Aktuelles

Interessantes, Informatives und Aktuelles rund um die Fachdidaktik Gesellschaftswissenschaften

Neue Schülerforschungswerkstatt beginnt: Anmeldung bis 20. Februar

In der kommenden Woche startet die neue Schülerforschungswerkstatt an der Universität Trier. In monatlichen Treffen erhalten Oberschülerinnen und -schüler Gelegenheit, die Arbeit der Gesellschaftswissenschaften an der Universität kennenzulernen und eigene Forschungsprojekte zu entwickeln. Unterstützt werden die Nachwuchsforscher von Wissenschaftlern und Studierenden der Politik- und Geschichtswissenschaft. „Das Angebot gibt Einblicke in Methoden und Erkenntnisinteressen der sozialwissenschaftlichen Disziplinen, vermittelt Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und ermöglicht ein Kennenlernen von Universitätsbibliothek und Studiengängen der Universität Trier“, fasst Janka Mittermüller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften die Idee der Forschungswerkstatt zusammen. „Wissenschaft bereits vor einem möglichen Studienbeginn kennenzulernen und wissenschaftliches Arbeiten auch außerhalb der Schule zu erproben, ist eine seltene Gelegenheit, die es zu meiner Schulzeit so nicht gegeben hat“, ergänzt Kathrin Bertram, die als Studentin das Angebot wissenschaftlich begleitet. „Gerade für die Erstellung von Facharbeiten und Besonderen Lernleistungen, wie sie in der Abiturprüfung erbracht werden können, ist das eine tolle Unterstützung“, so Bertram weiter. Zur Schülerforschungswerkstatt können sich Schülerinnen und Schüler im Großraum Trier ab der 10. Klasse anmelden. Die Treffen finden ab dem 20. Februar 2018 jeden dritten Dienstag im Monat zwischen 18:00 und 19:30 Uhr im neu eingerichteten und multimedial ausgestatteten Lehr-Lern-Labor „PhiLab“ der Universität Trier statt. Anmeldungen nimmt das Sekretariat der Didaktik der Gesellschaftswissenschaften unter Tel. 0651-201/2127 oder schweinsberg@uni-trier.de entgegen.

Werkstatt-Tag an der Universität Trier: Studienorientierung und Fachunterricht vor Ort

Schülerinnen und Schüler der Kurfürst- Balduin- Realschule plus Wittlich besuchten mit den Lehrerinnen Ina Röper und Sandra Noss am 31. Januar die Universität Trier. An ihrem Werkstatt-Tag im Rahmen der KBR- Werkstatt-plus stand Unterricht im Fach Sozialkunde auf dem Stundenplan, der von Lehramtsstudierenden des Faches Sozialkunde für die SchülerInnen der Klassenstufen 8 und 9 vorbereitet und gehalten wurde. Im „PhiLab“, dem neuen Lehr- Lernlabor der Universität, wurde das Thema „Arbeit des Bundesverfassungsgerichts“ in Gruppen und im Plenum bearbeitet. Die Jugendlichen recherchierten mit Tablets im Internet und präsentierten ihre Ergebnisse mit Postern und in Vorträgen. Die Studierenden hatten die Stunden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Planung, Durchführung und Reflexion von Sozialkundeunterricht“ bei Sabine Gans konzipiert und auf die ungewöhnliche, weil klassenstufenübergreifende Lerngruppe zugeschnitten. Im Anschluss gaben Michael Wagner, Maureen Schmitz und Maximilian Wilde Informationen zum Studium an der Universität, den Anforderungen und Möglichkeiten, aber auch zum studentischen Leben in Trier. Gans, die als Pädagogische Koordinatorin an der Kurfürst- Balduin- Realschule plus Wittlich dort die Teilnahme am Projekt passt! der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung initiierte, hob die Bedeutung der Vernetzung von Schule und Universität hervor. Zum einen können die Jugendlichen Einblicke in Studiengänge und universitäre Abläufe bekommen, auf der anderen Seite ist die Universität aber auch Arbeitgeber von Menschen in unterschiedlichsten Berufen, beispielsweise in Verwaltung, Haustechnik oder gastronomischer Versorgung. Den Studierenden bot die Kooperation die Möglichkeit, eigene Unterrichtserfahrungen zu sammeln und Lehr-Lern-Prozesse zu erforschen.

