Forschungsprofil der Abteilung für Soziologie/Ethnologie

Die Soziologie an der Universität Trier umfasst sechs Professuren, deren Schwerpunkte von der allgemeinen Soziologie, über die Wirtschaftssoziologie, der empirischen Sozialforschung, der Mediensoziologie bis hin zur Sozialpolitik und Ethnologie reichen. Kernthemen, zu welchen an den Professuren geforscht wird, lauten u.a.:

Die Abteilung für Soziologie/Ethnologie stellt mit aktuell zehn drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten ein ebenso attraktives wie aktives Forschungsumfeld dar. Eine Übersicht über die Themen, Ziele und die Dauer der Projekte haben wir auf dieser Seite zusammengestellt. 


Drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte


Kurzbeschreibung zu den Forschungsprojekten:

APPS „Approche Patient Partenaire de soins“ (Patient-als-Partner-Ansatz in der Gesundheitsversorgung) für die Großregion

Ziel/Fragestellung:

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Mitwirkung der Patient*innen an ihrer Gesundheitsversorgung. Die beiden hauptsächlichen Ziele sind, erstens, die Analyse der Möglichkeiten für Patient*innen, sich in den vier Ländern der Großregion (GR) an ihrer Gesundheitsversorgung zu beteiligen und zweitens, Strategien zur Umsetzung der Prinzipien von APPS zu entwickeln.

Zu erzielende Ergebnisse sind:

  • Vorschläge für eine gemeinsame Definition des APPS und die Empfehlungen für eine konkrete Umsetzung dieses Ansatzes in der GR
  • Analyse der Angebote der Einrichtungen im Sinne des APPS
  • Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerks der Patient*innenbeiräte
  • Entwicklung innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie die dem APPS dienen
  • Schulungen zum APPS für die Fachkräfte und Patientenvereinigungen

Projektgeber: 

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Programms INTERREG V A Großregion 2014-2020

Dauer: 

01.01.2017 – 30.06.2020

Link:

www.patientpartner.org 

Diversity. Mediating Difference in Europe and North America:  in Kooperation mit der Université de Montreal und der Universität des Saarlandes.

Ziel/Fragestellung

Im internationalen Graduiertenkolleg „Diversität: Vermittlungsprozesse von Differenz in transkulturellen Räumen“ (IRTG 1864) arbeiten auf beiden Seiten des Atlantiks 20 Doktorandinnen und Doktoranden, 8 Postdoktoranden und insgesamt mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. An den Standorten Trier, Saarbrücken und Montreal untersuchen sie verschiedene Aspekte der kulturellen Vielfalt in europäischen und nordamerikanischen Gesellschaften. Die Trierer Ethnologie ist mit vier Forschungsprojekten (Lebensläufe algerischer Frauen in Paris (Ferrari), Jamaicanerinnen zwischen Montreal und Kingston (Johnson), Kosmopolitische Solidarität in transnationalen aktivistischen Netzwerken (Schall) und Türkische Migranten als Gestalter von Stadtkultur (Yokmac) an dem Graduiertenkolleg beteiligt.  

Förderprogramm & Dauer

DFG-Internationales Graduiertenkolleg 1864 (2013-2022)

Link zur ausführlicheren Projektbeschreibung:

 

Evaluation von Kreisentwicklungskonzepten – „Integriertes Kreisentwicklungskonzept Eifelkreis Bitburg-Prüm“

Ziel/Fragestellung:

Kommunen stehen heute aufgrund struktureller Wandlungsprozesse verstärkt vor der Herausforderung, sich im Wettbewerb um Einwohnerinnen und Einwohner, Unternehmen, Fachkräfte, private Investitionen, öffentliche Institutionen sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen als attraktive Standorte zu positionieren. Um dies vor dem Hintergrund gegebener finanzieller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen leisten zu können, gelten integrierte Kreisentwicklungskonzepte inzwischen als elementare politische Gestaltungsinstrumente. 

Ziel des Projektes von Seiten der agas (Arbeitsgruppe angewandte Sozialforschung der Universität Trier) ist es alle am Prozess beteiligten Führungskräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm sowie alle relevanten Akteure der Verbandsgemeinden zu erfassen und die inbegriffenen Prozesse zu evaluieren.

