Aktuelles

Ausstellung mit Fundstücken zur Unterrichtsgeschichte

Anlässlich der Tagung „Bildung und Demokratie im 20. Jahrhundert“ präsentieren die Arbeitsbereiche Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und Deutschdidaktik ausgewählte Archivalien aus der Sammlung des Archivs für bildungsgeschichtliche Unterrichtsforschung in der Universitätsbibliothek.

Vom 4. bis 11. November 2019 kann die Ausstellung in der Bibliothekszentrale besucht werden.

Migration – die „Mutter aller Probleme?“ (Horst Seehofer)

Ausgehend von dieser Fragestellung beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Daun im Rahmen des erstmals dreitägig stattfindenden SOWI-WITH-YOU-Projektes interdisziplinär mit Migration.

Unterstützt durch Studierende der gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen Geographie, Geschichte und Politik erhielten die NachwuchswissenschaftlerInnen die Möglichkeit, eigenständig gesellschaftswissenschaftliche Forschung zu betreiben und den Forschungszyklus selbst zu erproben.

Zur Beantwortung eigens formulierter Forschungsfragen analysierten die Schülerinnen und Schüler original im Stadtarchiv Trier befindliche Quellen und werteten selbstständig an der Universität Trier geführte Umfragen, Interviews sowie Experimente aus.

Neben verschiedenen Erhebungsmethoden übten sich die Lernenden auch in der Anfertigung wissenschaftlicher Präsentationen in Form von Postern, die sie am zweiten Tag in Daun gestalteten.

Die spannenden Ergebnisse präsentierten und diskutierten die NachwuchsforscherInnen im abschließend stattfindenden Forschungskolloquium an ihrer Schule.

Migration – die „Mutter aller Probleme?“ Die Mehrheit der NachwuchsforscherInnen sagt „Nein“ und fundierte diese Erkenntnis mittels eigener Untersuchungen, durch welche u.a. die historische Verwurzelung von Migration deutlich wurde. [VP]

‚Digitaler Erinnerungsatlas der Großregion‘. Eine grenzüberschreitende Plattform für die Erschließung von Geschichtsräumen im Internet

Überblick

Mit Unterstützung des Präsidiums der Universität Trier und der Nikolaus Koch-Stiftung haben Ende 2018 am Fachbereich III der Universität Trier die konkreten Vorarbeiten für einen digitalen ‚Erinnerungsatlas der Großregion‘ begonnen. Mit der geplanten Plattform können künftig Daten über historische Orte mit Bezug zur nationalsozialistischen Zeit und zum Zweiten Weltkrieg abgerufen werden; weitere historische Epochen sollen in einer späteren Bearbeitungsphase erschlossen werden. Die Entwickler des Erinnerungsatlas wollen Karten, Erinnerungsorte und Verweise auf das historische Geschehen zusätzlich mit didaktischen Werkzeugen versehen. Dabei verstehen sie die Internetplattform besonders als Angebot für die schulische und außerschulische Bildung. So werden Hilfsinformationen für den Unterricht in den Sekundarstufen I und II, für die Erwachsenenbildung oder für nonformales individuelles Lernen geboten und Angebote für einen aktivierenden Unterricht gemacht. Im Grunde kann alles, was das Verständnis über das einstige Geschehen erleichtert, zu einer solchen ‚Didaktisierung‘ beitragen; also Dokumente, die die historische Situation deutlich werden lassen und Kontexte herstellen, beispielsweise Briefe, Erinnerungen, Fotos, Protokolle, Aktennotizen, Ausweise. Aber auch Materialien, die den Ort einstiger Verbrechen des Nationalsozialismus oder des Widerstands heute zum Erinnerungsort und damit zum Teil der Erinnerungskultur werden lassen: Fotos und Karten der aktuellen Situation mit topographischen Besonderheiten, die Beschreibung der Nutzung als Gedenkstätte wie der Ablauf von Erinnerungszeremonien und das an den Ort gebundene Erinnerungskonzept, die Rezeption in den Medien und in der Literatur. Während zahlreiche Grundinformationen flächendeckend gegeben werden, soll zudem punktuell auf Besonderheiten eingegangen werden.

Die Konstruktion von Vergangenheit findet immer in einem bestimmten zeitlichen und räumlichen Kontext statt. Denn Erinnerungskultur ist gewissermaßen im ‚Kollektiv‘ zu denken, sie ist dabei mit der allgemeinen Kultur eines Landes oder einer Region verbunden. Sie kann im transnationalen Kontext auch interessante Unterschiede oder Varianten aufweisen und ist ständigen Veränderungen unterworfen. So würden es die Entwickler der Plattform begrüßen, wenn sie einen Beitrag zum interkulturellen Dialog, zum transnationalen Lernen und zur Entwicklung einer grenzüberschreitenden Erinnerungskultur leisten könnten. Denn durch den großregionalen Ansatz werden Erinnerungen in einem Raum erfahrbar, in dem das historische Geschehen (Krieg und Diktatur) zwar alle Regionen betraf, die Erinnerung an diese Geschehnisse nach dem Zweiten Weltkrieg in der Tendenz eher als Teil nationaler Geschichtskulturen vonstattenging. Daher wünschen sich die Entwickler des Projekts auch eine Fortführung ihrer Arbeit in Kooperation mit Akteuren der Erinnerungsarbeit in allen Teilregionen der Großregion. Nur so kann gewährleistet werden, dass die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven in angemessener Form einfließen können.

Einrichtungen oder Einzelpersonen, die in der Erinnerungsarbeit tätig sind, sollen über die Plattform des Erinnerungsatlas die Möglichkeit erhalten sich miteinander zu vernetzen. Dafür wird ein der Website angegliedertes Forum die Kommunikation und den Erfahrungsaustausch fördern. Erinnerungspolitische Akteure können über die Plattform auch Kenntnis von bislang nur lokal bekannten Orten oder aber bereits länger abgeschlossenen, ‚vergessenen‘ Erinnerungsprojekten erhalten. Das Vorhaben unterstützt unterschiedliche Handlungsträger der historisch-politischen Bildungsarbeit: Lehrpersonen, Pädagogen der Erwachsenenbildung, Heimatforscher, ehrenamtlich Tätige, Historiker etc. Das selbstgesteckte Ziel des Projektes ist es, grenzüberschreitendes Lehren und Lernen zu erleichtern; aus diesem Grund werden die Inhalte der Webapplikation in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch vorgehalten.

Zur Funktionsweise

Die interaktive Kartenapplikation vereint die Features einer Progressive Web-App mit denen einer Single Page Application. Dadurch hat die Website das gleiche Look-and-feel wie eine native App; sie kann beim ersten Aufruf auf dem Homebildschirm des Nutzers platziert werden, so entfällt die umständliche Installation durch einen App-Store. Auf einer Karte gesetzte Marker zeigen Denkmäler und Erinnerungsorte in der Großregion an. Neben einer ausführlichen Beschreibung werden auch Bilder in einer Galerie angezeigt; eine Einordnung der Orte mit Taxonomien und Kategorien ermöglicht es, die Objekte nach bestimmten Kriterien zu filtern und durchsuchbar zu machen. Besonders interessant ist der Erinnerungsatlas für Pädagogen und Forscher – eine Liste vor Ort realisierter Projekte dient als Inspirationsquelle für künftige Schulausflüge. Der richtige Ansprechpartner und Kontaktinformationen zur Organisation können so in Erfahrung gebracht werden. Während der Recherchephase für den passenden Ort können Lesezeichen der Orte direkt in der Web-App angelegt werden und durch eine Teilen-Funktion mit dem Kollegium oder der Schulklasse einer Bildungseinrichtung ausgetauscht werden. Für Forscher und interessierte Nutzer besteht die Möglichkeit der Mitarbeit; eine Funktion zum Anlegen und Bearbeiten von Erinnerungsorten bezieht eine engagierte Community aus Akteuren der Erinnerungsarbeit mit ein, sodass auch nutzergenerierte Inhalte nach einer Prüfung auf der Karte Platz finden. Vorläufig 5000 Erinnerungsorte in der Großregion sollen kartiert werden; ein Teil davon durch die verschiedenen Akteure selbst. Ausführliche Quellenangaben zu jedem Ort dienen als Grundlage für die weitere Forschung – sei es für ein Schulprojekt oder eine wissenschaftliche Arbeit. Interessierten Lehrpersonen werden Materialien zur Unterrichtsplanung zur Verfügung gestellt. So kann ein geplanter Besuch eines Erinnerungsortes bereits im Unterricht thematisiert werden, hierfür stehen Arbeitsblätter und Unterrichtsvorbereitungen zum Download bereit.