Exkursion nach Luxemburg

Im Rahmen des Hauptseminars „Erinnerungskultur in der Großregion“ planten und erprobten Studierende der Universität Trier eine Exkursion mit Schülerinnen und Schülern der Waldorfschoul Luxemburg. Unter dem Thema „Europa zwischen Integration und neuer Re-Nationalisierung“ erkundeten die Teilnehmenden an unterschiedlichen Orten in Luxemburg-Stadt das Spannungsverhältnis von nationalen und europäischen Interessen in Geschichte und Gegenwart der Europäischen Union. So simulierten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise am historischen Originalschauplatz – dem Sitzungssaal des Hôtel de ville (Foto) – die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und diskutierten in der polnischen Botschaft mit dem polnischen Botschafter über aktuelle Konflikte zwischen Polen und der Europäischen Union. (Seminarleitung: Prof. Dr. Matthias Busch und Prof. Dr. Stephan Laux)

Start der „SOWI with you“-Schülerforschungstage

Mit dem Besuch des Leistungskurses 12 des Max-Planck-Gymnasiums sind am Mittwoch, den 24.01.2018, die Schülerforschungstage, die im Rahmen des Projektes SOWI with you angeboten werden, erfolgreich gestartet. Am Projekttag, der sich thematisch mit dem Revolutionsjahr 1918 beschäftigte, lobten die Schülerinnen und Schüler vor allem die Möglichkeit zur interessengeleiteten historischen Forschungsarbeit sowie die intensive Betreuung und Unterstützung seitens der Studierenden.

Zweites Laborgespräch im Lehr-Lern-Labor PhiLab: Film und Diskussion zu den Herausforderungen des Referendariats

Am 25. Januar 2018 diskutierten Studierende, Referendare, Junglehrende und Fachleiter über Erfahrungen, Anforderungen und Herausforderungen im rheinland-pfälzischen Referendariat.

Im Rahmen des zweiten Laborgesprächs, zu dem das Zentrum für Lehrerbildung, der Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und der CineAsta der Universität Trier ins neue Lehr-Lern-Labor „PhiLab“ eingeladen hatten, wurde zunächst der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Zwischen den Stühlen“ gezeigt. Der Film begleitet drei Referendare auf ihrem Weg in den Beruf. Zwischen Prüfungsängsten, Disziplinproblemen und Studienseminar gab der Film nicht nur Einblicke in die Professionalisierung junger Lehrender, sondern hinterfragte Form und Zustand der Lehrerbildung insgesamt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Beteiligten einig, dass das Referendariat in Trier konstruktiver und weniger stark als persönliche Krise erlebt wird, als es im Film den Anschein hat. Dr. Birgit Palzer-Rollinger, Fachleiterin für das Unterrichtsfach Sozialkunde am Studienseminar Trier, betonte, dass in Ihrer Wahrnehmung die angehenden Lehrkräfte mit viel Freude und Engagement Schülerinnen und Schülern begegneten. Auch die Referendare auf dem Podium, Daniel Kugel vom Max-Planck-Gymnasium und Carsten Matlok vom Peter-Wust-Gymnasium, vermissten im Film die positiven Seiten des Referendariats, die sie im bereichernden Umgang mit den Schülerinnen und Schülern und der Unterstützung durch Kollegium und Fachleitungen erführen. Zwar sei das Referendariat für viele Lehrende stressbelastet und gebe insbesondere durch die Verkürzung auf anderthalb Jahre wenig Raum zur Erprobung ausgefallener Unterrichtsmethoden, so Lehrerin Janka Mittermüller, doch helfe die intensive Betreuung dabei, die eigene Professionalisierung zielgerichtet zu gestalten. Auch mit dem verbreiteten Vorurteil, das Universitätsstudium würde nicht ausreichend auf die Herausforderungen der praktischen Ausbildungsphase vorbereiten, räumten die Diskutanten auf. Insbesondere die fachwissenschaftliche und fachdidaktische Qualifikation sei eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Referendariat, stellte Lehrer Maximilian Heumüller vom Max-Planck-Gymnasium fest.

