Rede des Präsidenten und Pressespiegel

Ansprache des Präsidenten der Universität Trier anlässlich der Schiffstaufe am 5. Juli 2019

„Es ist so fein, aus Trier zu sein!“

„Den Wein aus Trier den lob‘ ich mir.“

Verehrte Frau Ministerpräsidentin Dreyer, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Leibe: Jetzt werden Sie sich fragen: „Warum diese beiden Zitate so unvermittelt zu Beginn?“ Ich will das Rätsel sofort auflösen.

Mir ist zu Ohren gekommen, dass unsere französischen Nachbarn, kaum, dass sie von dem erfolgreichen Abschluss des Schiffsbaus in Trèves erfuhren, einen Plot für „Asterix bei den Treverern“ in Auftrag gegeben haben. Und dabei fiel den Redakteuren doch sogleich auf, dass im 30. Band „Obelix auf Kreuzfahrt“ nicht nur ein Schiff eine große Rolle spielt, sondern einer der Sklaven auf der entführten Galeere des Cäsar sich als Gote, der aus Augusta Treverorum kommt, vorstellt. Ihm werden die beiden Aussagen zugeschrieben.

Unseren vorzüglichen Kontakten zu Kolleginnen und Kollegen in der Großregion ist zu verdanken, dass uns bereits erste Dialogentwürfe des geplanten Bandes erreicht haben. Ich erlaube mir, Ihnen einen knappen Einblick zu gewähren.

Es geht los mit: „Die Römer spinnen, aber die Treverer nicht.“ Das ist schon ein großes Kompliment. Aber es soll wohl noch besser kommen. Da sagt Obelix doch tatsächlich: „Manchmal, aber nur manchmal, haben Treverer ein kleines bisschen Lob verdient.“ Ansonsten gibt es bekanntlich nur Haue.

Fehlt eigentlich nur noch ein Bekenntnis im Sinne von: „Da ist nichts faul im Trevererland.“ Vor allem natürlich das Holz nicht.

Ich danke daher allen in Stadt und Region, die das heutige Ereignis möglich gemacht haben. Stellvertretend für viele nenne ich hier die Handwerkskammer Trier und die Stadt Trier. Danke an alle Sponsoren. Vor uns liegt ein Vorbild für Zusammenarbeit und Interdisziplinarität. Ja, die Treverer gehen mit der Axt in den Wald und kommen mit Verwertbarem zurück.

 

Im Norden sagt man ja bekanntlich: „Schiff Ahoi!“ Am Abend des sensationellen Transports dieses Wunderwerks des Handwerks – es war am 5. Juni dieses Jahres - feierte die Universität auch ihr Sommerfest. Mancher mag auf dem Heimweg überrascht festgestellt haben: „Hoi, a Schiff!“

Denn der Weg zu diesem Ort hier an der Mosel vermittelte bereits eindrücklich die Widrigkeiten der Natur – das Schiff geriet in ein Unwetter -, denen sich dieses Schiff zukünftig stellen muss.

Mein kurzer Ausflug in die Welt von Asterix und Obelix soll natürlich auch auf Tatsachen beruhen. Denn die Mosel, die alsbald die Planken des Schiffes aus dem Trevererland umspülen wird, spielt in „Die Lorbeeren des Cäsar“ eine Rolle. Dort taucht die „Taverna Mosellana“ auf, übrigens gibt es auch eine moselfränkische Version, die den Titel „Em Cäsar saa Kränzie“ trägt. In dieser Taverne treffen Asterix und Obelix den Sklaven Kaltmamsellos. Wir haben hier heute auch eine Art „Taverna Mosellana“ für unsere Gäste aufgebaut. Irgendwann wird es dort auch Bier nach antiker Braukunst geben. Denn inspiriert von diesem interdisziplinären Schiffsbauprojekt beginnen sich erneut Kollegen der Universität Trier, der Hochschule Trier und der Theologischen Fakultät Trier auf ein gemeinsames Thema zu konzentrieren.

Eine Tatsache ist auch, dass Asterix einmal Bestandteil einer Ausonius-Preisverleihung an der Universität Trier war. Im Jahr 2016 sprach Prof. Ax von der Universität Köln unter anderem über den Papyrus des Cäsar, der sich zwar nicht in der Papyrussammlung unserer Universität befindet, aber mit geistreichen Parallelen zur heutigen Medienlandschaft aufwartet: Von einer „Brieftauben-SMS“ ist dort ebenso die Rede wie von einem „Röhrophon-Tweet“.

So geistreich möge auch das Räsonnement sein, das diesem Schiff heute hier an diesem Ort zuteil wird. Allen Profis und Helfern, allen Theoretikern und Praktikern sei für dieses „Neugierde“ befördernde Projekt herzlich gedankt. Jetzt darf gerudert, manövriert und gemessen werden. Eine schwimmende Forschungsstation am Ufer einer bedeutenden Universitätsstadt: „Es ist so fein, aus Trier zu sein!“