Der Erinnerungsatlas ist für mobile Endgeräte in allen Größen und Formen optimiert. Eine Nutzung von unterwegs aus zeigt erst das volle Potenzial der Website. Durch die Ortungsfunktion des Smartphones oder Tablets können Erinnerungsorte in der direkten Umgebung gefunden und erkundet werden. Durch die Web-App kann das eigene Viertel aus einer neuen Sichtweise erforscht oder unbekanntes Terrain mit Hilfe der Radarfunktion erschlossen werden. Sollte es doch einmal Probleme bei der Ortung geben, assistiert eine Hilfeseite. Die Einträge der Erinnerungsorte können in einer druckoptimierten Version auch auf Papier gedruckt werden. So lassen sich etwa Alternate Reality Games realisieren oder neue Geocaches an geschichtsträchtigen Orten platzieren.

 

Die Projektgruppe und ihre Vernetzung in der Großregion

Die fünfköpfige Projektgruppe an der Universität Trier wird von Dr. Michael Schulz und Dr. Thomas Grotum (zugleich Forschungsprojekt zur Geschichte der Gestapo) geleitet. Wolfgang Stegmann kümmert sich um die technische Entwicklung der digitalen Plattform. Oksana Petruk und Lennard Schmidt beteiligen sich an der konzeptionellen und inhaltlichen Weiterentwicklung und besorgen die Dateneingabe. Die Arbeit wird zudem vom Arbeitskreis ‚Erinnerung in der Großregion‘ e.V. unterstützt.

Die Verknüpfung der Plattform mit anderen Projekten wie dem saarländischen Interregprojekt Land of Memories wird angestrebt; die damit verbundenen Aktivitäten sind schon heute in ein forscherisches und erinnerungspolitisches Netzwerk in Rheinland-Pfalz, Luxemburg und dem Saarland eingebettet. Das Projekt profitiert von der Kooperation mit der Universität Luxemburg (Prof. Dr. Sonja Kmec), die ca. 450 Datensätze zu Erinnerungsorten in Luxemburg zur Verfügung gestellt hat. Eine Zusammenarbeit mit dem Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale in Luxemburg wird angestrebt. Ab diesem Wintersemester unterstützt auch die Hochschule Trier das Projekt (Akad. Rat Marcus Haberkorn, Fachbereich Gestaltung, Fachrichtung Intermedia Design).

Wo es geeignet erscheint, werden Studierende in die Entwicklung einbezogen. So hat eine gemeinsame Lehrveranstaltung der Universität Luxemburg, der Universität des Saarlandes und der Universität Trier im vergangenen Wintersemester das kulturelle und didaktische Potenzial der medialen Erschließung von Erinnerungsorten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zum Thema gehabt. Eine studentische Lehrveranstaltung am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier wird das Projekt im Wintersemester 2019/20 unterstützen. Weitere Lehrveranstaltungen mit ähnlicher Zielsetzung werden an verschiedenen Orten folgen.