Insgesamt konnte der Erfahrungsaustausch, der durch das neue Format der Laborgespräche zwischen allen Beteiligten der Lehrerbildung initiiert worden sei, manche Unklarheit und Befürchtung der anwesenden Lehramtsstudierenden beseitigen, zeigte sich Prof. Matthias Busch, der die Diskussion moderierte, zufrieden.

Das dritte Laborgespräch, das sich dem Thema „Digitalisierung von Schule und Lehrerbildung“ widmet, findet am 15. Februar 2018 ab 18:15 Uhr im PhiLab statt.

Die Beteiligten am zweiten Laborgespräch im PhiLab der Universität Trier (von links): Dr. Birgit Palzer-Rollinger, Maximilian Heumüller, Carsten Matlok, Daniel Kugel, Janka Mittermüller, Prof. Dr. Matthias Busch (Bild: D.M. Helsper)

Computerspiele im Unterricht?!

In der Übung Politisches Lernen in Planspielen und Simulationen referierte Dipl. Päd. Daniel Zils über Einsatzmöglichkeiten von Computerspielen im Unterricht. Als Medienpädagoge arbeitet Zils mit Jugendlichen in und außerhalb der Schule, aber auch mit Lehrkräften und Eltern. Computerspiele führen in Schule und Elternhäusern oftmals zu Konflikten- das „Daddeln“ scheint zum Lernen oftmals im Widerspruch zu stehen. Doch lassen sich, ausgehend von Games wie „Orwell“, „Papers, please“ oder „This war of mine“ vielfach relevante Fragestellungen ableiten: Welche Freiheit hat der Spielende tatsächlich und welche sind durch die Vorgaben des Programmierenden eingeschränkt? So kann es beispielsweise bei „This war of mine“ nie zu einem Ende des Konflikts kommen, Friedensverhandlungen oder Verträge sind damit im Grunde obsolet. „Papers, please“ thematisiert die Frage der Einreisebestimmungen in einen fiktiven Staat, in „Orwell“ geht es darum, möglichst viele verwertbare Informationen über die Mitspielenden zu bekommen. Die Übertragung dieser Aspekte auf den Ethik- oder Politikunterricht wurden in der Lehrveranstaltung hervorgehoben und ausführlich diskutiert. Das beschränkte Zeitbudget einer Unterrichtsstunde kam ebenso zur Sprache wie die Möglichkeiten, durch Projektunterricht oder im Fächerverbund Gelegenheiten für solches Vorgehen zu schaffen.

„Die Schülerinnen und Schüler abholen, wo sie stehen, sich für sie und ihr Leben zu interessieren“, lautete ein Ratschlag des Referenten. Sie seien die Experten für Hardware und Software, doch sei es an den Lehrenden, den Zusammenhang zu ethisch- politischen Grundfragen herzustellen. Auch Dozentin Sabine Gans hob den Aspekt der positiven Beziehungsgestaltung und ihre Bedeutung für den Lernerfolg hervor.

Daniel Zils plädierte für einen unverkrampften Umgang mit Computerspielen, zeigte Trends und Tendenzen beim Nutzerverhalten von Jugendlichen auf, formulierte jedoch auch seine Besorgnis ob der Möglichkeiten, PC- Spielern beim Spielen im Netz zusehen zu können, was den Jugendschutz faktisch aushebele. Er wies auf Angebote von Bildungsträgern und Ministerien hin, insbesondere die Plattform „Digitale Spielewelten“ bietet medienpädagogische Anregungen und Informationen.

Die Veranstaltung ist Teil des Katalogs zum Erwerb des Zertifikates „Lernen und Lehren in der digitalen Gesellschaft“, welches Lehramtsstudierenden die Möglichkeit bietet, Kompetenzen im Bereich der Medienbildung, der Mediendidaktik und -pädagogik sowie im Umgang mit Digitalisierung in Schule, Unterricht und Gesellschaft zu erwerben.

Film und Diskussion mit ReferendarInnen und FachleiterInnen

Der Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften lädt in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung und dem CineASTA ein zum

2. Laborgespräch des Lehr-Lern-Labors PhiLab am Donnerstag, 25. Januar 2018.

Zusammen mit FachleiterInnen, ReferendarInnen und JunglehrerInnen diskutieren wir über Erfahrungen, Anforderungen und Überlebensstrategien im Referendariat und den Reformbedarf der Lehrerbildung am Beispiel des preisgekrönten Dokumentarfilms „Zwischen den Stühlen“.

Regisseur Jakob Schmidt begleitet humorvoll und sensibel drei ReferendarInnen auf ihrem Weg in den Beruf. Zwischen Prüfungsängsten, Disziplinproblemen und Studienseminar gibt der Film nicht nur Einblick in die Professionalisierung junger Lehrender, sondern hinterfragt Form und Zustand der Lehrerbildung insgesamt.

Filmbeginn: 18:00 Uhr s.t., Diskussion: 20:00 Uhr, Ort: Hörsaal 3, Eintritt: 1,00 €

Wohin geht die Reise……? Planspiele im Unterricht

Referent der Bundeszentrale für politische Bildung diskutierte mit Lehramtsstudierenden

Planspiele sind als handlungsorientierte Methode für kompetenzorientierten Unterricht aus den Schulen nicht wegzudenken. Die Methodik sollte deshalb zum Repertoire von Lehrkräften gehören. Die Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn hat dazu eine Planspieldatenbank entwickelt, die über quantitativ- organisatorische und qualitative Aspekte Auskunft gibt.

Herr Detlef Dechant, der in der Bundeszentrale für diesen Bereich verantwortlich zeichnet, gab den künftigen Sozialkundelehrerinnen und –lehrern im Rahmen der Übung „Politisches Lernen in Planspielen und Simulationen“ bei Sabine Gans interessante Einblicke in die Entwicklung von Planspielen. Er stellte in einem kenntnisreichen und spannenden Vortrag Möglichkeiten der Einbettung in Unterricht und schulische Zusammenhänge vor und machte Vorschläge zur Organisation und Finanzierung. Die Studierenden erfuhren viel über den Trend vom analogen hin zum webbasierten Planspiel und hatten einen regen Austausch mit dem Referenten.

Die Bedeutung von Planspielen und die Auswirkungen auf Lernprozesse werden zurzeit in einer Langzeitevaluation wissenschaftlich untersucht. Zudem entsteht ein Curriculum für Planspielteamer, sodass Durchführende ein Instrumentarium an der Hand haben, die Methode des Planspiels zielorientiert und auf ganzheitlichen Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern ausgerichtet anzuwenden.

Matthias Busch hat 2017 den Lehrpreis der Universität Trier erhalten. Mit den Lehrpreisen zeichnet die Universität Trier herausragende Lehrleistungen ihrer Lehrenden aus und würdigt die Zusammenführung von fachlichem Wissen, didaktischer Quaifikation und persönlichem Engagement.

Einladung zum Vortrag

Im Rahmen des Forschungskolloquiums Didaktik der Gesellschaftswissenschaften hält Dr. Alexander Wohnig (Universität Heidelberg)

am Freitag, 24. November 2017, um 16 Uhr in Raum B17 einen Vortrag zum Thema „Zum Verhältnis von sozialem und politischem Lernen: Qualitative Forschung in schulischer und außerschulischer politischer Bildung“.

Interessierte sind herzlich eingeladen.