Projektgeber/Projektpartner:

Ministerium des Innern und für Sport

Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm 

Dauer: 

1.10.2017 – 30.06.2020 

Link:

Kreisentwicklungskonzept

„MikroSim – Sektorenübergreifendes kleinräumiges Mikrosimulationsmodell (FOR2559)“

Ziel/Fragestellung:

In dieser Forschungsgruppe wird ein Mikrosimulationsmodell der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland auf der Ebene von Personen und Haushalten entwickelt. Dieses Projekt wird von Arbeitsgruppen an der Universität Trier, der Universität Duisburg-Essen und in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchgeführt. Das Simulationsmodell soll verschiedene sozialpolitische und demographische Entwicklungsszenarien auf kommunaler und regionaler Ebene in ihren Konsequenzen abschätzen und damit langfristig die Beurteilungsgrundlage für die Wahl zwischen verschiedenen sozialpolitischen Handlungsoptionen bereitstellen. In der ersten Phase wird der Einfluss des demographischen Wandels auf die Pflegeversorgung sowie die berufliche Integration von Personen mit Migrationshintergrund untersucht. 

Förderprogramm & Dauer:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), 01.09.2018-31.08.2021

Link:

Offene Ökonomien

Ziel/Fragestellung

Der Forschungsbereich „Offene Ökonomien“ beschäftigt sich ausgehend von unterschiedlichen Kultur- und Wissensräumen sowie ihren wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Strukturen mit Steuerungsmechanismen, die sich aus grenzüberschreitenden Transferprozessen unterschiedlicher Intensität ergeben haben. Er untersucht die Generierung von Wissensordnungen, politisch-rechtlichen Steuerungsmodi und sozio-kulturellen Formen des Zusammenlebens im Kontext von Austausch, Migration, Handel und Kommunikation von der Antike bis zur Gegenwart. Dabei gilt es den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen, rechtlichen, kulturellen und politischen Mustern und Strukturen in unterschiedlichen Raum- und Zeitkontexten zu beobachten und ihren Einfluss auf normative und kulturelle Dynamiken herauszuarbeiten.

Förderprogramm & Dauer

Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz 2019-2023

Resilienzprozesse angesichts disruptiver Phänomene. Zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sicherheitspolitiken und terroristischen Bedrohungen

Ziel/Fragestellung

Der gegenwärtige Resilienzdiskurs schließt an aktuelle Diskussionen um gesellschaftliche Unsicherheitsszenarien an, für die paradigmatisch die Bedrohung von (‚westlichen‘) Gesellschaften durch terroristische Anschläge bzw. die Angst vor solchen Anschlägen steht. Ziel des Projektes ist es, die Diskussionen um diese Unsicherheitsszenarien einer Analyse im Hinblick auf deren resilienzanalytischen Konturen zu unterziehen. Dafür wird ein doppelter empirischer Zugriff gewählt: In einer wissenssoziologischen Teiluntersuchung wird das Feld der Sicherheitspolitik untersucht; in einer politik-soziologischen Teiluntersuchung werden die in Politiken und Praktiken als Leitideen fungierenden Deutungen von Sicherheit im Feld der Terrorismusbekämpfung analysiert.

Förderprogramm & Dauer

DFG-Forschungsgruppe „Resilienz“, Projekt 4, 36 Monate, Start: 01.11. 2019 – 30.10. 2022

Link zur ausführlicheren Projektbeschreibung:

 

Theorie der Resilienz

Ziel/Fragestellung

Das Projekt hat die Entwicklung einer soziologischen Theorie von Resilienz zum Ziel. Es befasst sich mit der Analyse von Resilienz als theoretischer Perspektive auf sozio-historische Prozesse. Es fragt, wie Resilienz als Heuristik zum besseren Verständnis nichtlinearer Prozesse dienen kann, in denen Phänomene von Kontinuität und Diskontinuität nicht als Gegensätze konzeptualisiert, sondern in ihrem dialektischen Zusammenhang produktiv analysiert werden. Nebenfolgen von Resilienz kommt dabei eine analytisch zentrale Rolle zu. Daran schließen sich Fragen nach der Rolle von Konstruktions- und Deutungsprozessen insbesondere mit Blick auf Mehrebenendynamiken und bezüglich der Möglichkeit an, das Problem der Grenzbestimmung resilienter Einheiten zu analysieren.

Förderprogramm & Dauer

DFG-Forschungsgruppe „Resilienz“, Projekt 3 (mit Benjamin Rampp), 36 Monate, Start: 01.11.2019 – 30.10.2022

Link zur ausführlicheren Projektbeschreibung:

Transkulturalität und ihre Grenzen in den Wechselbeziehungen zwischen Ostasien, Europa und Amerika

Ziel/Fragestellung

Der fachbereichsübergreifende Forschungsverbund „Transkulturalität und ihre Grenzen“ beschäftigt sich mit Überlappungserscheinungen und Abgrenzungsprozessen zwischen und innerhalb von Gesellschaften. Einerseits hat die Globalisierung zahlreiche kulturübergreifende Phänomene beschleunigt. Andererseits zeigen die momentan an vielen Orten der Welt stattfindenden Renationalisierungsprozesse deutlich, dass Austausch und Dialog nicht automatisch zum erwünschten Ergebnis führen, und ebenso, dass die in der diesbezüglichen Forschung bisher entwickelten Modelle nicht ausreichen, um alle Phänomene differenziert zu beschreiben.

Förderprogramm & Dauer

Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz 2019-2023

Link zur ausführlicheren Projektbeschreibung:

Vertrauensbildung und Zukunftskonstruktion über Smartphones und soziale Medien an Zwischenorten transnationaler Migration am Beispiel von Geflüchteten aus Ostafrika

Ziel/Fragestellung

Flüchtende verbringen einen Großteil ihres Migrationsprozesses an Transitorten, wo sie in ihrer Mobilität und Freiheit eingeschränkt sind. Gleichzeitig stehen heutigen MigrantInnen mit mobilen Kommunikationstechniken (Smartphones) Medien zur Verfügung, die entgrenzend wirken. Dieser Zusammenhang zwischen Mobilität und Ortsbezogenheit soll in diesem Projekt mit ethnologischen Methoden untersucht werden. Mit einem medienethnographischen Zugang, der persönliche Migrationsbiographien mit Medienpraktiken verknüpft, nimmt das Projekt am Beispiel eines ostafrikanischen Flüchtlingslagers drei Zukunftsperspektiven in den Blick: die mögliche Weiterreise zu den Ziel-/Sehnsuchtsorten, der Abbruch und die Rückkehr, und schließlich das längerfristige Verbleiben in den teils stadtähnliche Strukturen annehmenden Flüchtlingscamps.

Förderprogramm & Dauer

DFG-Einzelprojektförderung, 36 Monate, Start: 1.1. 2020 -31.12. 2023

Vertrauen und Zukunftshorizonte. Relationen, Dynamiken, Ambiguitäten

Ziel/Fragestellung

Projekt und Forschungsverbund schließen an zentrale gesellschaftliche Diskussionen der Gegenwart an, die das Spannungsverhältnis der Deutung von Vertrauen als individueller wie sozialer Ressource und Zukunftsvorstellungen als der Leitwährung der in jeweiligen Gegenwarten als tragfähig erachteten Handlungsformen und Deutungsmuster fokussieren. Beide Diskussionsstränge werden erstmals systematisch miteinander verbunden und somit sowohl Zukunftschancen wie Zukunftsängste in ihrem Strukturierungspotential für den Aufbau wie auch die Erosion von Vertrauensverhältnissen zum Gegenstand von historischen wie gegenwartsbezogenen Untersuchungen gemacht und solchermaßen etablierte Vorstellungen des Zusammenhangs von Modernität und Zukunftsoffenheit einer kritischen Prüfung unterzogen.

Förderprogramm & Dauer

Forschungsinitiative des Landes Rheinland-Pfalz, FZE (2013ff.)

Link zur ausführlicheren Projektbeschreibung: