Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier: Kettly Mars

(Foto: © Pascal Hée)


Kettly Mars
L'heure hybride / Die zwielichtige Stunde

VHS Trier, 17.10.2018, 19:00 Uhr
Domfreihof (Beletage), Eintritt frei


 

In Zusammenarbeit mit dem Litradukt Verlag, der Volkshochschule und dem Bureau du livre des Institut français laden Dr. Christine Felbeck und Prof. Dr. Andre Klump vom America Romana Centrum der Universität Trier zu einer zweisprachigen Lesung der haitianischen Schriftstellerin Kettly Mars ein. Die Veranstaltung ist der sechste Teil einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen.

Die am 3. September 1958 in Port-au-Prince geborene Kettly Mars wurde in Haiti zunächst als Lyrikerin bekannt (Feu de miel, 1997; Feulements et sanglots, 2001). Mit ihren Romanen Kasalé (2003), L’heure hybride (2005) und Fado (2008), der als erstes ihrer Werke ins Deutsche übersetzt wurde, machte sie sich bereits weltweit einen Namen. Ihr während der Duvalier-Diktatur spielender Roman Saisons sauvages (2010; Wilde Zeiten, 2012) wurde in der FAZ sogar als „Meilenstein auf dem Weg Haitis zur Aufarbeitung seiner Vergangenheit“ (Hans-Christoph Buch) gewürdigt. Mit Au frontières de la soif (2013) und Je suis vivant (2015) wendet sich Kettly Mars schonungslos der konkreten Gegenwart Haitis nach dem Erdbeben zu.

In Trier liest Kettly Mars, die als eine der bedeutendsten haitianischen Gegenwartsautorinnen vielfach ausgezeichnet wurde und mit ihren Büchern mehrfach auf Bestenlisten vertreten war, ausgewählte Passagen aus ihrem Werk L’heure hybride (2005)/Die zwielichtige Stunde (2018). Wie in allen Romanen von Kettly Mars zeichnet sich auch dieser, dem der Prix Senghor de la Création littéraire zuerkannt wurde, durch eine „überraschend direkte Beschreibung gesellschaftlicher Tabuzonen“ (Andrea Pollmeier, Faustkultur) aus, ohne ins Voyeuristische abzugleiten. Die deutschen Übersetzungen aus dem Trierer Litradukt Verlag präsentiert Anna Cäcilia Weinand.

Kontakt: arc@uni-trier.de, www.america-romana.de
 

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Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier: James Noël

James Noël:
Die größte der Raubkatzen.
Ausgewählte Gedichte Le plus grand des félins.
Poèmes choisis

05.06.2018, 19:00 Uhr,
VHS Trier, Domfreihof (Raum 05) Eintritt frei                                                                                                                                                                

In Zusammenarbeit mit der DFG-Kolleg-Forschergruppe „Lyrik in Transition“, dem Litradukt Verlag und der Volkshochschule Trier laden Dr. Christine Felbeck und Prof. Dr. Andre Klump vom America Romana Centrum der Universität Trier zu einer zweisprachigen Lesung des haitianischen Schriftstellers James Noël ein. Die Veranstaltung ist der fünfte Teil einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen.
Der 1978 geborene James Noël gehört zu den bekanntesten und bedeutendsten Gegenwartslyrikern Haitis. Sein kreolisches Gedicht „Bon nouvél“ (Die gute Nachricht), vertont von Wooly Saint-Louis Jean, machte ihn schlagartig berühmt. Noël, der nach eigener Aussage schreibt, um „seinen Körper von Wortlast zu befreien, um leicht wie Papier zu werden“, ist Autor von über zehn Büchern in kreolischer und französischer Sprache, darunter die Gedichtbände Poèmes à double tranchant (Paris, 2005), Le sang visible du vitrier (Montreal, 2007), Le pyromane adolescent (Montreal, 2013) sowie der Roman Belle Merveille (Honfleur, 2017).
Er war Stipendiat der Villa Medici in Rom, wurde vielfach ausgezeichnet, darunter der renommierte Prix de Poésie des Ecrivains Français d’Amérique, und ist Herausgeber der wichtigsten Anthologie zur zeitgenössischen haitianischen Lyrik. Im Januar 2018 wandte sich James Noël in einem vielbeachteten offenen Brief an Donald Trump, nachdem dieser u.a. Haiti als „Drecksloch“ bezeichnet hatte.
In Trier liest James Noël aus dem noch druckfrischen Gedichtband Le plus grand des félins/Die größte der Raubkatzen (2018). Die für seine erste Veröffentlichung in deutscher Sprache zusammengestellten Gedichte und Prosapoem-Ausschnitte haben viele Gesichter: Es ist die Rede vom Großen Bären, der im „irren Firmament“ über der Stadt haust, vom „Hintern Gottes“, an dem sich aus Müll erbaute Wolkenkratzer versuchen, vom „Zeugenauge des Zyklons“ und anderen katastrophalen Ansichten.
Neben Wortgefechten gegen Mauern und anderen Skandalen der Unfreiheit finden sich Hymnen auf die Schönheit, erstaunliche – schwankende, fröstelnde, parodistische – Notizen eines Flaneurs der nomadischen Globalisierung. Und nicht zuletzt blitzt aus diesem Gedichtband das Antlitz des Löwen hervor. James Noël, der „lexikalisches Kungfu, Kampfpoesie betreibt“ (Julien Delmaire), stellt sich im Anschluss an die Lesung gerne den Fragen des Publikums.