Studierende organisieren Exkursion mit Schülerinnen und Schülern

Mit Schülerinnen und Schülern einer achten Klasse des Deutsch-luxemburgischen Schengen-Lyzeums Perl führten in dieser Woche Studierende des Hauptseminars „Erinnerungskultur in der Großregion“ eine eigenständig entwickelte Exkursion nach Vianden durch. Dort begaben sich die Teilnehmenden auf Spurensuche nach der sagenumwobenen Yolanda ins Mittelalter und erschlossen sich viel Wissenswertes über die mittelalterliche Gesellschaftsordnung, Familienstrukturen und das christliche Ordensleben. Die Erkundung führte über Burg, Stadtmauer und Dorfkern bis in die Ortskirche, wo die Reliquien der Heiligen Yolanda liegen und Anlass zur Reflexion heutiger Erinnerungskultur gaben.

Interdisziplinärer Workshop: Interkulturalität – Perspektiven für den Schulunterricht

Am 10. November 2017 fand der interdisziplinäre Workshop "Interkulturalität – Perspektiven für den Schulunterricht" an der Universität Trier statt (Leitung: Franziska Bergmann, Eva Bischoff, Matthias Busch und Julia Frisch).

Es referierten:

Andrea Geier (Trier): ‚Selbst-Verständnis' und Einstellungswechsel als didaktische Zielsetzungen. Fragen und Impulse zur Einführung

Jule Bönkost (Berlin) und Josephine Apraku (Berlin): Rassismuskritisches Lernen in der Schule

Sigrid Köhler (Tübingen/Münster): Geschultes Sehen. Bildung und Rassismus im ausgehenden 18. Jahrhundert

Magdalena Kißling (Köln): Literatur und ihre Vermittlung in der Schule.Eine postkoloniale Perspektive

Claudia Heß (Saarbrücken): Erinnerungskultur in der Großregion – Das Ende des Zweiten Weltkriegs in der Presseberichterstattung Lothringens und des Saarlandes

Sonja Kmec (Luxembourg): Der Zweite Weltkrieg im Bildgedächtnis: zwischen globalen Erzählungen und lokalen Verankerungen

Finanzierung aus Mitteln des Lehrpreises 2016 der Universität Trier

Buchtipp:

In Kürze erscheint folgende Publikation von Julia Frisch, Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften:

Grenzenlose Solidarität durch grenzüberschreitende Kooperation? Interkulturelle Dimensionen transnationaler Gewerkschaftszusammenarbeit am Beispiel der Großregion und der Region Öresund (St. Ingbert: Röhrig Universitätsverlag 2017)

In Zeiten wachsender Arbeitsmobilität und steigender Grenzpendler-Zahlen an vielen Binnengrenzen der Europäischen Union nimmt das Forschungsinteresse an grenzüberschreitenden Arbeitsmärkten stetig zu. Dieses Buch stellt die grenzüberschreitenden Kooperationen von Gewerkschaften in den Fokus, die sich als Vertreterinnen der Arbeitnehmerinteressen ebenfalls auf die transnationalen Realitäten einstellen müssen. Anhand zweier Fallbeispiele aus der Großregion und der skandinavischen Region Öresund werden die Herausforderungen und Arbeitsweisen interregionaler Kooperationen von Gewerkschaften umfassend aus kulturwissenschaftlicher und industriesoziologischer Perspektive analysiert und auf ihre regionalen Spezifika und interkulturellen Handlungsmuster hin untersucht. Die Systeme der Arbeitsbeziehungen in den jeweiligen Regionen, die grenzüberschreitenden Netzwerke, Themen und Aktivitäten der Gewerkschaftsgremien sowie Mikroanalysen interkultureller Kommunikation und Interaktion führen zu interessanten Vergleichsergebnissen, welche die Relevanz interkulturellen Bewusstseins der Akteurinnen und Akteure betonen und die Basis für Handlungs- und Weiterbildungsempfehlungen darstellen.

