Sitzung des Arbeitskreises Jugendgerichtsverfahren

StAW Trier

Während der Sitzung des Arbeitskreises Jugendgerichtsverfahren (früher: Helenenbergkreis) am 21. November 2025 bei der Staatsanwaltschaft Trier, Christophstraße 1, hat Thomas Grotum einen kurzen Einführungsvortrag über das Gebäude gehalten:

Die Christophstraße 1 in Trier: Sitz der Staatspolizeistelle Trier 1935-1944

Sektion auf dem Historikertag 2025 in Bonn | VHD

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Lena Haase, Keywan Klaus Münster (Sektionsleitung)

Die Macht der Öffentlichkeit(en) und der Umgang mit sexuellem Missbrauch

Themen: Neuere und Neueste Geschichte, Geschlechtergeschichte

Sprache: Deutsch 
Di. 16. Sep. 2025 14:00 – 15:40 Uhr
Ort: Hörsaal 10

Die Beschäftigung mit sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt ist noch nicht lange Gegenstand historischer Forschung. Noch ganz am Anfang steht dabei die Beschäftigung mit der Rolle, welche „Öffentlichkeit“ gespielt hat und spielt. Ohne deren „Macht“, ohne Kampagnen Betroffener und Organisationen, die nicht selten auch auf Emotionalisierung setzen, ohne Presseberichte, die teils eine Skandalisierung betreiben, und ohne öffentliche Debatten ist die Geschichte jedoch undenkbar. Weitaus stärker als zuvor werden dabei auch institutionelle und soziale Strukturen der Verschleierung und eine Kultur des Verschweigens beleuchtet. Das gilt in erster Linie für die medial stark im Fokus stehenden beiden christlichen Kirchen, gleichermaßen aber auch für zivile Einrichtungen, Vereine und letztlich auch die Familie. Dabei war und ist für die Entscheidungsträger in- und außerhalb der betroffenen Strukturen der Blick auf die Öffentlichkeit maßgeblich – eine Erkenntnis, die sich auch allmählich durch synchrone und diachrone Vergleiche zu bestätigen scheint.

Das Panel setzt hier an und geht von der Beobachtung aus, dass institutionelle, zivile und mediale Öffentlichkeit(en) den Umgang mit sexualisierter Gewalt entscheidend beeinflussten und beeinflussen. Es möchte die Dynamiken und Wechselbeziehungen zwischen institutionellen Entscheidungsträgern und den Gefahren (und Chancen) öffentlicher Resonanzräume in drei Fallstudien untersuchen. Die Sektion kombiniert komparative synchrone wie diachrone Perspektiven. Die drei Vorträge bieten so Einblicke in die Wechselwirkungen von öffentlichen Reaktionen auf und den institutionellen und gesamtgesellschaftlichen Umgang mit sexuellem Missbrauch von den 1930er bis in die 1990er Jahre.

Die Sektion wird neben einer fünfminütigen, auf Phänomene der jüngsten Zeitgeschichte ausgerichteten, Einführung aus drei Vorträgen (à 20 Minuten) bestehen und Zeit für eine 25-minütige Diskussion lassen.

Standesrecht und Öffentlichkeit. Zum Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche seit den 1930er Jahren

Keywan Klaus Münster (Bonn)

Ausgehend von der nationalsozialistischen Kampagne rund um die „Sittlichkeitsprozesse“ fragt der Beitrag nach Wechselwirkungen zwischen Öffentlichkeit und innerkirchlichem Umgang mit Missbrauchsfällen. Wie veränderten mediale Berichterstattung und der öffentliche Druck kirchliche Verfahrensnormen seit den 1930er Jahren? Welche Voraussetzungen bestanden und welche Bedeutung wurde neugeregelten Geheimhaltungsstandards beigemessen? Welche Rolle spielten einzelne Bischöfe und wie wirkten temporäre Sonderlösungen bis in die Zeit nach 1945? Der Vortrag will zeigen, dass ein Schlüssel zum Verständnis des kirchlichen Umgangs mit sexuellem Missbrauch in der Kenntnis der Verfahrensnormen und ihrer Anpassung liegt.

Von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Sexualisierte Gewalt in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau

Anette Neff (Darmstadt)

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zeigt sich für die 1950er bis 1980er Jahre eine uneinheitliche Wahrnehmung von sexualisierter Gewalt und „Öffentlichkeiten“ im kirchlichen Raum. Das Handeln auf Gemeinde-, mittlerer Ebene und Kirchenleitung war nicht aufeinander abgestimmt und harmonierte nur bedingt mit dem von weltlichen Entscheidungsträgern und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen. Die institutionelle und gemeindliche Öffentlichkeit bewertete Fälle sexualisierter Gewalt als Einzelfälle und nahm strukturelle Probleme nicht wahr. Inwiefern bestimmten Erfahrungen der NS-Zeit und die Aufwertung der Gemeinden dieses System der konkurrierenden „Öffentlichkeiten“, das Eingriffsmöglichkeiten einschränkte?