 

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Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier: Gary Victor

In Zusammenarbeit mit dem Litradukt Verlag und der Volkshochschule luden Dr. Christine Felbeck und Prof. Dr. Andre Klump vom America Romana Centrum der Universität Trier zu einer zweisprachigen Lesung des haitianischen Schriftstellers Gary Victor ein. Die Veranstaltung war der vierte Teil einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen. Der 1958 in Port-au-Prince geborene Gary Victor, von Beruf ursprünglich Agrarwissenschaftler, ist heute der im eigenen Land populärste und zugleich subversivste haitianische Gegenwartsautor Haitis. Außer Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, für die er mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde (u.a. Prix du livre RFO, Prix littéraire des Caraïbes), schreibt er auch Beiträge für Rundfunk und Fernsehen, die in Haiti regelmäßig für Aufregung sorgen. Victors Werke zeugen von seiner überreichen Phantasie ebenso wie von seinem scharfen, bisweilen makabren Blick auf die Gesellschaft. Im deutschsprachigen Raum wurde er vor allem durch die Kriminalromane um Inspektor Azémar, dem Dirty Harry von Port-au- Prince, bekannt. Seine Krimis Schweinezeiten und Soro konnten sich auf der Bestenliste der ZEIT und der Litprom Weltempfänger platzieren. „Ein Autor, von dem man gern mehr lesen würde“, schrieb der Münchner Merkur. Der Wunsch kann in Trier erfüllt werden. Bei seinem ersten Auftritt in Deutschland präsentiert Gary Victor seinen neuesten Vodoo-Krimi, der im Trierer Litradukt Verlag erschienen ist: Inspektor Dieuswalwe Azémar ist ein Ausnahmepolizist, der die abstrusesten Fälle aufgeklärt hat. Da er sich aber der allgemeinen Korruption verweigert, gilt er als Versager, dem nur noch der Alkohol Trost spenden kann. Aus seiner Vorliebe für den aromatisierten Zuckerrohrschnaps namens soro hat der Inspektor in der Tat nie einen Hehl gemacht, weshalb ihn die ihm von seinem neuen Vorgesetzten verordnete Entziehungskur auch besonders hart trifft. Ausgerechnet in seinem entzugsgeschwächten Zustand wird er mit einem neuen Fall konfrontiert, der ihm alles abverlangt. Die Spur führt zum UN-Militärkontingent in Haiti. Was verbirgt sich hinter dem angeblichen Selbstmord eines Generals? Wer hat den Sohn einer der mächtigsten Familien des Landes entführt? Was hat der Bandenchef mit dem seltsamen Namen Raskolnikow damit zu tun? Als Azémar begreift, wie alles zusammenhängt, kann er sich ein weiteres Mal nur auf seine Beretta und seine Reflexe verlassen…

Die Veranstaltung fand am 20.03.2017 um 19.00 Uhr in der VHS Trier (Domfreihof, Raum 05) statt.

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Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier: Louis-Philippe Dalembert

In Zusammenarbeit mit dem Litradukt Verlag und der Volkshochschule luden Dr. Christine Felbeck und Prof. Dr. Andre Klump vom America Romana Centrum der Universität Trier zu einer zweisprachigen Lesung des haitianischen Schriftstellers Louis-Philippe Dalembert ein. Die Veranstaltung war der dritte Teil einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen.

Der Journalist, Lyriker und Romancier Louis-Philippe Dalembert wurde 1962 in Port-au-Prince geboren. Seine Kindheit war von seiner streng protestantischen Großmutter geprägt, die sich als literarische Figur auch in nahezu all seinen Romanen wiederfindet. Seine Hinwendung zur Literatur führt er selbst auf zwei frühe Erzählanlässe zurück: Einerseits habe sich seine Großmutter von ihm Passagen aus der Bibel erklären lassen, die er ihr gekonnt ausschmückte, andererseits vertonte er für die Familie die Filme, die sie aus dem nahegelegenen Freilichtkino sehen, aber nicht hören konnten. Zur Fortsetzung seines Studiums der Literaturwissenschaft und des Journalismus ging Dalembert 1986 nach Frankreich. Dort promovierte er auch zum Werk des kubanisch-französischen Schriftstellers Alejo Carpentier. Wie dieser ist Jean-Louis Dalembert ein Pendler zwischen den Welten. Der sich selbst als Vagabund bezeichnende, viel reisende und sieben Sprachen sprechende Autor lebt heute zwischen Paris, Rom und Port-au-Prince.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen neben Les dieux voyagent la nuit (2006) und Noires blessures (2011) die haitianische Familiensaga L’autre face de la mer (1998; Jenseits der See, 2008), die über drei Generationen hinweg die langen Wanderungen von den Sklavenschiffen bis hin zu den Kanus der Boatpeople erzählt, und der Roman Rue du Faubourg Saint-Dénis (2005), der aus Kindes-Perspektive das Leben einer Einwandererfamilie in Paris beschreibt.

