Professur für Mittelalterliche Geschichte

Die W3-Professur für mittelalterliche Geschichte deckt in der Lehre das Mittelalter in seiner ganzen Breite ab. In der Forschung liegen die Schwerpunkte auf der Intellectual History, der Rechts- und Verfassungsgeschichte sowie der Kulturgeschichte des 14. bis 16. Jahrhunderts bzw. der Zeit des Humanismus und der Renaissance. Geographisch werden insbesondere Italien, Frankreich und Deutschland in den Blick genommen. Es kennzeichnet die Projekte des Teams, dass in ihnen Grundlagenforschung betrieben wird, verschiedene methodische Zugriffe miteinander verbunden werden und Fragen des 21. Jahrhunderts eine historische Tiefenschärfe erhalten. Wir diskutieren und kontextualisieren Themen wie Gerechtigkeit/Gleichheit, Normalität/Ausnahme, Autorität/Gehorsam, Glaube/Vertrauen, Eigennutz/Gemeinwohl und Reform. Petra Schulte, Aline Fries und Noah Weissmüller engagieren sich neben Lehre und Forschung in Gremien der akademischen Selbstverwaltung sowie außeruniversitärer Wissenschaftsinstitutionen wie der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Komplettiert wird das Team durch Fabian Korinth als studentischen Mitarbeiter und Michelle Roß, die das Sekretariat managt.

Eng verbunden mit der Professur ist das Cusanus-Institut, das Petra Schulte als Direktorin leitet und sich der Bildung, der Reform und dem Dialog im 15. Jahrhundert widmet. Einen zentralen Fokus bildet hier der 1401 in Kues geborene Kaufmannssohn Nikolaus von Kues, der zunächst als Jurist, dann als päpstlicher Legat, Bischof und Kardinal Karriere machte und – die Entwicklungen seiner Zeit aufgreifend – über das Verhältnis von Mensch und Gott nachdachte. Die berühmte Büchersammlung des Nikolaus von Kues als regionales wie internationales kulturelles Erbe digital zugänglich zu machen, zu erschließen und auszuwerten, zählt zu den aktuellen Vorhaben des Cusanus-Instituts.

Die Wissenschaftskommunikation und der Dialog mit der Öffentlichkeit sind sowohl der Professur als auch dem Cusanus-Institut ein besonderes Anliegen. Unsere Aktivitäten in diesem Bereich kündigen wir ebenso wie neue Publikationen, Vorträge von Gästen und des Teams, Exkursionen etc. unter Aktuelles an. Sie sind unseren Forschungsfeldern zugeordnet. Nachdrücklich sei an dieser Stelle auch auf die Arbeiten von Eric Burkart hingewiesen, der von 2015 bis 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur war, anschließend durch Drittmittel finanzierte Projekte leitete und an der Universität Trier einen international sichtbaren Forschungsschwerpunkt zur mittelalterlichen Kampfkultur aufgebaut hat.