„Im Dunkeln waren wir lange genug“. Öffentlichkeit(en) und feministischer Aktivismus gegen sexuellen Missbrauch an Kindern in den 1980er und 1990er Jahren

Ruth Pope (Hamburg)

In den 1980er und 1990er Jahren wandelte sich in der BRD der Diskurs über sexuellen Missbrauch an Kindern. Um 1980 begannen Frauen, die Missbrauch erlebt hatten, ihre Gewalterfahrungen zu dokumentieren und Erkenntnisse zu formulieren und widersprachen den Deutungen in Medien, Politik und Wissenschaft. Die Aktivistinnen setzten ihre Autorität als Betroffene ein, um mit Hilfe öffentlicher Aufmerksamkeit Druck auf politische Akteur:innen und Einfluss auf den Fachdiskurs sowie Beratungs- und Therapieformen auszuüben. Der Vortrag fragt danach, wie die Aktivistinnen diese unterschiedlichen Öffentlichkeiten beeinflussten und damit langfristig die Debatten prägten.

Moderation

Lena Haase (Trier)

Das Frauenstraflager Flußbach | Bürgerhaus Flußbach

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Am Freitag, den 12. September 2025, laden der Förderverein Gedenkstätte KZ Hinzert, das Emil-Frank-Institut in Wittlich und der Gemeinderat Flußbach zu einem Vortrag von Lena Haase (Universität Trier) mit anschließendem Gespräch zum Thema "Frauenstraflager Flußbach " ins Bürgerhaus Flußbach ein.
 
Ort: Bürgerhaus Flußbach, Kirchstraße 2
Uhrzeit: 18.00 Uhr

Das  Lager war ab April 1941 zunächst Außenarbeitsstelle des (Männer-)Straf- und Jugendgefängnisses Wittlich. Am 15. August 1942 bewilligte der Generalstaatsanwalt in Köln 20 weibliche Kräfte des einfachen  Aufsichtsdienstes zur Bewachung des Lagers. Einen Monat später, am 16.  September 1942, wurde das Frauenstraflager sodann mit ersten Gefangenen belegt. Es unterstand weiterhin der Haftanstalt in Wittlich.
 
In  den knapp zwei Jahren von 1942 bis 1944 wurden mindestens 1.992 Frauen in Flußbach inhaftiert. Zum einen waren es Französinnen und  Luxemburgerinnen, die oft wegen ihres politischen Widerstandes als  „Nacht-und-Nebel“-Häftlinge aus ihren Heimatländern verschleppt wurden.  Zum anderen waren deutsche Frauen als Strafgefangene in Flußbach. Nachweisbar sind auch Frauen aus Osteuropa, die meist zunächst als  Zwangsarbeiterinnen verschleppt worden sind und schließlich in das Lager Flußbach gerieten.

Forschungskolloquium 2025 | Universität Frankfurt a.M.

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Am Dienstag, den 1. Juli 2025, referiert Björn Stumm im Forschungskolloquium "Neuere Forschungen zur Geschichte und Wirkung des Holocaust" (Prof. Dr. Sybille Steinbacher) an der Universität Frankfurt am Main zum Thema

Die Wiedergutmachungsakten der Überlebenden der Vernichtungslager. Potenziale und Grenzen eines neuen Quellenbestandes

Die Veranstaltung findet von 18:00 bis 20:00 Uhr auf dem Campus Westend, Raum IG 0.457, statt.
 

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Polizei & Geschichte | HöMS Campus Wiesbaden

Roundtable

Donnerstag, den 22. Mai 2025 | 13:30 - 15:30 Uhr | HöMS Campus Wiesbaden | Geb. 9b | Raum 137

Veranstaltung im Rahmen der Reihe „VERINNERlicht – mit der Geschichte lernen“

Seit August 2021 kooperieren die Universität Trier und die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz offiziell miteinander. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Stärkung der Polizeigeschichte in Forschung und Lehre sowie die Förderung eines Geschichtsbewusstseins im Rahmen der Aus- und Weiterbildung von Angehörigen der Polizei in Rheinland-Pfalz. In diesem Roundtable-Format soll über die Bedeutung historisch politischer Bildung in polizeilichem Zusammenhang diskutiert werden. Die Wichtigkeit eines reflektierten historischen Bewusstseins zur Organisation Polizei und der Rolle von Polizistinnen und Polizisten im demokratischen Rechtsstaat sowie Möglichkeiten und Grenzen historisch politischer Bildungsarbeit stehen dabei im Mittelpunkt.

