Die Polizei in Umbruchssituationen

29. Kolloquium zur Polizeigeschichte

 

Ort: Trier
Veranstaltungsort: Hochschule Trier, Paulusplatz, 54290 Trier
Veranstalter: Dr. Thomas Grotum (Universität Trier), Lena Haase M.A. (Universität Trier), RR Dr. Georgios Terizakis (Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz)
Datum: 04.07.2019 - 06.07.2019
 


Seit 1990 treffen sich vornehmlich Historiker/innen, Sozialwissenschaftler/innen sowie Polizist/inn/en, um auf den jährlich stattfindenden Kolloquien zur Polizeigeschichte ihre aktuellen Forschungen zu diskutieren. Das Kolloquium ist darüber hinaus geöffnet für alle an Polizeigeschichte Interessierten und richtet sich auch an jüngere Wissenschaftler/innen.

Vom 4. bis zum 6. Juli 2019 veranstaltete das Forschungsprojekt "Gestapo Trier" gemeinsam mit der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz das 29. Kolloquium zur Polizeigeschichte in der Aula der Hochschule Trier. Unter dem Thema "Die Polizei in Umbruchssituationen" diskutierten 58 WissenschaftlerInnen aus Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Italien, Israel, Finnland, Belgien, den Niederlanden und den USA über neue Perspektiven und aktuelle Forschungen zur Polizeigeschichte.

Besondere Würdigung fand der Anfang des Jahres verstorbene Historiker Alf Lüdtke. Auf seine Initiative geht diese nun schon im 29. Jahr stattfindende Veranstaltung zurück, die nicht nur aktuellen Forschungsprojekten eine Präsentationsplattform bietet, sondern insbesondere jungen ForscherInnen die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch ermöglicht.

Michael Jäckel, der Präsident der Universität Trier, und Friedel Durben, der Direktor der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz, begrüßten das internationale Publikum und betonten nicht nur den Wert der Veranstaltung für die anwesenden Gäste aus Wissenschaft, Archiv und Polizei, sondern hoben explizit den Wert der Kooperation der beiden Institutionen hervor, die nicht zuletzt in diesem Kolloquium seinen Ausdruck findet.

Eine inhaltliche Dokumentation der Tagung ist derzeit in Arbeit. Ein Tagungsbericht auf H-Soz-u-Kult ist erschienen, ein Sammelband ist bei den Veranstaltern (Thomas Grotum, Lena Haase und Georgios Terizakis) in Planung.

Fotos zur Veranstaltung

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Programm

Donnerstag, 4. Juli 2019

Begrüßung und Einführung
Thomas Grotum (Universität Trier)
Lena Haase (Universität Trier)
Georgios Terizakis (Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz)

Grußworte
Michael Jäckel (Präsident der Universität Trier)
Friedel Durben (Direktor der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz)

Soziale Praxis der Polizei und Alltag der Polizierten – Alf Lüdtke und die neue(re) Polizeigeschichtsforschung
Gerhard Fürmetz (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München)
Herbert Reinke (Berlin/Brüssel)
Klaus Weinhauer (Universität Bielefeld)

Sektion 1: Die Polizei in Umbruchssituationen in internationaler Perspektive (Lutz Raphael, Universität Trier)

Non-prosecution of police personnel for criminal offences in the French Third Republic 1872-1914: New régime, old practices
Anja Johansen (University of Dundee)

The police of a small country during political upheavels 1917-1948
Vesa Vares (University of Turku)

Police and the New Order: Police in German-occupied Belarus, 1941-1944
Leonid Rein (International Institute for Holocaust Research Yad Vashem)

Sektion 2: Polizeiarbeit im Kalten Krieg (Gerhard Sälter, Stiftung Berliner Mauer)

Zirkulation von Polizeifachwissen in politischen Umbruchssituationen: Chiles polizeiliche Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland und Kuba (1955-1973)
Mónika Contreras-Saiz (Freie Universität Berlin)

Vom Ende der Unantastbarkeit. Die sowjetische (Geheim)Polizei nach Stalins Tod 1953-1956
Immo Rebitschek (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Freitag, 5 Juli 2019

Sektion 3: Institutioneller und kultureller Wandel in der Polizei (Klaus Weinhauer, Universität Bielefeld)

Die Entwicklung der Gewerkschaft der Polizei Saar in politischen Umbruchssituationen 1945-1967/68
Ines Heisig (Universität des Saarlandes)

Polizeimännlichkeiten. Eine empirische Untersuchung zu Wandel und Beständigkeit von Männlichkeitskonstruktionen in der Polizei (Werkstattbericht)
Kai Seidensticker (LKA Nordrhein-Westfalen)

Übersetzungen und die Zuschreibung kultureller Fremdheit in Polizei-Migranten-Interaktionen
Jan Beek (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Sektion 4: Zwischen Monarchie und Demokratie: Reaktionen der Polizei auf politische Umbrüche am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert (Lena Haase, Universität Trier)

„Deutsche Pinkertons“ – Die Entstehung privater und halb-staatlicher Sicherheitskräfte im wilhelminischen Reich
Amerigo Caruso (Universität des Saarlandes)

The Police as Censor during the First World War – The situation in Berlin and Paris
Eberhard Demm (Université Lyon III)

„Was tat diese Polizei, um Recht und Gesetz zu schützen?“ Das Verhältnis von lokaler Gesellschaft und Polizei nach den Märzkämpfen 1921
Felix Berge (Institut für Zeitgeschichte München)

Sektion 5: Von der Institutionalisierung zur Digitalisierung (Gerhard Fürmetz, Bayerisches Hauptstaatsarchiv München)

Grenzen und Möglichkeiten der Innsbrucker Polizeidirektion als regionales Wach- und Kontrollorgan in Tirol, 1786-1790
Julian Lahner (Universität Innsbruck)

Digitaler Umbruch – Wegbrechen der Quellen? Die Bewertung und Archivierung personenbezogener elektronischer Kriminalakten im Niedersächsischen Landesarchiv
Philip Haas (Niedersächsisches Landesarchiv)

Offene Sektion (Andreas Borsch, Universität Trier)

Das Museum „Hotel Silber“ – Eine neue Ausstellung zur Geschichte der Polizei und der Gestapo in Württemberg
Friedemann Rincke (Haus der Geschichte Baden-Württemberg)

Samstag, 6. Juli 2019

Sektion 6: Wien im Fokus – Aufgaben und Herausforderungen städtischer Polizei in politischen Umbruchssituationen (Georgios Terizakis, Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz)

Von der Devianz zum Umbruch? Der Großraum Wien in der zeitgenössischen sicherheitspolizeilichen Perspektive 1917/18
Florian Wenninger (Universität Wien)

Passivity Amidst Upheaval: The Viennese Police and the Anschluss
Lindsay MacNeill (American University Washington)

Sektion 7: Deutsche Polizei im Auslandseinsatz während der nationalsozialistischen Expansion in Europa (Thomas Grotum, Universität Trier)

Der Einsatz deutscher Polizisten im besetzten Lothringen, 1940-1944
Walter Rummel (Landesarchiv Speyer)

Polizeistrukturen und Aufgabenbereiche in der Operationszone Adriatisches Küstenland
René Moehrle (Universität Trier)

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Synthese „Polizei in Umbruchssituationen“
Herbert Reinke (Berlin/Brüssel):

 

Kontakt

Lena Haase

Universität Trier
Universitätsring 15, 54296 Trier
+49 0651 201-3332

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