 

                                                                                                                                                                   J. Michael Schulz

Demokratie-Tag in Ingelheim

Am Donnerstag, dem 17.10.2019, nahm der Arbeitsbereich für die Didaktik der Gesellschaftswissenschaften mit einem Infostand am Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz in Ingelheim am Rhein teil.

Insbesondere die Heftreihe mateneen – Praxishefte demokratische Schulkultur stieß auf reges Interesse der Anwesenden. Schüler*innen hatten am Stand außerdem die Möglichkeit, in einem Netzdiagramm darzustellen, in welchem Maße an ihrer eigenen Schule einige exemplarische Formen einer demokratisch-partizipativen Schul- und Unterrichtskultur genutzt werden.

Der diesjährige Demokratietag stand unter dem Motto „Zukunft. Machen. Jetzt!“. Jedes Jahr kommen zum Demokratietag Jugendliche und Erwachsene aus Rheinland-Pfalz zusammen, um sich über Erfahrungen, Möglichkeiten und Konzepte im Bereich der demokratischen Teilhabe und des Demokratielernens auszutauschen.

Fotos: M. Dittgen.

Interview im Trierischen Volksfreund

Am 17.10.2019 wurde im Trierischen Volksfreund ein Interview mit Michell Dittgen, Mitarbeiter im Projekt pe:GL am Arbeitsbereich für die Didaktik der Gesellschaftslehre, veröffentlicht. Er hat untersucht, wie sich im Bereich der Kommunalwahlbeteiligung der letzten fünfzehn Jahre die starken Disparitäten zwischen den Trierer Stadtteilen erklären lassen. Das vollständige Interview ist online abrufbar unter: https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/michell-dittgen-hat-untersucht-warum-die-wahlbeteiligung-zwischen-den-trierer-stadtteilen-stark-schwankt_aid-46538485
 

Foto: Roland Morgen (Trierischer Volksfreund).

Universität Trier zeichnet Schülerin aus

Celina Lehnertz vom Angela-Merici-Gymnasium aus Föhren hat für ihre historische Facharbeit den Schülerforschungspreis erhalten.

Bereits zum zweiten Mal kürte ein Jurorenteam der Universität Trier unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Busch und Prof. Dr. Leif O. Mönter die besten Facharbeiten und Besonderen Lernleistungen rheinland-pfälzischer Schülerinnen und Schüler in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde. Diesjährige Preisträgerin des Trierer Schülerforschungspreises für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer ist Celina Lehnertz, Schülerin des Angela-Merici-Gymnasiums aus Föhren, die in ihrer historischen Facharbeit die Entwicklung des Weinbaus an der Mittelmosel rekonstruiert hat.

 

„Mit dem Wettbewerb war es uns auch in diesem Jahr ein besonderes Anliegen, die persönliche Motivation sowie das Durchhaltevermögen der Schülerinnen und Schüler angemessen zu würdigen, die parallel zu ihrer Vorbereitung auf das Abitur freiwillig eine eigenständige Forschungsarbeit verfasst haben“, erläutert Matthias Busch, Professor für die Didaktik der Gesellschaftswissenschaften, die Initiierung der Ausschreibung.    

 

„Ich bin begeistert!“, kommentierte Bastian Nilles die Präsentationen der Schülerinnen und Schüler, der stellvertretend den Arbeitsbereich für Geographie und ihre Didaktik von Leif O. Mönter als Mitinitiator repräsentierte. „Es ist beeindruckend, mit welchem persönlichen Engagement und mit welcher Professionalität die Lernenden ihre hoch aktuellen, oftmals regionalen und gesellschaftlich relevanten Forschungsprojekte präsentiert haben.“ Die Auswirkungen der Windenergie im Westerwald, Revolutionsbewegungen des 20. Jahrhunderts im Heimatort sowie eine Ursachenanalyse der Wahleinbußen der CSU im Freistaat Bayern sind nur einige Themen, die die Vielfalt der eingereichten Arbeiten verdeutlichen.

