Frühchristliche Grabinschriften im Westen des Römischen Reiches (Hrsgg. Lukas Clemens, Hiltrud Merten & Christoph Schäfer)

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Der dritte Band der Reihe „Interdisziplinärer Dialog zwischen Archäologie und Geschichte“ versammelt die Vorträge der vom 13. bis 15. Juni 2013 in Trier durchgeführten Konferenz über „Frühchristliche Grabinschriften im Westen des Römischen Reiches“. Bei der Arbeit an den Trierer Neufunden aus St. Maximin zeigte sich bald die Notwendigkeit des überregionalen Vergleichs mit entsprechendem Material aus dem Westen des Römischen Reiches. Im Rahmen der Konferenz wurde die Gelegenheit zur Diskussion mit Fachkollegen unter Einbeziehung der originalen Trierer Fundstücke geschaffen.

Im Vordergrund standen die Verbindungen zwischen den Trierer Zeugnissen und denen eines weiteren geographischen Rahmens: Welche Einflüsse wirkten auf die Gestaltung der Trierer Inschriften, welche Impulse gingen von Trier aus? Die reich bebilderten Beiträge der international renommierten Autoren sind geographisch in drei Sektionen gegliedert:

Sektion I – behandelt die Zeugnisse aus Trier und angrenzenden Gebieten. Sektion II – präsentiert und diskutiert die epigraphischen Denkmäler des frühen Christentums aus dem gallischen und germanischen Raum. Sektion III – lenkt schließlich den Blick auf den Mittelmeerraum, hier vor allem auf die Stadt Rom.

Die wissenschaftliche Zielsetzung der Konferenz wurde erreicht: Einflüsse auf die Entwicklung des Trierer Materials gingen vielfach von den Fremden aus, die im 4. und frühen 5. Jahrhundert in die Kaiserresidenz Trier strömten. Ab der Mitte des 5. Jahrhunderts bis zum Ende des 7. Jahrhunderts „konservierte“ man jedoch in Trier das entwickelte Inschriftenformular, bevor im 8. Jahrhundert der Beginn eines neuen Abschnitts sich u.a. in einem neuen Formular zeigt.

Krešimir Matijević, Ursprung und Charakter der homerischen Jenseitsvorstellungen. August 2015, Verlag Ferdinand Schöningh

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Das Leben nach dem Tod fasziniert seit Menschengedenken. Die frühesten griechischen Jenseitsvorstellungen finden sich in den Epen Homers. Wie aber sehen diese aus und woher kommen sie?
Untersucht werden die frühesten griechischen Vorstellungen davon, was den Menschen im Jenseits erwartet. Wie sieht die Welt der Toten aus? Gelangt man in diese nur als Toter oder möglicherweise auch als Lebender? Existieren dort Emotionen? Werden die irdischen Sünden im Jenseits bestraft? Bestehen Alternativen zum Tod, kann man diesen also vermeiden, und wenn ja, wer erhält ein derartiges Privileg? Ziel dieser Monographie ist es darüber hinaus aber auch, den Ursprung der frühen griechischen Jenseitsvorstellungen zu untersuchen. Hier wurden von der Forschung insbesondere Mesopotamien, aber auch Ägypten, der kleinasiatische Raum oder sogar Germanien ins Auge gefasst. Diese und andere Theorien werden auf den Prüfstand gestellt.

 

Menschen und Orte der Antike: Festschrift für Helmut Halfmann zum 65. Geburtstag (Pharos Studien zur griechisch-römischen Antike), Juli 2015. Sabine Panzram, Werner Rieß, Christoph Schäfer (Hrsg.)

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Die Festschrift enthält ein Vorwort, eine Tabula Gratulatoria und 24 Aufsätze. Sie befassen sich mit Herodots Plataiai, Weihreliefs an Asklepios, Philotas und Alexander, den roten Fischern von Anthedon, Apollon Didymeos und Iasos, der Rolle der Volkstribunen als Gesetzgeber, Raumerfassung und Städtegründungen in der Tarraconensis, dem Briefwechsel Antonius-Cicero, der Reziprozität beim Führer- und Kaisereid, den Bäumen des Valerius Asiaticus, der Abberufung des Mithridates durch Caligula, einer Weihung an Mars Equitum aus Ravna, Serbien, sowie Militärdiplomen und der Heereskonstitution des Commodus. Weite Themen sind der Bandit Bulla Felix, die Unterbringung von principales in römischen Militärlagern, Sicherheit in einer Welt ohne Statistik, ökonomische Nischen, Konkurrenz und Spezialisierung in Handel und Handwerk der Römischen Kaiserzeit, die Reeder Alexandrias, die Gerichtsbarkeit des Praefectus annonae, Stadtpatrone als antike Erfindung, Shakespeares "Antonius und Kleopatra" und Plutarch, die Rezeption des Aristophanes sowie eine Korrespondenz von 1873 zwischen dem Althistoriker von Gutschmid und dem Orientalisten Nöldeke.

Mark Beck, Der politische Euergetismus und dessen vor allem nichtbürgerliche Rezipienten im hellenistischen und kaiserzeitlichen Kleinasien sowie dem ägäischen Raum (Pharos Studien zur griechisch-römischen Antike, Bd. 35), Dezember 2015. Hans-Joachim Drexhage, Christoph Schäfer, Wolfgang Spickermann (Hrsg.)

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Die im Rahmen des Sonderforschungsbereiches “Fremdheit und Armut. Wandel von Inklusionsformen und Exklusionsformen von der Antike bis zur Gegenwart” entstandene Arbeit zielt auf ein umfassendes Verständnis des Euergetismus als Institution, wozu vor allem die Reziprozität von Gabe und Dankbarkeit als Grundlage für die Motive antiker Wohltäter und die Entwicklung des Euergetismus untersucht werden. Erstmals erfolgt eine umfassende Analyse der Inklusion der verschiedenen Nichtbürgergruppen in Euergesien, wie z.B. Römer, Metöken, Freigelassene, Sklaven oder Fremde, wobei sich ein klares Verhältnis zur zunehmenden Elitenbildung innerhalb der Poleis abzeichnet und im Lauf der Zeit privilegierte Gruppen stärker begünstigt wurden. Auch bezüglich der speziellen bzw. verallgemeinernden Begriffe für Nichtbürgergruppen und ihrer Integration in die Empfängergruppen für Euergesien konnten, nicht zuletzt durch Inschriften, neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die Quellensammlung der Studie erlaubt künftig eine gezielte Beschäftigung mit den einzelnen euergetischen Inschriften, die Nichtbürgergruppen behandeln.

Pascal Warnking, Der römische Seehandel in seiner Blütezeit - Rahmenbedingungen, Seerouten, Wirtschaftlichkeit, Alte Geschichte, Diss. Trier 2015, Erschienen: Verlag Marie Leidorf, Rahden 2015 (= Pharos 36).

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Die Studie widerlegt den weitverbreiteten Irrtum, dass antike Händler vor allem Abenteurer gewesen seien. Zwar waren Mut und Risikobereitschaft nötig, aber Erfolg war maßgeblich die Summe vieler richtiger Entscheidungen über Generationen, wobei Alexandria und Rom als berechenbare und zuverlässige Beschaffungs- und Absatzmärkte eine besondere Rolle spielten. Obwohl den Römern nachgesagt wurde, dass sie das Meer nicht liebten, nutzten sie es so erfolgreich, dass sie dank der über Jahrhunderte stabilen Rahmenbedingungen - gemessen am Handelsvolumen - die bedeutendsten Händler der Antike wurden. Dabei wurde auch auf Routen über das offene Meer und am Wind gefahren. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aspekt des Segelns im Mittelmeer. Dabei geht es u. a. um die 28 wichtigsten der bezeugten Segelrouten der Antike mit detaillierten Betrachtungen zu Geographie, Klima und Wetter, Schiffsgrößen, Ladungen, Reisedauer, Kosten, Zöllen, Piraten usw. Mit dem Regattenprogramm Expedition wurden für 183 Reisetage im Jahr mit zwei Startzeiten pro Tag rund 50.000 Berechnungen für realistische Routen in dynamischen Wettersystemen durchgeführt und mit antiken Angaben verglichen. Die so entwickelte Methode ermöglicht die verlässliche Bestimmung antiker Seerouten und Reisezeiten. Die Ergebnisse fließen in ein Modell ein, mit dem die Profitabilität des römischen Seehandels analysiert wird.

Kleine Schriften zur Germanienpolitik in der römischen Kaiserzeit. Rainer Wiegels, Kresimir Matijevic und Wolfgang Spickermann (Hrsg.) Pharos, Band 29. 622 Seiten, 259 Abbildungen, 2 Tabellen

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Anläßlich des 75. Geburtstages des Osnabrücker Althistorikers Rainer Wiegels wurden dreiundzwanzig seiner wichtigsten Schriften wiederabgedruckt, ergänzt um ein Vorwort der Herausgeber, ein Schriftenverzeichnis Wiegels seit 2005 und einen umfassenden Quellenindex. Gemäß den Forschungsinteressen des Jubilars liegt der Schwerpunkt auf frühkaiserzeitlicher Militärgeschichte, insbesondere Forschungen zum mutmaßlichen Varusschlachtfeld von Kalkriese, in deren wissenschaftliche Aufarbeitung und Interpretation Wiegels von Anfang an, d.h. seit 1988 89, maßgeblich eingebunden war und ist. Dabei hat er das regionale Ereignis immer wieder in den Kontext römischer Reichspolitik der julisch-claudischen Epoche gestellt. Wesentliche Themen sind u. a. die Schlachtfeldbefunde und Schlachtfeldlokalisierung, die antike schriftliche Überlieferung zur clades Variana, die beteiligten Legionen, Münzfunde, zeitgenössischer Germanenbegriff und Germanenvorstellung, die Germanienpolitik nachcaesarischer Zeit, aber auch der Hermann-Mythos sowie das Verhältnis zwischen römischem Heer und Zivilgesellschaft im Prinzipat.

 

LUSORIA RHENANA. Ein römisches Schiff am Rhein. Neue Forschungen zu einem spätantiken Schiffstyp. Fritz Brechtel, Christoph Schäfer, Gerrit Wagener (Hrsg.). Verlag Koehler Hamburg, 2016

 
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Als Ende 1981 in Mainz die Wracks mehrerer römischer Militärschiffe entdeckt wurden, eröffnete dies völlig neue Perspektiven für die altertumswissenschaftliche Forschung. Erstmals ließ sich der Standardtyp spätantiker Kriegsschiffe - die in den Schriftquellen immer wieder erwähnte navis lusoria - identifizieren und nach umfangreichen Studien auch planerisch rekonstruieren. Die hierauf basierende Rekonstruktion in Originalgröße sowie der Bau eines 1 : 3-Modells ermöglichten umfangreiche Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit dieses Schiffstyps, an denen sich eine Vielzahl von Fachwissenschaftlern und Studierenden der Universität Trier sowie verschiedener weiterer Universitäten, Hochschulen und Institutionen beteiligte.Aus den Ergebnissen kann eine neue Sicht auf das spätantike Verteidigungskonzept und letztlich die ganze Komplexität des Imperium Romanum gewonnen werden.Im Anschluss an die Testfahrten wurde die voll einsatzfähige LUSORIA RHENANA im Landkreis Germersheim auch für ein allgemeines Publikum erschlossen, sodass interessierte Gruppen mit dem Schiff die römische Vergangenheit hautnah erfahren können.

Connecting the Ancient World. Mediterranean Shipping, Maritime Networks and their Impact.
Vernetzungen in der Antike. Mittelmeerschifffahrt, maritime Netzwerke und deren Auswirkungen.
Christoph Schäfer (Hrsg.)

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Der Band geht auf eine internationale Vortragsreihe an der Universität Trier im Sommer 2016 zurück und enthält ein Vorwort sowie acht Aufsätze. Diese befassen sich mit Segeltypen [z.B. Rahsegel, Artemonsegel, Sprietsegel], dem Segeln und der Seemannskunst im antiken Mittelmeerraum [Whitewright], klimatischen Einflüssen auf den Flußtransport auf dem römischen Rhein [Franconi], römischen Handelsrouten über das Mittelmeer und der Modellierung von Routen und Zeitdauer antiker Reisen mittels moderner Offshore Regatta Software [Warnking], einem archäologischen Nachtrag zu den Res gestae, Augustus’ Beitrag zum Zusammenwachsen des Römischen Reichs zu Wasser durch umfangreiche Baumaßnahmen maritimer Infrastruktur in opus caementitium betreffend [Hohlfelder], Handel und der Integration und kulturellen Homogenisierung des Römischen Reiches [Morley], Städten als Institutionen, Märkten und urbanen Konsumzentren und ihrer Bedeutung für den Seehandel im Römischen Reich [Arnaud], einem Gewinn-und-Verlustbasierten Geschäftsmodell für römischen Seehandel mit Getreide [Warnking] sowie mit Olivenöl für den römisch besetzten deutschen Raum und einigen Gedanken zu römischem Fernhandel, vor allem über den Atlantik und den Rhein [Schäfer]