Prävention & Behandlung

Wenn Kinder und Jugendliche komorbid unter chronischen primären Schmerzen und psychischen Störungen leiden, ist der Behandlungserfolg signifikant schlechter. Forschung zu möglichen Mechanismen, aber auch zu neuen oder modifizierten Behandlungskonzepten für diese Komorbidität ist daher dringend indiziert. Zudem sind psychologische Forschungsprojekte zur Prävention von chronischen primären Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen nach wie vor rar. Unsere Abteilung widmet sich mit unserer Hochschulambulanz, spezialisiert für chronische primäre Schmerzen und psychische Störungen, folgenden Fragestellungen:

  • Welche Interventionen sind wirksam, um die Komorbidität zwischen chronischen primären Schmerzen und psychischen Problemen/Störungen zu reduzieren?
  • Welche Interventionen benötigen Eltern betroffener Kinder?
  • Wie kann das Auftreten von chronischen primären Schmerzen und psychischen Störungen verhindert werden?

Chronische Schmerzen und Angstreaktionen bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen primären Schmerzen

Stark ausgeprägte Ängste können bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen zu schlechteren Behandlungseffekten führen. Da sich Hinweise mehren, dass dabei insbesondere die Angst vor körpereigenen Empfindungen eine Rolle zu spielen scheint, ist es das Ziel der Abteilung die Interozeptive Exposition als wirksame Intervention zur Reduktion der Angst vor körpereigenen Empfindungen, hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen und Wirksamkeit zu überprüfen.

Zudem untersuchen wir chronische Schmerzen und Angstsymptome bei Eltern mit dem Ziel, geeignete Interventionen für die Eltern zu entwickeln.

Elternprojekte

Ziel des Elternprojektes ist es, elterliche Reaktionen (kognitiv, emotional, verhaltensbezogen) bei gesunden Eltern, bei chronisch schmerzkranken Eltern und bei psychisch erkrankten Eltern (Angststörungen) vergleichend zu untersuchen. [Mehr lesen]

Causal and comparative effects of interoceptive exposure with symptom provocation tasks and in sensu in individual cases of adolescents with chronic pain

In unseren Untersuchungen konnten wir zeigen, dass Heranwachsende erhöhte Angst berichten, wenn sie mit körpereigenen Empfindungen konfrontiert werden, die nahe ihrer Hauptschmerzregion liegen. Aus der Forschung zu Angststörungen ist bekannt, dass Interozeptive Exposition eine effektive Intervention zur Reduktion von Angst vor körpereigenen Empfindungen ist. [Mehr lesen]


Themengebiet Laientheorien und Schmerzkonzepte

Unter einer Laientheorie versteht man Annahmen, die Kinder und Bezugspersonen in Bezug auf psychische Gesundheitsprobleme und chronische Schmerzen haben. Zwischen diesen Theorien und dem wissenschaftlich begründeten Wissen über diese Probleme liegt ein tiefgreifender Unterschied, der sich auch bei pädagogischen Fachkräften und Angehörigen der Gesundheitsberufe von Kindern bemerkbar macht. Dadurch besteht ein substanzielles Risiko, betroffene Kinder nicht früh genug zu identifizieren, evidenzbasierte Präventions- und Behandlungsstrategien nicht umzusetzen und Kinder nicht darin zu bestärken, mit diesen gemeinsam auftretenden Problemen umgehen zu können.

Chronic pain in clinical practice

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Psychoeducation in clinical practice

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Forschungskooperation mit lokalen Kindergärten

Psychische Gesundheit im Kindergarten ist ein zentrales Anliegen. Gerade im Kleinkindalter durchlaufen Kinder zentrale körperliche und psychische Entwicklungsprozesse, die unverzichtbare Voraussetzungen für eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung schaffen. Trotz der Relevanz dieser Entwicklung ist die Forschung in diesem Bereich rar. Die Forschungskooperation zwischen der Universität Trier und der Katholischen KiTa GgmbH hat das Ziel, diese Forschungslücke zu schließen und einen Austausch zwischen Wissenschaftler/innen, Erzieher/innen, Kindern und Bezugspersonen zu ermöglichen.

Körperbezogene, Kognitive und Sozioemotionale Entwicklung bei Vorschulkindern: Eine Fragebogenstudie

Das Ziel der ersten wissenschaftlichen Studie in dieser Forschungskooperation ist es, auf der Basis eines gemeinsam entwickelten Diagnostikstandards mit Fragebögen, die die Erziehungsberechtigten ausfüllen, eine Charakterisierung von Kleinkindern hinsichtlich kognitiver, sozialer, affektiver, motivationaler und körperbezogener Aspekte vorzunehmen. Dazu werden den Erziehungsberechtigten online (validierte) Fragebögen vorgelegt. [Mehr lesen]