 

Neben der Einreichung der schriftlichen Arbeit hatten die Schülerinnen und Schüler am Verleihungstag die Aufgabe, ihre Forschungsprojekte im Rahmen von Vorträgen und Posterpräsentationen den Juroren und Gästen vorzustellen. „Die Präsentation und Diskussion der eigenen Forschungsergebnisse ist ebenso wie die Publikation ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Forschungsarbeit“, erklärt Janka Mittermüller, Projektkoordinatorin und Organisatorin der Veranstaltung. „Als Nachwuchsforscher erhalten die Schülerinnen und Schüler hiermit die Chance, mit einem interessierten Publikum über ihre äußerst spannende Arbeit ins Gespräch zu kommen, die überwiegend in der Freizeit vorangetrieben wird.“

Preisträgerin Celina Lehnertz rekonstruierte in ihrer historischen Facharbeit das Wirken des Adelsgeschlechts von Kesselstatt im Weinbau an Mosel-Saar-Ruwer im 19. Jahrhundert. „Das Bemerkenswerte an Frau Lehnertz Forschungsleistung ist zum einen die eigenständige Auswertung von Archivalien, die überwiegend in Sütterlinschrift vorlagen, sowie die selbst erstellten und fachlich korrekt ausgewerteten Statistiken“, erläutert Historiker Dr. Simon Karstens das abschließende Urteil der Jury.

 

Neben dem Trierer Schülerforschungspreis, der vom Freundeskreis Trierer Universität e.V. großzügig unterstützt wird, haben Schülerinnen und Schüler der Großregion am Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften auch anderweitig die Möglichkeit, Einblicke in sozialwissenschaftliches Arbeiten zu erhalten. So können in regelmäßig angebotenen Projekttagen und Forschungswerkstätten Schulklassen eigene Forschungsvorhaben entwickeln oder bei eigenen Forschungsprojekten Unterstützung erhalten.

 

Im Rahmen eines Kolloquiums an der Universität Trier haben die Schüler ihre Forschungsarbeiten präsentiert.

Mit ihrer Facharbeit zur Entwicklung des Weinbaus an der Mittelmosel belegte Celina Lehnertz den ersten Platz des Schülerforschungspreises.

 

 

Zwei neue digitale Lehr-Lern-Projekte gestartet!

Im Rahmen des Förderpreises "Innovative Lehre" der Universität Trier werden am Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften vom 01. August 2019 bis 31. März 2020 zwei neue Lehr-Lern-Projekte gefördert:

  • Im Projekt di:GL werden unter Leitung von Prof. Matthias Busch und Prof. Leif Mönter (Professur für Geographie und ihre Didaktik) digitale Ausbildungsinhalte für das transdisziplinäre Schulfach Gesellschaftslehre entwickelt.
  • Im Projekt #DiMeKom – Digitale Medienkompetenz im Geschichts- und Politikunterricht fördern werden Dr. Julia Frisch und Janka Mittermüller gemeinsam mit den Teilnehmer*innen ihrer Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20 digitale Lehr-Lern-Inhalte zur Förderung von Data Literacy und digitaler Medienkompetenz von Schüler*innen entwickeln.

Wir freuen uns über die Förderung, auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden und auf spannende Ergebnisse!

 

Projekt zur Weiterentwicklung der Gesellschaftslehre erfolgreich gestartet

Das Projekt Praxis- und Entwicklungsforschung: Gesellschaftslehre (pe:GL), das von den Professuren für die Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und Geographie und ihre Didaktik verantwortet wird, ist im Mai mit einer Auftaktveranstaltung in Mainz gestartet.  Zusammen mit Schulleitungen und Fachlehrer*innen aus vierzehn Integrierten Gesamtschulen, Vertreter*innen des Pädagogischen Landesinstituts, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und des Ministeriums für Bildung wurde das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben vorgestellt und Herausforderungen wie Potenziale des Fachs Gesellschaftslehre diskutiert.

