Willkommen!

Seit dem Wintersemester 2001/2002 ermöglicht die Universität Trier den Studierenden, das Zertifikat "Interdisziplinäre Geschlechterstudien/gender studies" zu erwerben. Dabei handelt es sich um eine Zusatzqualifikation, die studienbegleitend zusammen mit dem ersten Hochschulabschluss erlangt werden kann. Getragen von neun Fächern aus fünf Fachbereichen ist das Zertifikat dezidiert interdisziplinär ausgerichtet.

Wenn Sie sich für das Zusatzzertifikat interessieren, wenden Sie sich bitte per Email cepog@uni-trier.de an die Koordinationsstelle des CePoG. Gerne beraten wir Sie zu den Studienanforderungen und beantworten Ihre Fragen zu Organisation und Inhalten des Zertifikats.

Bitte beachten Sie: Zum Zertifikat gehört auch das Einführungsmodul „Einführung in die Gender Studies und Interkulturalitätsforschung“, das aus einer Vorlesung und einem Lektürekurs besteht und das als Pflichtmodul für das Zertifikat belegt werden muss. Dieses Einführungsmodul wird immer "nur" im Wintersemester angeboten.

Sprechstunde für Studienanfänger:innen IKGS & Zertifikat

Für Studienanfänger:innen im Master-Studiengang IKGS und im Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien bietet Frau Müller-Adams eine Sprechstunde am Mittwoch, den 03.11.2021, von 14:00 bis 15:00 Uhr (A 435) an. Die Anmeldung erfolgt über das Stud.IP-Profil von Frau Müller-Adams.

Hintergrund

Seit den achtziger Jahren haben sich an vielen deutschen Hochschulen Frauen- und Geschlechterstudien etablieren können. Merkmale dieser Forschung, die der zweiten Frauenbewegung wesentliche Impulse verdankt, sind ihr anhaltendes Interesse an gesellschaftlicher Veränderung mit Hilfe von Wissenschaftskritik und kritischer Wissenschaft, an inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie an der Analyse von Strukturen, die aus Stereotypisierungen und Diskriminierungen qua "Rasse" bzw. Ethnizität, Klasse, Stand, Nation, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung etc. entstehen.
Zwischen Frauenförderung und Frauen- bzw. Genderforschung gab es dabei stets eine Wechselbeziehung, die sich in ihren Grundzügen kurz umschreiben lässt: Erste erschöpft sich nicht in Stellenpolitik, sondern unterstützt die Umstrukturierung des Themen- und Fächerkanons an den Hochschulen, in deren Rahmen die Geschlechterforschung in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Der Frauenforschung wiederum verdanken wir die Grundlagen, auf deren Basis heute unter weiter gefassten Begriffen wie "gender studies" bzw. "Geschlechterstudien" nicht nur neue Perspektiven für Wissenschaft und Forschung erschlossen werden, sondern auch Bildungsziele formuliert werden, die über ihre hochschul- und arbeitsmarktpolitische Bedeutung hinaus gesamtgesellschaftliche Relevanz besitzen.
Vor diesem Hintergrund bietet die Universität Trier den Studierenden die Möglichkeit einer studienbegleitenden Zusatzqualifikation: Das Zertifikat Interdisziplinäre Gechlechterstudien / gender studies.

Studienordnung

Hier finden Sie die Studienordnung des Zertifikats.

Studium

Interdisziplinäre Geschlechterstudien können von Studierenden aller an der Universität Trier vertretenen Fächer absolviert werden. Das Zertifikat kann jedoch nur in einer Verbindung mit einer staatlichen oder akademischen Abschlussprüfung erworben werden.

Voraussetzung ist die bescheinigte Teilnahme an sechs hierfür ausgewiesenen Lehrveranstaltungen (entsprechend 12 Semesterwochenstunden) bestehend aus:

  • dem Einführungsmodul (Vorlesung und Seminar - nur im WS) und
  • vier weiteren Veranstaltungen (2 benotet, 2 unbenotet)

Die Auswahl der Veranstaltungen ist den Studierenden freigestellt. Allerdings dürfen nicht mehr als zwei Veranstaltungen aus den für den ersten Studienabschluss belegten Haupt- und Nebenfächern stammen.

Es gibt drei Schwerpunkte, zu denen jeweils mindestens ein Seminar zu belegen ist. Die Studienleistungen können während des Grund- und Hauptstudiums erbracht werden.

Schwerpunkte

Das Zertifikat "Interdisziplinäre Geschlechterstudien" gründet sich im Wesentlichen auf drei Schwerpunkte der Genderforschung:

I. Theorien der Frauen- /Geschlechterforschung

Ein Grossteil der bekannten Wissenssysteme ist nicht nur weitgehend unter Ausschluss von Frauen entstanden, sondern arbeitet Sichtweisen zu, die das "Weibliche" als das "Andere" der "herrschenden Vernunft" interpretieren und definieren. Zwar haben machtpolitisch motivierte Exklusionsmechanismen immer wieder institutionsbildend wirken können, zugleich jedoch zu einer erheblichen Beschränkung des Horizontes und der Potentiale von Wissenschaft geführt. Frauen- und Geschlechterforschung liefern daher wichtige Impulse, indem sie zur Entwicklung neuer Fragestellungen und Methoden beitragen. Darüber hinaus geht es aus feministischer Perspektive aber auch immer wieder um eine grundsätzliche Wissenschaftskritik, die den Kanon der Theoriebildung selbst in Frage stellt.

II. Geschlecht als historische Kategorie

"Männlichkeit" und "Weiblichkeit" sind keineswegs "natürliche" Gegebenheiten. Vielmehr sind unsere Vorstellungen von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" wie auch die qualitativen Zuschreibungen, mit denen wir diese Begriffe verknüpfen, historisch entstanden und daher auch veränderbar. Ein Verständnis hierfür vermittelt die Untersuchung von Geschlecht als einer historischen Kategorie, indem sie einerseits Geschlechterkulturen unterschiedlicher Epochen und Gesellschaften fokussiert sowie andererseits vergleichende Perspektiven ermöglicht, die den Blick auf die Geschichte für die Gegenwart fruchtbar machen.

III. Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion

Unser Alltag ist, bewusst oder unbewusst, von geschlechtsspezifischen Normierungen geprägt: "Doing gender" bedeutet, dass "Geschlecht" beständig kommunikativ, medial und performativ konstruiert und reproduziert wird. Um so wichtiger ist es, die diesen Prozessen zugrunde liegenden Mechanismen zu erkennen und zu benennen. Auf diese Weise können historisch und kulturell vermittelte Vorstellungen von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" analysiert und die auf ihnen errichteten Geschlechterhierarchien hinterfragt werden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Kategorie Geschlecht führt damit zu einer Reflexion gesellschaftlicher und kultureller Prozesse, die ihrerseits auch für die Alltagspraxis zukunftsweisende Perspektiven eröffnen kann.

Anmeldung

Bei Beginn des Zertifikatstudiums wird um eine kurze E-mail an cepog@uni-trier.de gebeten.

Beteiligte Fächer

Lehrende aus diesen Fächern bieten regelmäßig Veranstaltungen für das interdisziplinäre Zertifikat an:

Über die Zuordnung der Veranstaltungen zu den Schwerpunkten des Zertifikats informiert das Lehrangebot.

Sprechstunde

Sprechstunde nach Vereinbarung

Formulare

Zum Nachweis des Studiums lassen Sie bitte folgende Formulare von den entsprechenden Lehrenden ausfüllen:

FAQ

Im Sinne eines so genannten "FAQ" ("Frequently Asked Questions") werden auf dieser Seite häufig gestellte Fragen zum Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien gesammelt und beantwortet. Für weitergehende Fragen, die hier nicht beantwortet werden, steht die Koordinationsstelle für Postcolonial und Gender Studies (CePoG) in ihren Sprechstunden sowie per E-Mail zur Verfügung.
Die den FAQ zugrunde liegende Ordnung für das Zusatzzertifikat ist in den Dekanaten der assoziierten Fachbereiche, beim Frauenbüro der Universität Trier und bei der Koordinationsstelle für Postcolonial und Gender Studies (CePoG) und als Online-Version auf dieser Homepage erhältlich.

