick auf eigene Studien oder die Einordnung anderer) zum Kerngeschäft gehören sollte. In den letzten Jahren ist es v.a die stark ausdifferenzierte digitale Medienlandschaft und Medienkultur, die Fragen der methodisch-methodologischen Erschließung auf die Agenda der Soziologie setzt. Die Veranstaltung zielt auf die Reflexion und Erprobung klassischer Methoden zur Erhebung und Analyse mediensoziologisch relevanter Daten anhand von Themen und Gegenständen, die im Rahmen der Veranstaltung festgelegt werden können.

Dr. Gerrit Fröhlich - Veranstaltungen im SoSe 2022

"Digitale Plattformen, Kulturen und Sozialfiguren" (BA-Seminar im Modul "Vertiefung I")

In digitalen Plattformen kreuzen sich soziale, mediale, ökonomische, politische und technisch-infrastrukturelle Aspekte, die im Zuge des Basisseminars erarbeitet werden sollen. Unter Plattformen werden standardisierte digitale Systeme und ihr Hard- und Softwaredesign verstanden. Diese digitalen Systeme können soziale Netzwerke wie Twitter, Twitch und Facebook umfassen, aber auch Entertainmentplattformen wie Netflix oder Youtube, Handelsplattformen wie eBay oder Amazon, Vermittlungsplattformen wie Uber oder Airbnb, Computer- und Videospielsysteme wie den Atari oder den Nintendo Gameboy, Programmierumgebungen, aber auch Lernplattformen und vieles mehr. Anne Helmond (2018) bezeichnet den Aufstieg der Plattformen als „the dominant infra-structural and economic model of the social web“. 
Aus Sicht der medienwissenschaftlich geprägten „Platform Studies“ stehen diese (nicht zuletzt technischen) als Plattformen bezeichneten Standardisierungen in einem engen Verhältnis zu dem Kulturen, denen sie entstammen, aber auch den Kulturen, die sich auf diesen Plattformen bilden. Darum kann die mediensoziologische Analyse digitaler Plattformen, die im ersten Teil des Seminars stattfinden soll, Rückschlüsse auf (Online-)Kulturen ermöglichen. Im zweiten Teil des Seminars sollen auf dieser Basis verschiedene (u.a. netnografische) Studien zu digitalen Kulturen im Mittelpunkt stehen, bevor im dritten Teil dann schließlich einzelne Sozialfiguren (möglicherweise „Influencer:in“, „Gamer:in“, „Troll“ etc.) dieser digitalen Kulturen herausgearbeitet und analysiert werden sollen.

"Einführung in die Mediensoziologie" (Proseminar im Modul "Soziologisches Propädeutikum)

Die Mediensoziologie beschäftigt sich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen (Massen-)Medien und Gesellschaft. Das betrifft einerseits die Frage danach, was Medien (und ihre Inhalte) mit Menschen machen, welche Wirkungen also beispielsweise der Buchdruck, das Fernsehen oder auch die Verbreitung des Internets (und die jeweiligen Inhalte) auf gesellschaftliche Strukturen haben. Und das betrifft andererseits die Frage danach, was Menschen mit Medien machen, aus welchen Motivationen sich Rezipient:innen also welchen Medien und welchen Inhalten zuwenden und wie sie die Rezeption (mit-)bestimmen. Im Rahmen des Proseminars werden verschiedene Facetten dieser Wechselwirkung von (Massen-)Medien und Gesellschaft beleuchtet: Was bedeutet Mediatisierung? Ist „das Medium die Botschaft“, oder kommt es nicht eher auf die Inhalte an? Warum steigt zwar das verfügbare Wissen (und die Chance, auf das Wissen zugreifen zu können) insgesamt scheinbar an, während sich aber die Wissenskluft zugleich weiter vergrößert? Und brachte das Internet nun endlich die Lösung hierfür? Warum bestimmt Goethes „Werther“, wie über Selbstmorde berichtet wird, und was hat es mit Gewalt in Videospielen auf sich? Warum ist die Analyse von „trivialer“ Popkultur als Arena eines politischen Kulturkampfes notwendig? Und kann man sich überhaupt gegen eine Vereinnahmung durch die „Kulturindustrie“ wehren? 

Formalia
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die erfolgreiche Teilnahme am ersten Propädeutikum.

"Interdisziplinäre Perspektiven auf digitale Spiele" (BA-Seminar im Modul "Medien und Prozesse")

Erste Varianten digitaler Spiele existieren bereits seit den 1950er Jahren. In den 1970er Jahren kam es bereits zu einem ersten „goldenen Zeitalter“ der Videospiele und ihrer Industrie („Space Invaders“, „Asteroids“ etc.). Und auch die Game Studies - die wissenschaftliche Erforschung digitaler Spiele - haben ihre Ursprünge Anfang der 1970er Jahre und sind seit den 1990er Jahren zunehmend etabliert. Im Rahmen des Spezialisierungsseminars sollen einerseits verschiedene interdisziplinäre Grundlagen diese Forschungszweigs beispielsweise aus Philosophie, Medienwissenschaft und Literaturwissenschaft vermittelt werden. Im weiteren Verlauf sollen aber vor allem (medien-, kultur- und technik-)soziologische Perspektiven auf das Medium, seine Inhalte und seine kulturellen Kontexte eröffnet werden, die neben inhaltlichen Aspekten vor allem der medialen Eigenlogik digitaler Spiele Rechnung tragen. Wodurch zeichnen digitale Spiele sich im Vergleich zu anderen Medien aus? Wie hängen Spiel und Gesellschaft zusammen und was ist der „Wirklichkeitsstatus“ eines (digitalen) Spiels und seine Regeln? Sollten digitale Spiele eher auf Basis ihrer Mechaniken oder ihrer Geschichte analysiert werden? Wie lässt sich das Zusammenspiel von Technik und sozialen Akteuren techniksoziologisch beschreiben? Wodurch zeichnen sich die Gemeinschaften aus, die sich rund um digitale Spiele gebildet haben? Wie wirkt sich Gewalt in digitalen Spielen aus und wodurch waren öffentlichen Debatten in den letzten Jahrzehnten bestimmt? Wie lässt sich die Pathologisierung von Spielsucht in einen soziologischen Kontext einordnen? Welche Erkenntnisse bringt eine Analyse der Geschlechterrollen in digitalen Spielen? Und nicht zuletzt: Wie (und warum) finden Mechaniken digitaler Spiele wiederum Einzug beispielsweise in den Alltag und die Arbeitswelt?
Nach dem ersten inhaltlichen Block, in dessen Zuge gemeinsam ein Basiswissen rund um die Game Studies erarbeitet wird, sollen im weiteren Verlauf von den Teilnehmer:innen Schwerpunktthemen erarbeitet und vorgestellt werden, um der Bandbreite möglicher Ansätze gerecht zu werden. Diese Schwerpunktthemen können je nach Interesse der Teilnehmer:innen unter anderem folgende Aspekte umfassen: Artefakte und Interfaces, geschlechtersoziologische Perspektiven auf Inhalte und Produktionsbedingungen digitaler Spiele, techniksoziologische Perspektiven auf das Zusammenspiel von Game Engines und Kreativität in der Spielebranche oder auch raumsoziologische Analysen digitaler Räume in Spielen. Weitere mögliche Themenfelder sind darüber hinaus die Strukturen der Spiele-/E-Sport-Communities, die Debatten um Gewalt im Spiel, die Potentiale von Serious Games zur kritischen Reflexion realer gesellschaftlicher Muster, die Ausweitung von Regierungs- und Selbsttechnologien mittels Gamification und viele mehr.

Formalia
Die erfolgreiche Teilnahme bildet die Voraussetzung für die Teilnahme an der Klausur im Spezialisierungsmodul „Medien und Prozesse“

 


Vergangene Semester

Lehrangebot im Wintersemester 2021/22

Informationen bezüglich der digitalen Lehre finden Sie hier.

Vertr.-Prof. Dr. Marc Dietrich

Pop und Skandalisierung. Mediensoziologische Analysen von Popkulturmedien und ihren Rezeptionen
MA-Seminar im Modul "Vertiefung Medien- und Kulturanalyse"

Mediensoziologische Zugänge zu Texten und (Bewegt-)Bildern: Theorien und Methoden
MA-Seminar im Modul "Medien und Öffentlichkeit"

Rap, Rassismus, digitale Arenen der Aushandlung
BA-Seminar im Modul "Medien und Prozesse"

Einführung in die Mediensoziologie
BA-Seminar im Modul "Soziologisches Propädeutikum"

 

Dr. Gerrit Fröhlich

Digitale Kommunikation
Vorlesung im Modul "Medien und Prozesse"

Politik und Ästhetik digitaler Clipkulturen
Forschungsprojekt im Master "Medien- und Kultursoziologie"

Lehrangebot im Sommersemester 2021

Informationen bezüglich der digitalen Lehre finden Sie hier.

Vertr.-Prof. Dr. Anja Peltzer

Medien der Überwachung
BA-Seminar im Modul "Medien und Prozesse"

Terror im Kino
MA-Seminar im Modul "Medien und Öffentlichkeit"

Einführung in die Mediensoziologie 
BA-Seminar im Modul "Soziologisches Propädeutikum"

Politik und Ästhetik digitaler Clipkulturen
MA-Forschungsprojekt

 

Dr. Gerrit Fröhlich

Kulturgeschichte der Digitalisierung
MA-Seminar im Modul "Medien und Öffentlichkeit"

Perspektiven der Mediensoziologie
BA-Seminar im Modul "Soziologisches Propädeutikum"

Lehrangebot im Wintersemester 2020/21

Informationen bezüglich der digitalen Lehre finden Sie hier.

Vertr.-Prof. Dr. Anja Peltzer

Black Cinema. Rassismus im Kino.
MA-Seminar im Modul „Medien- und Kulturanalyse“

Mediensoziologie: Perspektiven, Methoden, Theorien
MA-Seminar im Modul "Medien und Öffentlichkeit"

Digitale Kommunikation 
BA-Vorlesung im Modul "Spezialisierung IV - Medien und Prozesse"

Einführung in die Mediensoziologie 
BA-Seminar im Modul "Soziologisches Propädeutikum"

 

Dr. Gerrit Fröhlich

Medien und Identität 
BA-Seminar im Modul "Spezialisierung IV - Medien und Prozesse"

Die Corona-Pandemie: Alltag in der Krise, Krise in den Medien
MA-Forschungsprojekt, gemeinsam mit Dr. Daniel Bischur

Lehrangebot im Sommersemester 2020

Informationen bezüglich der digitalen Lehre finden Sie hier.

Vertr.-Prof. Dr. Anja Peltzer

World Cinema. Film und Globalisierung
Seminar im MA, Modul "Medien und Öffentlichkeit"
Dienstags, 14-16h, C401 [DIGITAL]

Einführung in die Mediensoziologie
Proseminar
Mittwochs, 12-14h, HS 1 [DIGITAL]

Bad Banks: Finanzökonomie im Film
Seminar im BA, Modul "Spezialisierung IV - Medien und Prozesse"
Mittwochs, 10-12h, C401 [DIGITAL]

#reclaimthetruth. Digitale Kommunikation zwischen Fakten und Fiktionen 
Seminar im BA, Modul "Spezialisierung IV - Medien und Prozesse"
Dienstags, 16-18h, C429 [DIGITAL]

 

Dr. Gerrit Fröhlich

Die Corona-Pandemie: Alltag in der Krise, Krise in den Medien
Forschungsprojekt im MA, gemeinsam mit Dr. Daniel Bischur
Mittwochs, 08-12h, C01 [DIGITAL]

Materialität des Digitalen
Seminar im MA, Modul "Medien und Öffentlichkeit"
Donnerstags, 16-18h, B19 [DIGITAL]