Swantje Köhler, M.A./ M.Ed.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Kontroverse Diskurse. Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990" 

 

Vita

  • ab Juni 2026: PostDoc im DFG-Projekt Die politische Sprache der Wehrhaftigkeit in Deutschland 1871–1990.
     
  • seit September 2022: Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte in der Abteilung Germanistische Linguistik der Universität Trier (Prof. Dr. Martin Wengeler)
     
  • Juni 2022 – Mai 2026: Doktorandin im DFG-Projekt Kontroverse Diskurse. Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990Teilprojekt: Freiheit & Sicherheit.
     
  • 2016–2022: Studentische und wissenschaftliche Hilfskraft an den Instituten für Germanistik (Linguistik, Prof. Dr. Wolf-Andreas Liebert), Geschichte (Neuere/Neueste Geschichte: Prof. Dr. Christian Geulen, Prof. Dr. Bernhard Stier) und der Zentralen Gleichstellungsbeauftragten (Prof. Dr. Helga Arend) der Universität Koblenz-Landau
     
  • 2014–2022: Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft, Biologie und Bildungswissenschaften an der Universität Koblenz-Landau

 

Arbeitsschwerpunkte

Diskurslinguistik, Linguistische Diskursgeschichte, Zeitgeschichte, kulturwissenschaftlich-hermeneutische Linguistik, Politolinguistik

 

Dissertation

Zeitenwenden der Verantwortung. Außenpolitische Debatten seit 1990 im Zeichen politischer Selbstvergewisserung.

In meiner Dissertation (ersch. 2026 bei Campus) habe ich – eingebettet in das DFG-geförderte Projekt Kontroverse Diskurse. Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990  – untersucht, wie sich das außenpolitische Selbstverständnis Deutschlands seit 1990 in Debatten über militärische Lösungen internationaler Kriege und Konflikte herausbildete. Im Zentrum steht der Frame Verantwortung, der diskurshistorisch vergleichend analysiert wird. Anhand der Analyse der Debatten um den Zweiten Golf-Krieg (1990/91), um den Kosovo-Krieg (1998/99), um den “Krieg gegen den Terror” in Afghanistan (2001) und die Waffenlieferungen an die Ukraine (2022) zeige ich, wie Verantwortung seit 1990 in zentralen außenpolitischen Kontroversen eingesetzt wird, um militärisches Handeln zu legitimieren, und welche Vorstellungen deutschen Selbstverständnisses sich in diesen Debatten rekonstruieren lassen.

 

Aktuelles Projekt

Die politische Sprache der Wehrhaftigkeit in Deutschland 1871–1990.

Im DFG-geförderten Projekt Die politische Sprache der Wehrhaftigkeit in Deutschland 1871–1990 untersuche ich als Linguistin gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Wengeler und den Historikern Prof. Dr. Wolfram Pyta und Dr. Sebastian Rojek wie in Deutschland zwischen 1871 und 1990 über Wehrhaftigkeit gesprochen wurde und wie solche Diskurse politische Entscheidungen in Verteidigungs-, Rüstungs- und Kriegskontexten geprägt haben. Im Zentrum stehen parlamentarische und öffentliche Debatten in verschiedenen politischen Systemen sowie die Frage nach Kontinuitäten und Brüchen in der sprachlichen Konstruktion von Bedrohung, Verteidigung und Nation. Interdisziplinär verbindet das Vorhaben geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf politische Entscheidungsprozesse mit einer diskurslinguistischen Rekonstruktion der sprachlichen Muster und Wissensordnungen, durch die Wehrhaftigkeit in unterschiedlichen historischen Konstellationen diskursiv konstruiert und politisch wirksam wurde.

 

Publikationen

Köhler, Swantje (i. Vorb.): Zeitenwenden der Verantwortung. Außenpolitische Debatten seit 1990 im Zeichen politischer Selbstvergewisserung. Frankfurt a.M./New York: Campus.

Köhler, Swantje (i. Vorb.): Verantwortungszäsuren der Berliner Republik. In: Archiv für Sozialgeschichte, Bd. 66 (2026).

Kern, Lesley-Ann/Johnson, Patrick/Kiemes, Carina/Köhler, Swantje/Schröder, Erik/Ventre, Davide (i. Vorb.): Gefahr und Handlung in kontroversen Diskursen. Diskursübergreifende Analyse des Gefahren-Topos.

Köhler, Swantje/Schröder, Erik (i. Vorb.): Legitimation durch Vergleich. EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine als innovativer Gegenstand einer Vergleichenden Diskursanalyse. In: Dreesen, Philipp/Csatár, Péter/Péteri, Attila (Hrsg.): Standards und Innovationen in der Vergleichenden Diskursanalyse.

Schröder, Erik/Kern, Lesley-Ann/Köhler, Swantje (2025): Komplexität des Politischen. Zur Rolle und Entwicklung der Politolinguistik. In: Sprachwissenschaft 50(2), S. 135–143.

Köhler, Swantje/Kern, Lesley-Ann/Schröder, Erik (2025): Positionierung und Identität. Eine diskurslinguistische Erweiterung der Positionierungstheorie. In: Sprachwissenschaft 50(1), S. 3–27.

Köhler, Swantje/Johnson, Patrick David (2025): Tagungsbericht: Sprache in der „Berliner Republik“. Jahrestagung 2024 des Forschungsnetzwerks Sprache und Wissen, Heidelberg, 25.-27.09.2024. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik, 53(2), S. 476–488. https://doi.org/10.1515/zgl-2025-2017 

Köhler, Swantje (2025): Zeitenwenden seit 25 Jahren? Deutsche Legitimationspraktiken in Bezug auf Auslandseinsätze. In: Vujčić, Nikola/Tanasković, Tanja (Hrsg.): Das Jahr 1999 – Der Mediendiskurs über die NATO-Bombardierung Jugoslawiens in Deutschland und Serbien. Diskursanalytische Perspektiven. Hamburg: Dr. Kovač (= PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Bd. 285). S. 93–117.

Köhler, Swantje (2025): Eine »Investition« in Freiheit und Sicherheit? Die diskurssemantische ›Freiheit und Sicherheit‹ in der Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine. In: Muttersprache, 135. Jahrgang, Heft 2-3, S. 136–145. https://doi.org/10.53371/61302

Köhler, Swantje (2022): Das Verhältnis ›Freiheit‹ und ›Sicherheit‹ als diskurssemantische Grundfigur in außen- und sicherheitspolitischen Debatten seit 1990. Eine methodologische Reflexion. Vortrag auf dem Politolinguistischen Nachwuchskolloquium der AG Sprache in der Politik: Aktuelle politolinguistische Forschungen, 07.10.2022, Universität Marburg. Unter: Website des DFG-Projekts ‚Kontroverse Diskurse‘. 2022. https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb2/GER/Bilder_Wengeler/DFG_Projekt/Koehler_Marburg-Vortrag.pdf (Zuletzt geöffnet am: 09.02.2023).

 

Vorträge

Verantwortung in außenpolitischen Debatten der ›Berliner Republik‹ (1990–2022). Eine diskurslinguistische Analyse. Vortrag im Forschungskolloquium der Neueren Geschichte von Prof. Dr. Wolfram Pyta, 21.04.2026, Universität Stuttgart.

Verursachung und Verantwortung in Umwelt- und Friedensdiskursen. Vortrag auf der Tagung Sprachgeschichte als Zeitgeschichte seit 1990. Zwischenbilanz der DFG-Forschungsgruppe „Kontroverse Diskurse“07.11.2025, Universität Trier. (gemeinsam mit Patrick Johnson)

Verantwortungszäsuren der ›Berliner Republik‹. Diskursive Praktiken in außenpolitischen Debatten seit 1990. Vortrag auf der Autor*innentagung für das Archiv für Sozialgeschichte, Bd. 66 (2026): Sozial- und Kulturgeschichte der Gegenwart. Gesellschaftlicher Wandel seit 1990, 26.06.2025, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin.

Inszenierte Transformationen und »Zeitenwenden«.Historische Selbstverortungen der BRD in außen- und sicherheitspolitischen Debatten seit 1990. Vortrag im Sprachwissenschaftlichen Forschungskolloquium von Prof. Dr. Kersten Sven Roth, 21.01.2025, Otto-v.-Guericke-Universität Magdeburg.

»Unsere neue Verantwortung« – Wie die ›Berliner Republik‹ erwachsen wurde (oder es immer noch werden will). Legitimationspraktiken in Debatten um Bundeswehr-Einsätze von 1990 bis 2022. Vortrag auf der Tagung des Forschungsnetzwerkes „Sprache und Wissen“ Sprache in der „Berliner Republik“, 26.09.2024, Universität Heidelberg.

»Die Ukraine gehört zur europäischen Familie«. Europäische Identitätskonstruktionen zwischen russischem Angriffskrieg und ukrainischem EU-Beitritt. Vortrag auf der Tagung Quo vadis, vergleichende Diskurslinguistik? Bestandsaufnahmen, Synergien, Tendenzen, 06.09.2024, Eötvös-Loránd-Universität Budapest. (gemeinsam mit Erik Schröder)

Eine »Investition« in Freiheit und Sicherheit? Die diskurssemantische ›Freiheit und Sicherheit‹ in der Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine. Vortrag auf der Tagung des DAAD-Hochschuldialogs mit Südeuropa 2023/2024: Krieg und Frieden in Europa. Linguistische Analyse sprachlicher Positionierungshaltungen in den öffentlichen Diskursen Deutschlands und Italiens, 19.09.2023, Villa Vigoni, Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog, Menaggio.

Das Verhältnis zwischen ›Freiheit‹ und ›Sicherheit‹ als diskurssemantische Grundfigur in außen- und sicherheitspolitischen Debatten seit 1990. Eine methodologische ReflexionVortrag auf dem Politolinguistischen Nachwuchskolloquium der AG Sprache in der Politik: Aktuelle politolinguistische Forschungen, 07.10.2022, Universität Marburg.

 

Wissenschaftskommunikation

Konzeption des Exponats "Freiheit in der politischen Sprache" auf der "MS Wissenschaft" im Wissenschaftsjahr 2024 (im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung). Hier geht es zur Kurzbeschreibung unseres Exponats und zur Übersicht aller Mitarbeitenden an dem Projekt.

 

Tagungsorganisation

Internationales und interdisziplinäres Politolinguistisches Nachwuchskolloquium der AG Sprache in der Politik. 27. – 28. März 2025. Universität Trier (gemeinsam mit Erik Schröder und Lesley-Ann Kern).

Workshop der Graduiertenplattform des Netzwerks Sprache und Wissen. 25. September 2024. Universität Heidelberg (gemeinsam mit Carina Kiemes).

 

Lehre

WiSe 2024/25: Seminar „Sprache und Außenpolitik“ (gemeinsam mit Erik Schröder)

SoSe 2024: 

  • Seminar „Grundlagen der Sprachwissenschaft“
  • Seminar „Die Verteidigung unserer Werte. Debatten um Bundeswehreinsätze seit 1990“

WiSe 2023/24: Seminar „Grundlagen der Sprachwissenschaft“

SoSe 2023: Seminar „Grundlagen der Sprachwissenschaft“

WiSe 2022/23: Seminar „Kulturlinguistik“

 

Mitgliedschaften

  • Arbeitsgemeinschaft Sprache in der Politik
  • Forschungsnetzwerk Sprache und Wissen
  • Graduiertenplattform Sprache und Wissen
  • Gesellschaft für Angewandte Linguistik e.V.
  • KULI – Kulturbezogene und kulturanalytische Linguistik
  • LinguisticA e.V. – Berufsverband für Linguistinnen