China Spektrum Report Nr. 1 am 4. August 2022 erschienen!

Logo vom ChinaSpektrum Report Nr. 1

Die wichtigsten Inhalte des China Spektrum Reports Nr 1. auf einen Blick: 

ENTWICKLUNG VON CHINAS DEBATTENLANDSCHAFT

Durch eine Fülle neuer Vorschriften sowie eine Mischung aus Zensur, Einschüchterung und daraus folgender Selbstzensur hat die chinesische Regierung in der vergangenen Dekade das Spektrum des Sagbaren eingeengt. Liberalere Stimmen sind verstummt, nationalistische Töne lauter geworden. Doch gerade dort, wo Chinas Bürger:innen persönlich betroffen sind, können staatliche Zensoren Online-Debatten nicht vollständig ersticken.

CHINAS ROLLE IN DER WELTEXPERT:INNEN DEBATTIEREN RUSSLANDS KRIEG IN DER UKRAINE

Die Regierung gibt den Ton an: Die USA und die NATO tragen die Verantwortung für die Eskalation. Europa sollte den Krieg nicht weiter befeuern. Wer in China als Expert:in gelesen werden will, darf den Schulterschluss mit dem Partner Russland nicht direkt kritisieren. Andere Stimmen warnen jedoch vor Reputationsschäden durch diese Positionierung und einem stategischen Dilemma, in das China geraten könnte.

CHINAS ZUKUNFTSVORSTELLUNGEN NETZBÜRGER:INNEN DISKUTIEREN INDIVIDUELLE RECHTE UND STAATLICHE AUFGABEN IN KRISENSITUATIONEN

Bei der Handhabung des Shanghaier Covid-Lockdowns und eines Skandals um Gewalt gegen Frauen agierte die Regierung ohne Rücksicht auf Individuen und menschliche Würde. Weibo-Nutzer:innen kritisierten die Regierung, die zwar omnipräsent sei, jedoch nicht die Interessen der Bevölkerung im Blick habe.

CHINAS DIGITALE TRANSFORMATION: WIRTSCHAFTSJOURNALIST WU XIAOBO IM PROFIL

Die Regierung geht mit Hilfe des Anti-Monopol-Gesetzes (反垄断法) gegen IT-Unter-nehmen wie Ant Financial, Tencent und Baidu vor. Der einflussreiche Journalist Wu Xiaobo kritisiert dies als Überregulierung und warnt vor Risiken für das Wirtschaftswachstum.

Den gesamten Report Sie hier online lesen oder als PDF herunterladen.

Hören Sie auch unseren Podcast zum Thema mit Kristin Shi-Kupfer und Katja Drinhausen hier.

 Hier geht es zur Hauptseite des Projekts bei MERICS.

China Spektrum

Hintergrund und Projektziel

China Spektrum stärkt China-Kompetenz durch Einblick in innerchinesische Debatten. 

Gemeinsames Projekt mit dem Berliner ThinkTank MERICSzu innerchinesischen Debatten gefördert von der Friedrich-Naumann-Stiftung (FNF).

Trotz zunehmender Zensur und Gleichschaltungsversuchen von Seiten der Kommunistischen Partei vertreten chinesische Intellektuelle, Wissenschaftler und Unternehmer unterschiedliche Positionen mit Blick auf gesellschaftliche Herausforderungen und Chinas zukünftige Entwicklung. Diese Debatten bieten einen wichtigen Zugang für ein besseres Verständnis von China und die Positionierung des Landes bei globalen Themen. China Spektrum bietet deutschen Akteuren bis dato fehlendes Wissen und Anknüpfungspunkte, um sich mit diesen Debatten auseinanderzusetzen und Erkenntnisse in ihre Interaktion mit China zu integrieren.

Ansatz

China Spektrum bereitet wissenschaftlich fundierte Diskursanalyse zu aktuellen Themen in leicht verständlichen, deutschsprachigen Formaten auf. China Spektrum bietet eine Auswahl und Auswertung der relevantesten Debatten und Positionen unter einflussreichen chinesischen Intellektuellen und Experten. Für die Fokusthemen „Zukunftsvorstellungen für China“, „Chinas digitale Transformation“ und „Chinas Rolle in der Welt“ werden kontinuierlich chinesischsprachige wissenschaftliche Publikationen und Medieninhalte analysiert. Die Aufbereitung orientiert sich am Informationsbedarf deutscher Zielgruppen.

Output

Bei der Vermittlung und Publikation der Ergebnisse an relevante Zielgruppen kann China Spektrum sowohl akademische Netzwerke als auch die erprobte Kommunikationsplattform von MERICS nutzen. Auf der Webseite von MERICS werden die Ergebnisse in graphisch angereicherten Publikationen publiziert sowie über soziale Medien und öffentliche Webinare kommuniziert.

 

Projektlaufzeit: 1.1.2022 bis 31.12.2023

Projektteam

Prof. Dr. Kristin Shi-Kupfer – Leitung

Wutao Wen – Projektmitarbeiter

Jialu Gao  studentische Projektmitarbeiterin