Was ist das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien?

Das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien ist eine Zusatzqualifikation, die studienbegleitend an der Universität Trier erworben werden kann.

Wer kann das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien erwerben?

Alle Studierenden der Universität Trier. Allerdings kann das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien nur in Verbindung mit einer Einschreibung in einem Bachelor-/Master-Studiengang an der Universität Trier erworben werden.

Was sind die Inhalte, die im Zertifikatsstudium vermittelt werden?

Gegenstand der Interdisziplinären Geschlechterstudien sind alle komplexen Überschneidungen der Kategorie Geschlecht mit anderen kulturellen Konstruktionen wie Ethnizität, Stand, Klasse, Nation, Religion, Sexuelle Orientierung etc.
Inhaltliche und methodische Schwerpunkte sind dabei:
(Z1) Theorien der Geschlechterforschung
(Z2) Geschlecht als historische Kategorie
(Z3) Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion.
Die Bezeichnungen (Z1), (Z2), (Z3) werden zur näheren Kennzeichnung einer Veranstaltung auf den Teilnahme- und Leistungsnachweisen verwendet, wobei Mehrfachnennungen möglich sind.

Wie werden diese Inhalte und Methoden vermittelt?

Durch Vorlesungen, Seminare, Übungen sowie im Rahmen weiterer Veranstaltungen des regulären Lehrprogramms wie z.B. auf Exkursionen, die von den Lehrenden als zertifikatsrelevante Lehrveranstaltungen gekennzeichnet sind.

Was ist eine zertifikatsrelevante Lehrveranstaltung?

Formal handelt es sich dabei um eine Lehrveranstaltung, die für das Zertifikatsstudium anrechenbar ist, d.h. um eine Veranstaltung, die von den jeweiligen Lehrenden entsprechend gekennzeichnet worden ist und in der eine auf das Zertifikat anrechenbare  Prüfungsleistung oder ein (unbenoteter) Teilnahmenachweis erworben werden kann.
Inhaltlich kann es sich dabei um Veranstaltungen handeln, die Themen oder Fragestellungen der Genderforschung fokussieren, ebenso aber auch um Veranstaltungen, in deren Rahmen Themen oder Fragestellungen der Genderforschung behandelt werden und in denen die Studierenden Referate und/oder Hausarbeiten zu diesen Themen und Fragestellungen erarbeiten können.

Was ist das Ziel des Zertifikatsstudiums?

Die Studierenden sollen vertiefte Kenntnisse der Geschichte der Emanzipationsbewegungen, der soziokulturellen Prägungen der Geschlechter und der Theorien und Methoden der Geschlechterstudien erwerben. Mit dem Zertifikat werden ihnen Fähigkeiten und Kenntnisse bescheinigt, die als berufliche Qualifikation zunehmend in Kultur, Wirtschaft und Politik gefragt sind.

Wie funktioniert das Zertifikatsstudium?

Studienbegleitend über eine Teilnahme an bzw. den Prüfungsleistungen in Lehrveranstaltungen, die von den Lehrenden als zertifikatsrelevant ausgezeichnet sind. Die Studienleistungen können während des Bachelor- und Masterstudiums erbracht werden.

Wie sehen die Studienanforderungen aus?

Das Studium zum Erwerb des Zertifikates Interdisziplinäre Geschlechterstudien beinhaltet Lehrveranstaltungen (Übungen, Pro- und Hauptseminare sowie Vorlesungen und weitere Veranstaltungen) im Umfang von insgesamt 12 Semesterwochenstunden. Davon können bis zu zwei Veranstaltungen aus den Studienfächern der Studierenden gewählt werden.

Zum Erwerb des Zertifikates sind erforderlich:

- Das Pflichtmodul
„Einführung in die Gender Studies und Interkulturalitätsforschung“, das aus einer Vorlesung und einem Lektürekurs besteht. Dieses Einführungsmodul wird immer im Wintersemester angeboten.