Referent:
Dr. Thomas Grotum, Historiker, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachteil Neuere und Neueste Geschichte, Mitglied (Geschäftsführer) der kollegialen Leitung der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL (gemeinsam mit Dr. Lena Haase und Prof. Dr. Christoph Schäfer), Leiter des Forschungsprojekts "Digitaler Erinnerungsatlas der Großregion" (gemeinsam mit Dr. Jürgen Michael Schulz), Leiter des Forschungsprojekts zur Geschichte der Gestapo Trier, Wissenschaftliche Begleitung der "Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung"

► Plakat

Polizei & Geschichte | HöMS Campus Wiesbaden

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Roundtable

Mittwoch, den 14. Mai 2025 | 13:30 - 15:30 Uhr | HöMS Campus Wiesbaden | Geb. 9b | Raum 137

Veranstaltung im Rahmen der Reihe „VERINNERlicht – mit der Geschichte lernen“

Seit August 2021 kooperieren die Universität Trier und die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz offiziell miteinander. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Stärkung der Polizeigeschichte in Forschung und Lehre sowie die Förderung eines Geschichtsbewusstseins im Rahmen der Aus- und Weiterbildung von Angehörigen der Polizei in Rheinland-Pfalz. In diesem Roundtable-Format soll über die Bedeutung historisch politischer Bildung in polizeilichem Zusammenhang diskutiert werden. Die Wichtigkeit eines reflektierten historischen Bewusstseins zur Organisation Polizei und der Rolle von Polizistinnen und Polizisten im demokratischen Rechtsstaat sowie Möglichkeiten und Grenzen historisch politischer Bildungsarbeit stehen dabei im Mittelpunkt.

Referentin:
Dr. Lena Haase, Historikerin, Leiterin der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL der Universität Trier. Forschungsschwerpunkte: Polizeigeschichte, Geschichte der Geheimen Staatspolizei, Justizgeschichte und Geschichte der Strafverfolgungspraxis, Gewaltgeschichte, Geschichte sexualisierter Gewalt, Transatlantische Migration.

► Plakat

Junge Gesellschaft | Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde | Bonn

Junge Gesellschaft

Region trifft internationale Politik

Auftaktveranstaltung des Programms "Junge Gesellschaft" der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (GRhG) in der Academy of International Affairs NRW (AIA NRW), Rheinallee 24, 53173 Bonn, 31. Januar 2025, 9:00 - 17:00 Uhr.

15:00 - 16:30 Uhr Vortragssektion 2

mit
Leon Stein (Trier)
Die Betrugsaffäre des Koblenzer Rechtsanwalts Dr. Walter Lange als Zerreißprobe für die außereuropäische Sonderzuständigkeit der rheinland-pfälzischen Wiedergutmachungsverwaltung

Wanderausstellung „Nichts war vergeblich – Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“

Ausstellungsplakat

Auf Initiative der Gleichstellungsstelle Bernkastel-Wittlich und des Emil-Frank-Instituts in Wittlich wird die Wanderausstellung „Nichts war vergeblich – Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ sechs Wochen an verschiedenen Orten im Landkreis Bernkastel-Wittlich gezeigt.

Zur Vernissage am 27. Januar 2025, um 19 Uhr mit Vortrag mit Dr. Lena Haase, Uni Trier, in der Autobahn- und Radwege-Kirche St. Paul in Wittlich-Wengerohr und dem traditionellen Gedenkgottesdienst um 18 Uhr zum Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus sind alle Interessierten herzlich eingeladen. In St. Paul kann die Ausstellung bis 2. Februar besucht werden.

Rundtischgespräch: Eichmanns Helfer in Luxemburg: Wer war Otto Schmalz?

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Veranstaltung von Musée National de la Résistance et des Droits Humains

Mittwoch, den 15. Janaur 2025 | 19:00 Uhr | Place de la Résistance, L-4041 Esch-sur-Alzette, Luxembourg

Otto Schmalz ist bis heute ein Mysterium!

Als Mitarbeiter der Gestapo war er als „Judensachbearbeiter“ für die Erfassung, die erzwungene „Auswanderung“ und die Deportation der Juden Luxemburgs verantwortlich. In der Erinnerung seiner Opfer jedoch bleibt er als „hilfsbereiter“ Beamter, der sich ihnen gegenüber stets „anständig“ benommen habe und versucht hätte, ihr Leid zu midern.

Wer war also Otto Schmalz?

Dieser Frage geht erstmals das Historiker-Team um Lena Haase, Daniel Thilman und Jérôme Courtoy nach. Sie geben Einblicke in das Leben des Mannes, der letzten Endes für den Tod hunderter Luxemburger Juden mitverantwortlich war.

 

Hochschulgesprächstag | Hochschule der Polizei RLP

"Befehl ist Befehl"? - Die Polizei im NS-Staat

am 10. Januar 2025, Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz, Campus-Hahn, ist  Thomas Grotum am Hochschulgesprächstag des 32. BA-Jahrgangs mit dem folgenden Workshop vertreten:

Die Sicherheitspolizei in der Provinz: Die Gestapo Trier als Instrument der Herrschaftssicherung im Nationalsozialismus