BrandSat

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BrandSat - Kartierung der Waldbrandgefahr mit fernerkundlichen und meteorologischen Daten

ist ein Verbundvorhaben mit dem Earth Observation Lab der HU Berlin.

Teilvorhaben 1 (Universität Trier): Erfassung von Waldstruktur und Trockenheit.

Teilvorhaben 2 (HU Berlin): Satellitengestützte Erfassung und Charakterisierung historischer und aktueller Waldbrände für die Modellierung der Waldbrandgefahr.

FördergeberWaldklimafonds, verwaltet von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), finanziert durch Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Fördersumme117.000 EUR
Laufzeit01.07.2020 - 30.06.2022, verlängert bis 31.12.2022
Geförderter MitarbeiterDr. Henning Buddenbaum (Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Udelhoven)

Projektinhalte

In den letzten Jahren wurde Deutschland von mehreren Hitze- und Trockenheitsphasen erfasst, die die Waldbrandgefahr gegenüber früheren Jahren deutlich erhöht haben. Auch in Zukunft ist mit vermehrten Hitzewellen zu rechnen, so dass die Bedeutung der Erforschung und Prävention von Waldbränden zunehmen wird. Vom Deutschen Wetterdienst wird der Waldbrandgefahrenindex (WBI) zur Verfügung gestellt, der die Waldbrandgefährdung räumlich grob aufgelöst aber täglich aktualisiert für ganz Deutschland darstellt. Das Ziel unseres Projektes und des Partnervorhabens „WBI-Praxis“ ist die Verbesserung des WBI bzw. meteorologisch-basierter Waldbrandgefahrenindices. In unserem Projekt „BrandSat“ liegt der Hauptschwerpunkt für die verbesserte Prognose in der Ableitung und Integrierung von Waldbrand-relevanten und aktueller Waldzustandsgrößen mit Hilfe von räumlich hoch-aufgelösten Erdbeobachtungsdaten der Landsat und Sentinel-2 Satelliten. Auf Grundlage dieser Erdbeobachtungsmissionen entwickelt unser Projekt Karten und Methoden zur historischen und aktuellen Waldbrandsituation sowie zum Zustand der Waldvegetation. Dabei stehen eine Kartierung der Waldstruktur inklusive des potentiell verfügbaren brennbaren Materials (fire fuel) und eine Kartierung des Risikos eines Waldbrandausbruchs im Vordergrund. Dieses hängt vor allem mit den aktuellen meteorologischen Bedingungen, insbesondere der Trockenheit, zusammen und soll zusätzlich über Satellitenfernerkundung erhoben werden. Multispektrale Erdbeobachtungsdaten des Satellitensystems Sentinel-2 sollen zur Kartierung von brennbarem Material und der Trockenheit der Vegetation genutzt werden. Ob die zusätzliche Berücksichtigung von Sentinel-1-Radardaten zu einer Verbesserung der Kartierung beitragen kann, soll im Projekt evaluiert werden. 
Das Vorhaben soll als Verbundprojekt zwischen der Universität Trier und der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt werden. Die Projektkoordination liegt bei der Universität Trier. Als Untersuchungsgebiete vorgesehen sind die Bundesländer Rheinland-Pfalz, das aufgrund der zunehmenden Sommertrockenheit mit einer steigenden Waldbrandgefahr zu rechnen hat, und Brandenburg, das innerhalb Deutschlands bereits die meisten Waldbrände verzeichnet. Die Bundesländer sind klimatisch und in ihrer Forststruktur stark gegensätzlich und daher gut geeignet als repräsentative Testgebiete für ein eventuelles bundesweites Folgeprojekt.

Projektdatenbank Waldklimafonds
Abschlussbericht
Bericht in AFZ - Der Wald (PDF kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden)

Filmbeitrag

Für Odysso, das Wissenschaftsmagazin des Südwest-Fernsehens, wurde ein Beitrag erstellt, in dem unter anderem unser Projekt BrandSat vorgestellt wurde. 

Der Beitrag lässt sich abrufen unter https://www.swr.de/wissen/odysso/gefahren-index-100.html

Den ganzen Film gibt es unter https://www.swr.de/wissen/odysso/was-ist-wald-wert-118.html 

Graphiken

Beispielinterpolation von WBI-Rohdaten (oben) und WBI-Stufen (unten) für Laub-, Misch- und Nadelwald, Jahr 28.06.2020.
Beispielinterpolation von WBI-Rohdaten (oben) und WBI-Stufen (unten) für Laub-, Misch- und Nadelwald, Jahr 28.06.2020.
Flowchart zur Berechnung eines verbesserten Waldbrandgefahrenindex (WBI+), der auf dem WBI des DWD und räumlich hochaufgelösten Zusatzdaten beruht.
Flowchart zur Berechnung eines verbesserten Waldbrandgefahrenindex (WBI+), der auf dem WBI des DWD und räumlich hochaufgelösten Zusatzdaten beruht.
Links: WBI-Stufen für Rheinland-Pfalz am 31. Juli 2020. Rechts: Um Waldtypen, Baumarten und Trockenheit korrigierte Werte ergeben den WBI+, der nur für Waldgebiete berechnet wird. Aus dem Wechsel von Laub- und Nadelbeständen ergeben sich kleinräumige Muster, während der WBI fast das komplette Land mit der höchsten Gefahrenstufe versieht.
Links: WBI-Stufen für Rheinland-Pfalz am 31. Juli 2020. Rechts: Um Waldtypen, Baumarten und Trockenheit korrigierte Werte ergeben den WBI+, der nur für Waldgebiete berechnet wird. Aus dem Wechsel von Laub- und Nadelbeständen ergeben sich kleinräumige Muster, während der WBI fast das komplette Land mit der höchsten Gefahrenstufe versieht.