- außerdem vier weitere Veranstaltungen, davon zwei benotet und zwei unbenotet (hier ist bei den Lehrenden ein Teilnahmenachweis einzuholen).
Alle Veranstaltungen werden jeweils einem oder mehreren der folgenden Schwerpunkte zugeordnet:

(Z1) Theorien der Geschlechterforschung
(Z2) Geschlecht als historische Kategorie
(Z3) Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion.

Aus jedem dieser drei Schwerpunkte ist mindestens eine Veranstaltung zu besuchen.

Welche Fächer bieten zertifikatsrelevante Lehrveranstaltungen an?

Derzeit beteiligen sich die folgenden Fachbereiche bzw. Fächer mit einem Angebot zertifikatsrelevanter Lehrveranstaltungen:

FB I: Pädagogik
FB II: Germanistik, Anglistik, Romanistik, Japanologie, Medienwissenschaft
FB III: Geschichte, Kunstgeschichte
FB IV: Soziologie, Ethnologie
FB VI: Geographie/Geowissenschaften

Wie erkenne ich eine zertifikatsrelevante Lehrveranstaltung?

Zertifikatsrelevante Lehrveranstaltungen werden von den Lehrenden als solche gekennzeichnet. Eine Aufstellung des Lehrangebots findet sich auf der Homepage.

Wer kann an den zertifikatsrelevanten Lehrveranstaltungen teilnehmen?

In der Regel alle Studierenden der Universität Trier, wobei lehrveranstaltungsspezifische Besonderheiten (z.B. "Sprachkenntnisse erforderlich" usw.) zu beachten sind. Zertifikatsrelevante Leistungen können jedoch nur dann erworben werden, wenn die Voraussetzungen für das Zertifikatsstudium erfüllt sind.

Kann ich das Zertifikat auch dann erwerben, wenn ich im keines der Fächer studiere, die sich mit Lehrveranstaltungen am  Zertifikat "Interdisziplinäre Geschlechterstudien" beteiligen?

Ja.

Kann ich das Zertifikatsstudium ausschliesslich mit Veranstaltungen aus den Fächern bestreiten, die ich ohnehin im Hauptfach bzw. in den Nebenfächern studiere?

Nein. Nur zwei der erworbenen Teilnahmenachweise dürfen aus den Fächern der Studierenden stammen.

Wie funktioniert der Leistungsnachweis in einer zertifikatsrelevanten Lehrveranstaltung?

Leistungsnachweise und Benotung werden nach der Studienordnung der jeweiligen Fächer vorgenommen. Genauere Auskunft über die Voraussetzungen hierüber ist bei den Dozentinnen bzw. Dozenten der jeweiligen Lehrveranstaltungen einzuholen.
Leistungsnachweise, die auf das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien angerechnet werden können, sollten von den Lehrenden durch einen entsprechenden Vermerk "ZIG" gekennzeichnet werden. Des weiteren sollte auf den Nachweisen vermerkt werden, welchem bzw. welchen Schwerpunkten die Lehrveranstaltung bzw. die dem Leistungsnachweis zugrunde liegende Arbeit zuzuordnen ist: (G1) Theorien der Geschlechterforschung (G2) Geschlecht als historische Kategorie (G3) Geschlecht als soziokulturelle Konstruktion

Formulare für die Leistungsnachweise finden Sie auf unserer Homepage. Prüfungen und Noten werden nicht über das System PORTA verwaltet, das heißt Sie sammeln und verwalten Ihre für das Zertifikat erbrachten Leistungsnachweise und legen diese der Koordinationsstelle vor.

Wer stellt das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien aus?

Das Zertifikat Interdisziplinäre Geschlechterstudien/gender studies wird auf Antrag (der von der Koordinationsstelle gestellt wird) von den Dekaninnen und Dekanen des Fachbereichs II ausgestellt, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Wird das Zertifikat "Interdisziplinäre Geschlechterstudien" mit einer Note ausgestellt?

Ja. Zur Bildung der Gesamtnote für das Zertifikat "Interdisziplinäre Geschlechterstudien/gender studies" wird mit Hilfe des arithmetischen Mittels die Gesamtnote der Leistungsnachweise errechnet.