Das Projekt pe:GL läuft zunächst bis Ende 2021. Es wird von der Nikolaus Koch Stiftung in Trier und vom Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt. Auf www.pegl.uni-trier.de informiert das Projektteam über den Verlauf und die Ergebnisse der Arbeiten.

Foto: Michell Dittgen

Universität Trier stärkt Demokratiebildung in der Lehrerbildung

Die Universität Trier erhält im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ 1,7 Millionen Euro Förderung für das Projekt „TRIGITALpro“, um Lehrer fit für das digitale Zeitalter zu machen.

Innerhalb des Projekts erfährt auch die Demokratiebildung eine Stärkung in der Lehrerbildung. „Uns war es wichtig, neben den informatorischen Kompetenzen auch kritisch-reflexive Kompetenzen zu fördern und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die demokratische Gesellschaft zu thematisieren,“ erläutert Matthias Busch, Professor für die Didaktik der Gesellschaftswissenschaften die Konzeption der digitalisierungsbezogenen Professionalisierung in den Lehramtsstudiengängen. So werden sich alle Lehramtsstudierende ab 2020 mit Themen wie fake news, digitaler Ungleichheit und Partizipation beschäftigen und lernen, die gesellschaftlichen und demokratietheoretischen Dimensionen der Digitalisierung in Unterricht und Schulleben zu verankern. „Hierzu werden wir in den kommenden Jahren digitalgestützte Lernmodule zur Demokratiebildung entwickeln, evaluieren und in den Curricula aller Lehramtsstudiengänge verankern“, erklärt Claudia Ritzi, Professorin für politische Theorie und Ideengeschichte das weitere Vorgehen, das sie zusammen mit Matthias Busch als Leiterin des Teilprojekts verantwortet.

Neben der Demokratiebildung werden im Rahmen des Projekts auch weitere Querschnittsaufgaben wie Bildung für nachhaltige Entwicklung oder die schulische Berufsorientierung in ihren digitalen Implikationen erschlossen und im Bildungsgang der Lehramtsstudierenden verankert werden. Das im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern geförderte Vorhaben stellt dabei einen wichtigen Baustein im Prozess der Neuausrichtung der Lehramtsausbildung an der Universität Trier dar, betont auch Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel, der persönlich die Projektleitung übernimmt.

Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Mitglied im Bündnis „Demokratie gewinnt!“

Seit März 2019 ist der Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Mitglied im rheinland-pfälzischen Bündnis „Demokratie gewinnt!“.

Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer engagieren sich rund 40 staatliche Institutionen, darunter fast alle Ministerien, wichtige zivilgesellschaftliche Organisationen und Medienanstalten für die Stärkung der Demokratiebildung in Rheinland-Pfalz. „Die Zusammenarbeit und der fachliche Austausch im Bündnis ‚Demokratie gewinnt!‘ ist für unseren Arbeitsbereich eine große Chance, unsere demokratiepädagogische Arbeit im Land zu vernetzen und gemeinsam mit anderen Institutionen die Demokratiebildung in Schule, außerschulische Jugendbildung und Lehrerausbildung zu fördern, so Professor Matthias Busch.

Am Standort Trier hält das Team der Didaktik der Gesellschaftswissenschaften bereits vielfältige demokratiepädagogische Angebote in Forschung und Lehre bereit. Neben Schülerforschungstagen zum Rechtspopulismus werden beispielsweise in einem Kooperationsprojekt mit dem Zentrum für politesch Bildung und dem Luxemburger Bildungsministerium luxemburgische Schulen in der demokratischen Schul- und Unterrichtsentwicklung begleitet. Zudem wird mit den gleichen Partnern die Zeitschrift „Mateneen – Praxishefte Demokratische Schulkultur“ herausgegeben, die als Print- und Online-Publikation kostenlos in deutscher und französischer Sprache bezogen werden kann. Durch die Mitgliedschaft im Bündnis erhoffen sich die Mitarbeiter weitere Impulse und einen Ausbau des demokratiepädagogischen Engagements in neuen Projekten.

Wirtschaft in die Schule

Die Deutsche Bundesbank stellt sich vor: Aktuelle Geldpolitik, Zahlungsverkehr 2.0 und Kryptowährungen

Kooperationsveranstaltung von Universität, Deutscher Bundesbank und Pädagogischem Landesinstitut Rheinland- Pfalz

Man kann nicht nicht wirtschaften – die Verankerung der Ökonomischen Bildung vollzieht sich in Rheinland-Pfalz auf unterschiedlichen Ebenen. Zum einen gibt es Schulformen mit konkreter fachlicher Anbindung, zum anderen gelten für alle allgemeinbildenden Schulen Ökonomische Bildung sowie Verbraucherbildung, Informatische Bildung oder Berufs- und Studienorientierung als Querschnittthemen. „Ökonomische Bildung als Bestandteil einer modernen Allgemeinbildung vermittelt kein berufliches Spezialwissen, sondern schafft Grundlagen für das Verständnis ökonomischer Strukturen und Prozesse in regionalen und globalen Zusammenhängen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, Verhältnisse der Knappheit zu erkennen und ihre Bedeutung für wirtschaftliches Handeln einschätzen zu können. In Rheinland-Pfalz ist die Ökonomische Bildung in die bestehenden Schulfächer integriert, d. h., sie ist nicht einem einzelnen Fach zugeordnet.“ (Richtlinie zur Ökonomischen Bildung für allgemeinbildende Schulen, S. 5)

Den gesellschaftwissenschaftlichen Fächern, insbesondere der Sozialkunde kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, in ökonomisch geprägten Lebenssituationen verantwortlich und kompetent zu agieren, müssen Lehrerinnen und Lehrer fundiertes Fachwissen besitzen, affine Methoden anwenden und Kooperationsgelegenheiten nutzen und einordnen können.

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Wirtschaft im Unterricht“ fand ein Kompakttag mit Referenten der Deutschen Bundesbank und Beraterinnen und Beratern des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland- Pfalz statt.

Martin Condé und Michael Schiff stellten die Deutsche Bundesbank als Institution vor, skizzierten die geldpolitischen Maßnahmen und leiteten zu den aktuellen Entwicklungen in Europa über. Das handlungsorientierte Erarbeiten dieser komplexen Zusammenhänge im Unterricht konkretisiert sich an den Aspekten Zahlungsverkehr 2.0, Bit Coins und Co.

Das Angebot der EZB und der Deutschen Bundesbank zum schulischen Einsatz vervollständigte den Überblick.

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesen komplexen Sachverhalten lag ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung auf dem Kennenlernen der beteiligten Kooperationspartner (Pädagogisches Landesinstitut, Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT, Deutsche Bundesbank) und den Lehramtsstudierenden des Fachs Sozialkunde. [sg]

Vierte Lernstatt Sozialkunde im PhiLab: Studierende erarbeiten Lernstationen für Realschüler*innen aus Wittlich

Wie lässt sich theoretisches Wissen mit der Praxis verzahnen? Wie plane ich fundierten und adressatengerechten Unterricht? Wie unterstütze ich Schülerinnen und Schüler bei ihrer individuellen Kompetenzentwicklung und professionalisiere mein eigenes Lehrer*innenhandeln?

Masterstudierende des Fachs Sozialkunde nutzten im Rahmen des Seminars „Projekte planen und erforschen“ die Gelegenheit, einen Projekttag zu planen, durchzuführen und zu evaluieren.

Die 27 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der Kurfürst-Balduin-Realschule plus Wittlich befinden sich in einem Schlüsseljahr ihrer schulischen Laufbahn: Berufsausbildung, Fortsetzung der Schullaufbahn im Haus oder Wechsel in die gymnasiale Oberstufe sind mögliche Optionen. Die Studierenden mussten sich also auf Jugendliche mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Lernständen einstellen. Sie entwickelten im Vorfeld ein Setting mit sieben Stationen rund um das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Gruppen von sechs bis sieben Schüler*innen erfuhren in handlungsorientierten Unterrichtsminiaturen Möglichkeiten politischer Partizipation, lernten Politiker*innen, ihre Biographien und Handlungsfelder kennen, verfassten Blogeinträge, debattierten genderspezifische Fragen der Berufswahl und Arbeitswelt oder überprüften per Online-Quiz ihr Fachwissen.

Die Studierenden betreuten in Teams die Stationen und hatten so Gelegenheit, ihre Unterrichtssequenzen mehrfach durchzuführen, zu beobachten, zu evaluieren. Gerade die Möglichkeit, „den eigenen Unterricht unmittelbar zielgruppenspezifisch zu modifizieren und Rückmeldungen von Schüler*innen, ihren Lehrkräften und anderen Studierenden zu erhalten“, spricht in den Augen von Dozentin Sabine Gans für die Lernstätten.

Die Jugendlichen arbeiteten fünf Stunden hochkonzentriert und waren „stolz, das alles geschafft zu haben.“ Die Aufnahme eines Studiums plant die Mehrheit von ihnen. (sg)

Call for Papers

Für die interdisziplinäre Tagung „Bildung und Demokratie im 20. Jahrhundert – Perspektiven bildungsgeschichtlicher Fachunterrichtsforschung“ am 8. und 9. November 2019 können bis zum 30. Mai 2019 Beiträge eingereicht werden.

Die Tagung widmet sich der Geschichte der Demokratiebildung in Schule, Hochschule und außerschulischer Bildung im 20. Jahrhundert. Den ausführlichen Call und weitere Informationen zur Tagung finden Sie hier.

"Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt" - Theaterpädagogik trifft Fachdidaktik

Am Donnerstag, den 31. Januar 2019, nahmen Studierende der fachdidaktischen Seminare für Politik- und Geschichtsdidaktik von Prof. Dr. Matthias Busch an einem fächerübergreifenden Workshop zur Theaterpädagogik teil. Geleitet wurde die Veranstaltung, die das Kennenlernen, Erproben sowie die Reflexion theaterpädagogischer Methoden in den Mittelpunkt stellte, von Tobias Gerstner (rechts im Bild), Diplom-Theaterpädagoge und künstlerischer Gesamtleiter von Mensch: Theater!

Frei nach Schillers Vorstellungen von der ästhetischen Erziehung des Menschen wurden die Studierenden spielerisch mit Methoden zur Sensibilisierung für die Wirksamkeit von Körpersprache und zur Durchführung und Reflexion von Standbildern sowie szenischem Spiel vertraut gemacht und prüften im gemeinsamen Gespräch mit Tobias Gerstner deren Relevanz und Anwendbarkeit innerhalb des Geschichts- und Politikunterrichts. Dabei standen Diskussionen über Chancen und Risiken eines Perspektivenwechsels, die Erzeugung emotionaler Betroffenheit sowie die Möglichkeit des Aufzeigens von Handlungsoptionen und Lösungsansätzen in historischen wie aktuellen gesellschaftlichen und politischen Szenarien im Zentrum der Veranstaltung. Besonders die Erweiterung des methodischen Repertoires fand dabei bei den Studierenden beider fachdidaktischen Seminare großen Anklang. [JM]

Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg

Studierende der geschichts- und politikdidaktischen Seminare besuchten im Januar zusammen mit Kommilitonen des Zusatzzertifikats „Leben und Lernen in der Großregion“ das Europäische Parlament in Straßburg.

Neben einer Besichtigung des Parlamentsgebäudes erprobten die Lehramtsstudierenden das Planspiel der Europäischen Union, mit dem die Gesetzgebung auf europäischer Ebene simuliert wird. In der Rolle von Mitgliedern des Europäischen Parlaments verhandelten die Teilnehmenden zwei Richtlinien und sammelten eigene Erfahrungen mit der Planspielmethode für den späteren Einsatz im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht.