Prof.'in Dr. Sabine Bollig

Mit Schwerpunkten im Bereich der wohlfahrts- und praxisanalytischen Kindheits-/Jugend- und Familienforschung und der sozialpädagogischen Institutionenforschung leite ich als Professorin für Sozialpädagogik seit Januar 2019 die Abteilung Sozialpädagogik II im Fach Bildungs- und Erziehungswissenschaften.

Nach Berufsausbildung als Heilerziehungspflegerin und mehrjähriger Berufstätigkeit im Bereich der Behindertenhilfe und Gemeindepsychiatrie schloss ich das Studium der Erziehungswissenschaft an der Universität Trier 2005 als Diplom-Pädagogin ab. Es folgten jeweils mehrjährige Beschäftigungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Arbeitsbereich Kindheitsforschung) und der Université du Luxembourg (Arbeitsbereich Social Work), wo ich mehrere Drittmittelprojekte im Bereich der erziehungswissenschaftlichen Kindheitsforschung durchführte/co-leitete und in erziehungswissenschaftlichen, sozialpädagogischen und lehramtsbezogenen Studiengängen lehrte. Mit meiner ethnographisch ausgerichteten Dissertationsschrift „Entwicklungskindheit als Beobachtungsprojekt“ wurde ich 2013 an der Universität Bielefeld mit summa cum laude promoviert. Im Januar 2019 habe ich den Ruf auf die Professur für Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt pädagogische Institutionenforschung an der Universität Trier angenommen.

Neben meinen Forschungs- und Publikationsaktivitäten bringe ich meine interdisziplinäre Expertise im Bereich der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Kindheits- und Institutionenforschung als Mitglied in verschiedenen Fachgesellschaften (DGfE, DGS, EECERA, etc.) und als Gutachterin für ein breites Feld internationaler Periodika (Childhood, Children’s Geographies, Diskurs, ZSE, Journal for Family Research, etc.) und Forschungsförderer ein. Im Vorstand der Sektion Soziologie der Kindheit in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) bin ich seit 2013 aktiv, seit 2016 auch als Sektionssprecherin. Die von mir mitgegründete Online-Zeitschrift Falki – Fallarchiv für kindheitspädagogische Forschung gebe ich seit 2018 heraus. 


Forschungsschwerpunkte

Kindheit, Jugend, Elternschaft und Familie im sozialpädagogischen und wohlfahrtsstaatlichen Kontext

Sozial- und erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung

Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung

Qualitative Forschung, Ethnographie, Praxistheorie

Materialität des Sozialen (Raum, Dinge und Körper)


Aktuelle Publikationen

Bollig, S. (i.Ersch.). Children as becomings².  Kinder, Agency und Materialität im Lichte der neueren ‚neuen Kindheitsforschung‘. In J. Wiesemann, C. Eisenmann, I. Fürtig, J. Lange & B. Mohn (Hrsg.): Digitale Kindheiten. Reihe Medien der Kooperation. Springer VS Verlag.

Bollig, S. (2019). Ethnografie. In J.M. Lorenzen, L.M. Schmidt & D. Zifonun (Hrsg.), Methodologien und Methoden der Bildungsforschung. Quantitative und qualitative Verfahren und ihre Verbindungen (S. 32-43). Weinheim: Beltz Juventa (gem. mit M. Schulz).

Bollig, S. (2019). ‚Elternbeiträge‘: Eltern als individuelle wie kollektive Wohlfahrtsproduzenten im Feld der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 2/2019, S. 134-151 (gem. M. S. Baader)

Bollig, S. (2019). Transnationale Kindheiten. Transnationalität als Perspektive zur Erforschung der Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen in kindheitssoziologischer Perspektive. In Burzan, N. (Hrsg.), Komplexe Dynamiken globaler und lokaler Entwicklungen. Verhandlungen des 39. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Göttingen 2018. Art. 39. (gem. mit F. Eßer).

Bollig, S. (2019). Kindergarten. In Schreiber, V. & Hasse, J. (Hrsg.): Kindheitsräume. Ein Glossar (S. 159-164). Bielefeld: transcript.

(Vollständiges Publikationsverzeichnis hier)


Aktuelle Vorträge/Wissenschaftliche Aktivtäten

Mai 2020/Konferenz-Beitrag Enacted temporal orders and the ‘native’ concepts of development in early childhood preventive checkups. Conference “Childhood and Time”, Tampere University/Finland.

Mai 2020/Konferenz-Beitrag Programmatic positionings. “Partnerships“ between children, parents and professionals in ECEC services as discursive boundary objects (gem. m. T. Betz). Conference “Childhood and Time”, Tampere University/Finland.

März 2020/Kongress-Symposium Complex Constellations of Optimization. Relationships between Families and Early Childhood Education and Care Organizations in European Countries (gem. m. T.Betz), DGfE/GERA-Kongress Köln (cancelled)

November 2019/Expertenworkshop: Wie kann Forschungs-Praxis-Transfer gelingen? Ungleichheitssensible Praxismodelle im Kontext von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften entwickeln. 1. Transferworkshop im BMBF-Verbundprojekt PARTNER, Trier.

Oktober 2019/Konferenzbeitrag: „Zwischen ‚morally engaged public ethnography‘ und praxisbezogenen ‚Transferprodukten‘ – Wissenstransformationen im Kontext einer grundlagen- wie anwendungsbezogenen ethnographischen Ungleichheitsforschung“ (gem. mit S. Göbel & A. Sichma). Konferenz „Going Public. Erziehungswissenschaftliche Ethnographie und ihre Öffentlichkeiten“, Halle.

(Vollständiges Vortragsverzeichnis hier)


Aktuelle Lehrveranstaltungen:

Sommersemester 2020

Ambivalenzen des „Aufwachsens in öffentlicher Verantwortung“ - Zur Positionierung von Kindern und ihren Familien in (post-)wohlfahrtsstaatlichen Arrangements: Seminar, MA, Di. 16-18 Uhr.

Bildung, Bewältigung und Organisation in pandemischen Zeiten: Seminar, MA, Mi. 10-12 Uhr.

Rechts-, Organisations- und Finanzierungsstrukturen der Sozialpädagogik: Vorlesung, BA, Mo. 14-16 Uhr.

Übergänge in der Lebensphase Kindheit: Seminar, BA, Di. 10-12 Uhr.