In Trier liest Louis-Philippe Dalembert, der u.a. auch mit dem Prix RFO und dem Preis der Casa de las Americas ausgezeichnet wurde, nicht nur ausgewählte Passagen aus seinem Werk, sondern spricht darüber hinausgehend auch über haitianische Literatur und Kultur im Allgemeinen. Die deutschen Übersetzungen seiner Texte aus dem Trierer Litradukt Verlag präsentiert Anna Cäcilia Weinand.

Die Veranstaltung fand am 21.01.2016 um 19.00 Uhr in der VHS Trier (Domfreihof, Raum 05) statt.

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Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier: Kettly Mars

In Zusammenarbeit mit dem Litradukt Verlag und der Volkshochschule lud das America Romana Centrum am 20.10.2015 zu einer zweisprachigen Lesung der haitianischen Schriftstellerin Kettly Mars ein. Die Veranstaltung war der zweite Teil einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen.

Die am 3. September 1958 in Port-au-Prince geborene Kettly Mars wurde in Haiti zunächst als Lyrikerin bekannt (Feu de miel, 1997; Feulements et sanglots, 2001). Mit ihren Romanen Kasalé (2003), L’heure hybride (2005) und Fado (2008), der als erstes ihrer Werke ins Deutsche übersetzt wurde, machte sie sich bereits weltweit einen Namen. Ihr während der Duvalier-Diktatur spielender Roman Saisons sauvages (2010; Wilde Zeiten, 2012) wurde in der FAZ sogar als „Meilenstein auf dem Weg Haitis zur Aufarbeitung seiner Vergangenheit“ gewürdigt.

Mit Au frontières de la soif (2013; Vor dem Verdursten, 2013) und ihrem neuesten Roman Je suis vivant (2015) wendet sich Kettly Mars schonungslos der konkreten Gegenwart Haitis nach dem Erdbeben zu. Sie zeigt dabei nicht nur die zerstörerische Seite der Naturkatastrophe, sondern auch ihre aufwühlende Kraft, verborgene Erinnerungen, Konflikte und Verdrängtes an die Oberfläche zurückzubringen. Das Erdbeben erschüttert auch bestehende Gewissheiten und Gefühle.

In Trier liest Kettly Mars, die als eine der bedeutendsten haitianischen Gegenwartsautorinnen vielfach ausgezeichnet wurde und mit ihren Büchern mehrfach auf Bestenlisten vertreten war, ausgewählte Passagen aus ihrem Werk. Im Vordergrund steht dabei ihr aktueller Roman Je suis vivant. Die deutschen Übersetzungen aus dem Trierer Litradukt Verlag präsentiert Anna Cäcilia Weinand.

Die Veranstaltung fand am 20.10.2015 um 19.00 Uhr in der VHS Trier (Domfreihof, Raum 05) statt.

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Lesereihe haitianischer AutorInnen in Trier

In Zusammenarbeit mit dem Litradukt Verlag und der Volkshochschule lud das America Romana Centrum zu einer zweisprachigen Lesung des haitianisch-québecischen Schriftstellers Anthony Phelps ein. Die Veranstaltung bildete den Auftakt einer Lesereihe weltweit renommierter haitianischer Autorinnen und Autoren, die ihre literarischen Werke in Trier vorstellen.

Der 1928 in Port-au-Prince geborene Schriftsteller, Journalist und Bildhauer Anthony Phelps gilt schon zu Lebzeiten als Klassiker. Er gehörte zu den Gründern der Gruppe Haïti Littéraire und der Zeitschrift Semences, die der haitianischen Literatur bedeutende Impulse verliehen haben. Als Gegner des Diktators Duvalier, genannt Papa Doc, musste er 1964 nach einem Gefängnisaufenthalt ins Exil nach Montréal gehen, wo er bis heute lebt und arbeitet. Phelps ist einer der wichtigsten Gegenwartsautoren Haitis und Québecs.

Sein literarisches Werk umfasst rund dreißig Bücher, darunter der Kultband Mon pays que voici, eine lyrische Hymne an seine karibische Heimat, und die Romane Moins l’infini und Mémoire en Colin-Maillard. Anthony Phelps erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem zweimal den Preis der Casa de las Américas.
Sein Roman Der Zwang des Unvollendeten, der 2006 im Verlag Leméac in Montréal unter dem Titel La contrainte de l’inachevé erschien und jetzt auch in einer deutschen Ausgabe vorliegt, behandelt eines der wichtigsten Themenkomplexe der Literaturen der Welt: das Exil, das Nomadentum und die von Rückkehrern vielfach empfundene Fremdheit im eigenen Land.


In Trier las Anthony Phelps ausgewählte Passagen seines Romans und verschiedene Gedichte. Die Übersetzung aus dem Litradukt Verlag präsentierte Anna Cäcilia Weinand.

Lesung: VHS Trier, 11.05.2015, 19:00 Uhr, Domfreihof (Raum 5), Eintritt frei

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