PARTNER - Gute Partnerschaften in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung

 Das Zusammenspiel von Organisationen, Praxen und Akteuren als Grundlage für eine ungleichheitssensible Qualitätsentwicklung

Ein Verbundprojekt von Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Universität Trier. Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Lauftzeit: 01.01.2019 – 31.12.2021.

Ausgangspunkt des Projekts

Die Zusammenarbeit mit Familien als Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zum Wohl der Kinder und die verstärkte Beteiligung von Eltern in Kindertageseinrichtungen haben sich in vielen Ländern als programmatische Qualitätsziele für die Praxis in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) etabliert. Vor dem Hintergrund der Heterogenität von familialen Lebenswelten gelten sie als fachlicher Standard, der insbesondere auch dazu beitragen soll, frühzeitig Bildungsungleichheiten entgegen zu wirken. Die wissenschaftliche und zugleich kritisch-distanzierte Auseinandersetzung mit diesen Partnerschaften ist indessen erst im Aufbau begriffen. Dies gilt insbesondere für Forschungsansätze, die diese Partnerschaften in kindheits-, ungleichheits- oder organisationstheoretischer Perspektive in den Blick nehmen. Hier setzt das Projekt PARTNER an.

Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen

Im Verbundprojekt PARTNER werden die konkreten Praxen der Zusammenarbeit als organisational vielfältige und multiperspektivische Gestaltungen des Verhältnisses zwischen Kitas und Familien fokussiert, in die auch die Kinder aktiv eingebunden sind. Dabei interessiert insbesondere, wie in diesen vielfältigen und mitunter auch widersprüchlichen praktischen Gestaltungen des Verhältnisses zwischen Familien und Kitas gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse wirksam werden. Im Sinne einer ungleichheitssensiblen Qualitätsforschung werden drei Fragenkomplexe bearbeitet:

  • Wie gestaltet sich das Verhältnis von Kita und Familie in den Praxen der Zusammenarbeit normativ und performativ aus? Welche unterschiedlichen Konzeptualisierungen von Familie lassen sich im Kita-Alltag finden und welche Verhältnisbestimmungen von Kita und Familie werden dabei praktisch relevant gemacht?
  • Wie sind Fachkräfte und Eltern an der Hervorbringung dieser Verhältnisbestimmungen beteiligt? Und wie gestalten die Kinder – als bislang vernachlässigte Akteursgruppe – diese Praxen und Verhältnisbestimmungen mit? Welche Orientierungen liegen dem Handeln der unterschiedlichen Akteure zugrunde?
  • Welche Bedeutung kommt dem Organisationskontext mit Blick auf diese praktischen Verhältnisbestimmungen von Familie und Kita zu? Welche Rolle spielen dabei z.B. die Organisationskultur und der sozialräumliche Kontext? Welche Aspekte sozialer Ungleichheit werden organisational relevant und als ungleiche Formen von ‚Partnerschaft‘ re-/produziert?

Forschungsziele und Ziele des Forschung-Praxis-Dialogs

Mit diesen Forschungsfragen zielt das Projekt auf grundlagenorientierte Erkenntnisse zur Gestaltung des Verhältnisses von Familie und Kita in kindheits-, ungleichheits-, praxis- und organisationstheoretischer Perspektive. Darüber hinaus wird das Projekt einen praxisbezogenen Beitrag für die Qualitätsentwicklung in der frühpädagogischen Praxis leisten.

Um die Fachpraxis für die vielfältigen Dimensionen und mitunter ambivalenten Normierungen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Eltern und Kindern sowie deren ungleichheitsbezogene Herausforderungen zu sensibilisieren, werden die Forschungsergebnisse anwendungsorientiert aufbereitet. Dieser Wissenstransfer zwischen Forschung und Kita-Praxis wird während des gesamten Projektzeitraums über einen kontinuierlichen Forschung-Praxis-Dialog in verschiedenen Formaten gestaltet.

Forschungsdesign des PARTNER-Projekts

Die grundlagen- und anwendungsbezogenen Zielsetzungen werden über ein multimethodisches und multiperspektivisches Feldforschungsdesign realisiert, das folgende Bausteine enthält:

 

Forschungsteams

Forschungsteam der Universität Trier:

Projektleitung:  Prof.'in Dr. Sabine Bollig

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dr. Sabrina Göbel, Angelika Sichma M.A.

Studentische Mitarbeiterinnen:  Anna-Lena Bindges, Nadja Schu

 

Forschungsteam der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz:

Projektleitung:  Prof.'in Dr. Tanja Betz (Verbundkoordinatorin)

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dr. Stephanie Bischoff, Nadine Kaak M.A.

Studentischer Mitarbeiter:  Jérôme Kloos

 

Kooperationspartnerin: 

Prof. Dr. Maren Zeller, FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften