Law&TechTalks

Während der Vorlesungszeit finden in regelmäßigen Abständen die Law&TechTalks statt, in denen Zusammenhänge zwischen dem Recht, seinem Studium und der Digitalisierung hergestellt und beleuchtet werden. Als Kooperation des Legal Tech Trier e.V.und des Instituts für Recht und Digitalisierung richten sie sich an Studierende und insbesondere an diejenigen, die über den Tellerrand des auf den ersten Blick eher analogen Studiums hinausblicken möchten. Denn die Digitalisierung macht auch vor dem Recht nicht halt. Und dieser Prozess ist ganz schön spannend.

LTT x IRDT
Law&TechTalks

Im WiSe 2022/23 freuen wir uns auf spannende Gespräche:

15.11.22 | 18 Uhr in C 3 | mit Dr. Wendelin Neubert

Wendelin Neubert

Wendelin Neubert ist Mitgründer von Jurafuchs und hat damit schon den Lernalltag vieler Studierender geprägt und (teils) digitalisiert. Was ihn dazu brachte und wie er es geschafft hat, mit dieser Idee Jura und Digitalisierung zu vereinbaren, erklärt er im Gespräch.

10.01.23 | 18 Uhr in C 3 | mit Niklas Wais

Niklas Wais

In dem von Niklas Wais (Doktorand Universität Leipzig) geleiteten Workshop zu „Legal Data Science“ wird es um die öffentliche Verfügbarkeit von juristischen Daten (insb. Gerichtsentscheidungen), taugliche Analyseverfahren und den aktuellen Stand der Forschung zu den Möglichkeiten der Datenauswertung gehen.


15.11.22 | Dr. Wendelin Neubert

Law&TechTalk

Der erste Law&TechTalk war ein voller Erfolg - vielen Dank an alle Teilnehmenden!

Im Gespräch wurden viele wissenswerte Aspekte des Studiums sowie des späteren Berufslebens angeschnitten. Ausgangspunkt war Digital Learning, wozu wir mit Dr. Wendelin Neubert, einem Mitgründer der Lernapp Jurafuchs, den perfekten Gesprächspartner gewinnen konnten. Er erzählte von seinem persönlichen, nicht ganz üblichen Werdegang vom Anwalt in einer Großkanzlei zum Unternehmer und gab uns nahbar Einblicke in seine dahinter liegenden Beweggründe.
Zudem zeigte er anhand der App, wie Jura zwar nicht von seiner Komplexität befreit, aber systematisch und mit didaktischen Methoden spielerisch zugänglich gemacht werden kann. 
Das Gespräch schloss mit einer angeregten Diskussion über die Problematik der Angst sowohl vor als auch im Jurastudium, zu deren Gründen sehr lebhaft und unter Abbildung verschiedener Perspektiven diskutiert wurde. 

Damit ist ein guter Grundstein gelegt und wir freuen uns auf viele weitere interessante Gespräche!


10.01.23 | Niklas Wais

Auch unser zweiter Law&TechTalk konnte in puncto Diskussionsfreudigkeit an den ersten anknüpfen: Niklas Wais weihte uns die Geheimnisse der Data Science ein und zeigte uns, wie man Wissen aus vorhandenen Datenquellen extrahiert. Rechtlich ist das Ganze zur Beantwortungen juristischer Fragestellungen und zur Analyse von Daten aus juristischen Kontexten nutzbar.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung zeigte Niklas uns auch direkt die Praxistauglichkeit dieser interdisziplinären Methode. Er bewies anhand einer Datenanalyse, dass Gesetze im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit immer komplexer werden. Dabei zeigt sich aber schon ein Kernproblem der Legal Data Science: Es gibt nicht genügend (maschinenlesbare) Daten. Insbesondere bei Gerichtsentscheidungen besteht Nachholbedarf bei der Bereitstellung maschinenlesbarer Inhalte, was zwischendurch schon zu einer kurzen Diskussion um die Veröffentlichungspflicht von Gerichtsurteilen führte.

Anschließend zeigte uns Niklas eindrucksvoll noch weitere Anwendungsfelder der Data Science im Rechtskontext - hauptsächlich liegen diese in der empirischen Forschung. Mithilfe eines selbst geschriebenen Tools untersuchte Niklas über eine halbe Million Gerichtsentscheidungen auf terminologische Unterschiede zwischen Standard- und Fachsprache. Die Ergebnisse konnte er uns in sogenannten Wortvektor-Modellen anschaulich präsentieren. Lesetipp: Behnke/Wais, ZfDR 2022, 35-52.

Abschließend wurde ein Ausblick auf die Nutzung von Daten durch KI im Rahmen von Prädiktionssystemen gegeben: Bereits heute ist es möglich, mit Hilfe statistischer Berechnungen auf Basis von Daten aus Gerichtsurteilen Vorhersagen über den Ausgang zukünftiger Urteile zu treffen. Allerdings sind die Trefferquoten (noch) relativ gering - was vor allem auch mit dem oben angesprochenen Problem der mangelnden Maschinenlesbarkeit von Gerichtsurteilen zusammenhängt. Abhilfe könnten hier API-Schnittstellen schaffen, deren Umsetzung bei der Veröffentlichung von Gerichtsentscheidungen ebenfalls Gegenstand unserer Abschlussdiskussion war.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und schließen damit vorerst eine rundum gelungene Veranstaltungsreihe ab, die wir im nächsten Semester gerne fortsetzen werden!