Passung von Beruf & Person

Viele Studienanfänger/innen im Lehramt glauben zu wissen, wie das berufliche Anforderungsprofil als Lehrer/in aussieht, schließlich haben sie lange Jahre in der Schule mit ihren Lehrer/innen verbracht. Doch zumeist erleben Schüler/innen die Lehrertätigkeit nur im Unterricht. An die Tätigkeiten, die im Unterricht nicht unmittelbar sichtbar werden und die jedoch auch zum Beruf gehören (z.B. Konzeption von Unterrichtsreihen, Korrekturarbeiten, Elternarbeit, Arbeit im Kollegium, Konferenzen usw.), denken sie vielleicht nicht unbedingt. Will man sich jedoch auf eine langfristige Berufstätigkeit als Lehrer/in auf den Weg machen, sollte man sich das komplexe und anspruchsvolle Tätigkeitsfeld sehr bewusst machen und sich fragen, ob man das will und welche persönlichen Voraussetzungen man dafür mitbringt. Denn:

"Eine Person ist in ihrem Tätigkeitsfeld vor allem dann erfolgreich und zufrieden, wenn die gewählten Aufgaben und das berufliche Umfeld möglichst kompatibel mit der ihr eigenen Motiv- und Wertestruktur sind und so den beruflichen Verhaltensanforderungen in kompetenter Weise entsprochen werden kann."

(Hossiep & Paschen 2003, S. 9)

    Eine Eignungs- und Neigungsreflexion im Sinne einer Prüfung der Passung von Person und Beruf ist also erforderlich, aber wie? Dies ist keine Frage, die man punktuell zu einem Zeitpunkt X klären kann, sondern ein Prozess der immer wiederkehrenden Reflexion und Beratung im Lauf der professionellen Entwicklung zur Lehrer/in. Für diese Reflexion gibt es besonders sensible Phasen, z.B. die Praktika, der Zeitpunkt der Schulartwahl, der Übergang in den MEd u.ä.

    Das ZfL der Universität Trier bietet hierzu eine professionelle Beratung an und setzt in diesem Themenfeld auch seit 2004 einen Forschungsschwerpunkt (siehe auch Wissenstransfer: Publikationen, Tagungen, Vorträge)