Forschung in der Trierer Ethnologie

Der Fachvertreter hat sich seit Mitte der 1980er Jahre mit Fragen von Kultur und Entwicklung beschäftigt, die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungsethnologie (AGEE e.V.) mitgegründet und war über Jahre Chefredakteur der Zeitschrift „Entwicklungsethnologie.“ (Anmerkung: Sie figurierte in einem Ranking der brasilianischen anthropologischen Gesellschaft – einer der weltweit größten ethnologischen Gesellschaften – 2005 in der zweithöchsten Kategorie, noch vor andern deutschen Fachzeitschriften wie „Anthropos“ und die „Zeitschrift für Ethnologie“.) Er forscht und berät seit dieser Zeit staatliche (BMZ, GTZ, Goethe-Institut) und nichtstaatliche Träger (Brot für die Welt, Misereor, u.a.) zu dieser Thematik. 2005 wurde ein Kulturglossar publiziert, das an der Universität Trier als elektronisches Glossar gehostet wird (www.kulturglossar.de) und in Zukunft regelmäßig aktualisiert werden soll. Das Feld Kultur & Entwicklung wird – entsprechend der Widmung der Professur – ein Forschungsschwerpunkt in Trier bleiben.

Zu kultureller Vielfalt („cultural diversity“) – der zweiten Widmung – wurde in Trier schon in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem APO-Lehrstuhl der BWL (Wächter/Vedder) und mit Geldern des Trierer Forschungsfonds geforscht (Diversity-Kategorie: „Behinderung“ – Feldforschung in den Werkstätten der Lebenshilfe Trier; Schönhuth/Vedder/Antweiler 2005) . Der Fachvertreter hat darüber hinaus mit der Verabschiedung der UN-Konvention zur kreativen Vielfalt 2006 eine wissenschaftliche Beratungstätigkeit bei der deutschen UNESCO-Kommission übernommen, und ist seit Juli 2009 Leiter einer Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Konvention in Deutschland. Auch dieser Forschungsschwerpunkt soll weitergeführt werden. Die Widmung der Stelle als UNESCO-Professur an der Universität Trier wird angestrebt.

Ein dritter Schwerpunkt wird methodischer Natur sein. Der Fachvertreter hat die sogenannten „partizipativen Forschungs- und Beratungsmethoden“ (PRA) 1993 in Deutschland mit eingeführt, dazu vielfach geforscht, beraten und publiziert (vgl. dazu Schönhuth 2005; http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2005/300/). Eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Forschung, Lehre und Beratung kommt  einer Erfindung zu, die der Fachvertreter mit drei Forscherkollegen 2007 getätigt hat (Software VennMaker/Netzwerkvisualisierung, www.vennmaker.com). Auch die Erfindung  „VennMaker“ (s.u.) basiert letztlich auf den partizipativen Methoden. Das Thema der interkulturellen Grenzen dieser Methoden und mit ihnen verbundene Ethikfragen sind noch zu wenig erforscht, und sollen in den nächsten Jahren bearbeitet werden. Konkret wird auch die Entwicklung der sogenannten „partizipativen Netzwerkanalyse“, bzw. die Verbindung von quantitativer und qualitativer Netzwerkanalyse  („Methodentriangulation“),  vorangetrieben.

In der Forschungspolitik ist das Ziel die Integration des Faches in bestehende fachbereichsübergreifende Forschungs- und Lehrzusammenhänge. Zu nennen sind hier insbesondere