Forschung - Dr. Christin Hansen

Forschungsinteressen und Arbeitsschwerpunkte

  • Historische Stereotypenforschung
  • Diskursgeschichte
  • Nationalbewegungen und Nationskonzepte
  • Kolonialgeschichte
  • Gendergeschichte
  • Spanischer Bürgerkrieg 

Habilitationsprojekt: Internationale Beteiligung von Frauen am Spanischen Bürgerkrieg: Konzepte und Praktiken weiblicher Partizipation in der Zwischenkriegszeit

10/2021 - 10/2027

Die Beteiligung von Freiwilligen aus anderen Ländern während Kriegen ist in der Geschichte kein neues Phänomen: In Kriegen des 19./20. Jahrhunderts übernahmen neben Männern auch Frauen aus dem Ausland verschiedene Funktionen, von denen vor allem die traditionellen wie Versorgung oder Krankenpflege erinnert werden. Jenseits dieser traditionellen Rollenbilder wurde die freiwillige Beteiligung von Frauen an bewaffneten Konflikten bisher jedoch erstaunlich wenig untersucht. Im Projekt dient der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) als Beispiel: In den ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Kommunismus vs. Antikommunismus und Faschismus vs. Antifaschismus konnten sich Frauen in bisher unbekannter Weise neu verorten und somit neue Handlungsfelder und Rollen im Kriegsgeschehen für sich erschließen. So ist es möglich, den rapiden Wandel der Geschlechterbeziehungen und -rollen der Zwischenkriegszeit vor dem Hintergrund radikaler ideologischer, kriegerischer und pazifistischer Auseinandersetzungen nachzuvollziehen. Der Spanische Bürgerkrieg wird im Projekt also als Raum verstanden, in dem sowohl der Einsatz der Frauen (und Männer) vor Ort als auch die Rezeption beziehungsweise die Bewertung dieses Einsatzes durch die Teilnehmenden selbst und ihre Herkunftsräume verhandelt werden.

Das Projekt leistet somit nicht nur einen Beitrag zur Geschlechtergeschichte, sondern eröffnet auch einen neuen Blickwinkel auf Krieg als Aushandlungsort von Partizipationsprozessen.


Paderborn Postkolonial

09/2022 - 10/2025

In vielen deutschen und europäischen Städten (z.B. Paris, Berlin, Freiburg, Bielefeld) gibt es engagierte Arbeitsgruppen, die das lokale postkoloniale Erbe aufarbeiten: Welche Bürger*innen der eigenen Stadt und Region waren im 19. Jh. in den Kolonien in Afrika oder Asien aktiv, z.B. als Händler*innen, Unternehmer*innen, Soldaten, Verwaltungsbeamte oder in der Mission? Welche Beziehungen und Netzwerke zwischen den Kolonien und dem „Mutterland“ wurden aufgebaut? Welche materiellen Güter (z.B. Waren, Kunst- oder Gebrauchsgegenstände) wurden ausgetauscht? Welche Machtstrukturen entwickelten sich und wie wurden sie gestaltet und genutzt? Ziel des studentischen Projekts ist es, die postkoloniale Geschichte Paderborns genauer zu untersuchen, indem wir Akteure und ihre Netzwerke ausfindig machen und ihre Aktivitäten analysieren.
Ziele und Vorgehen

Studierende schreiben Blogbeiträge zur kolonialen Geschichte Paderborns.
Interdisziplinäre Aspekte und Transfer

Wir arbeiten eng zusammen mit dem Stadt- und Kreisarchiv Paderborn (Wilhelm Grabe).