Kooperationsprojekt: Schüler forschen vor der Haustür

Der Freundeskreis Trierer Universität unterstützt seit 2013 Initiativen, die zur Verbesserung der Kooperation zwischen der Universität Trier und der Region beitragen. Die Förderung in Höhe von maximal 10.000 Euro erhält in diesem Jahr das Projekt „SOWI with you“. Es zielt darauf ab, das Lernen in der Schule und die lokalen Forschungseinrichtungen enger zu vernetzen. Jugendliche sollen sich auf wissenschaftliche Weise mit historischen, kulturellen, politischen und sozialen Phänomenen in ihrer Umgebung und ihrer Alltagswelt auseinandersetzen. In Projekttagen, die gemeinsam mit Studierenden für den Geschichts- und Sozialkunde-Unterricht ausgearbeitet werden, können Schüler eigene Forschungsvorhaben entwickeln. Sie erforschen beispielsweise, welche Geschichtsbilder Denkmäler und Straßennamen in der eigenen Stadt oder Region vermitteln. Weitere Themen sollen die Migration in Gegenwart und Vergangenheit aus regionalem Blickwinkel sowie die anstehenden Jahrestage 1848, 1918 und 1968 sein, die daraufhin untersucht werden, wie sich die historischen Ereignisse in der Region ausgewirkt haben. Schüler, die Lust auf mehr Wissenschaft haben, können sich in einer Schülerforschungswerkstatt über mehrere Monate in ein Thema vertiefen. Ihre Erkenntnisse können sie für eine Facharbeit verwenden und in einer Poster-Präsentation vorstellen. Zusätzlichen Anreiz schafft der neue Trierer Schülerforschungspreis, für den eine Jury die besten Projekte auswählt. Die Forschungsarbeiten sollen voraussichtlich im Sommer 2018 vorgestellt werden. Zugleich werden die in dem Projekt entstehenden Materialien und Lernformen von der Universität wissenschaftlich begleitet. In die Forschung werden Lehramt-Studierende, Referendare und Lehrer einbezogen. Initiator des Projektes ist Matthias Busch, Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Universität Trier.

Kontakt: Prof. Dr. Matthias Busch Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Tel. 651/201-2168

 

Foto: Mirna Stieler / 5vier.de

Wege zu einer demokratisch-partizipativen Schulkultur

Studierende aus der Übung „Partizipation als Leitgedanke der politischen Bildung“  von Prof. Dr. Matthias Busch entwickelten im Sommersemester 2017 eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung von Demokratie und Teilhabe in der luxemburgischen Schullandschaft. Es entstand ein über 100-seitiges Handbuch mit methodisch-didaktischen sowie schulorganisatorischen Empfehlungen.
Am Donnerstag, dem 20. Juli 2017, wurden die Arbeitsergebnisse vorgestellt und mit luxemburgischen Experten vom Zentrum fir politesch Bildung Luxemburg und  VertreterInnen aus der schulischen Praxis im Rahmen einer Mini-Konferenz diskutiert.
Die luxemburgischen Gäste zeigten sich von den studentischen Analysen und Konzepten angetan und luden Studierende mit entsprechenden Forschungsinteressen ein, demokratiepädagogische Schulentwicklungsprozesse vor Ort wissenschaftlich zu analysieren. (md)

 

 

Lehrerfortbildung des Peter-Wust-Gymnasiums Wittlich

08.06.2017 - Lehrerinnen und Lehrer des Peter-Wust-Gymnasiums Wittlich nahmen am 06. Juni 2017 im Rahmen eines Studientags an einem Workshop des Arbeitsbereichs Fachdidaktik Gesellschaftswissenschaften an der Universität Trier teil. Im Zentrum standen dabei die Potenziale von interaktiven Smartphone-Rallyes - sogenannten Actionbounds - zu verschiedenen Themenfeldern. Diese ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, Lernorte in der Grenzregion zu entdecken.

Nach einem kurzen Impulsvortrag von Prof. Matthias Busch zum Projekt „Entdecke die Großregion“ und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Actionbounds, hatten die Lehrerinnen und Lehrer Gelegenheit, exklusiv zwei Bounds zum Thema "Jüdisches Leben in Trier" und "Reformation" in der Trierer Innenstadt zu testen. (jk)

Arbeitssitzung „Schule demokratisch und partizipativ gestalten“

05.06.2017 - Am Donnerstag, den 01. Juni 2017, waren Mitglieder der Schulleitung und der Steuerungsgruppe zur Schulentwicklung des luxemburgischen Lycée Nic Biever sowie MitarbeiterInnen des luxemburgischen Zentrums fir politesch Bildung zu Gast an der Universität Trier.

Studierende aus der Übung „Partizipation als ‚Leitgedanke‘ politischer Bildung“ von Prof. Dr. Matthias Busch diskutierten mit den SchulpraktikerInnen mögliche Wege zur Förderung einer demokratischen Schulkultur in der Großregion.
In einer gemeinsamen Arbeitssitzung wurden Vorbereitungen für eine gemeinsame quantitative empirische Studie zu Chancen und Herausforderungen demokratischer Partizipation in Luxemburger Schulen getroffen. (md)

Besuch der iMedia 2017

31.05.2017 - Eine Gruppe von Studierenden aus der Übung „Berufsorientierung, Medienkompetenz, Verbraucherbildung und Ökonomische Bildung als Querschnittaufgaben im Sozialkundeunterricht“ besuchte am 30. Mai 2017 mit ihrer Dozentin Frau Sabine Gans die iMedia in Mainz.

Das Forum wird jährlich vom Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz veranstaltet und widmet sich auf theoretischer und praktischer Ebene der Schul- und Unterrichtsentwicklung im Bereich der Medien. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 1200 Teilnehmer/innen, Aussteller/innen und Referent/innen.

Auf die Eröffnung durch Bildungsministerin Frau Dr. Stefanie Hubig folgte ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Birgit Eickelmann zum Thema „Schule im digitalen Wandel“. Im Anschluss an eine Podiumsdiskussion mit diversen Gestalter/innen schulischer Praxis folgten zahlreiche Infoshops in den inhaltlichen Bereichen „Medienbildung systemisch: Steuerungsprozesse und Schulentwicklung“, „Medienbildung praktisch: Innovation trifft Unterrichtsentwicklung“, „Die ‚Generation Always On‘ und die pädagogischen Herausforderungen“ sowie „Gesellschaftlicher Wandel, Wertewandel, beruflicher Wandel“. Die jeweils einstündigen Veranstaltungen beschäftigten sich beispielsweise mit den Phänomenen Fake News und Hate Speech, Möglichkeiten und Grenzen derzeitiger Lernsoftware und Apps, den Einsatz von interaktiven Whiteboard und Tablets oder auch Konzepte zur Förderung der Informations- und Medienkompetenz von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern an der Einzelschule. Technische, mediale und gesellschaftliche Entwicklungen wurde ebenso aufzeigt und diskutiert wie Möglichkeiten des angemessenen pädagogischen Umgangs mit selbigen.

Medienpädagoge Daniel Zils von der Lernwerkstatt medien+bildung.com hat sich dazu bereiterklärt, in der Sitzung vom 13. Juni 2017 mit den Studierenden aus der Übung vertiefend über Präventions- und Elternarbeit im Bereich der Neuen Medien zu diskutieren. (md)

Wirtschaft - ein Kinderspiel?

22.05.2017 - Im Rahmen der Kinder-Uni der Universität Trier fanden zwei Seminare zum Thema "Wirtschaft - ein Kinderspiel" statt, die von Sabine Gans angeboten wurden. In jeweils 90 Minuten erarbeiteten die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in schülergerechter Weise die Grundlagen des Wirtschaftssystems und erhielten so einen Einblick in den Umgang mit Geld, die Entstehung von Produktpreisen und die Geheimnisse der Werbung. (jf)

Fachdidaktik Gesellschaftswissenschaften präsentiert die Universität Trier auf Schülermesse in Luxemburg

17.05.2017 - Der Arbeitsbereich „Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften“ an der Universität Trier pflegt den Austausch mit diversen Gestaltern der schulischen Praxis – auch über Landesgrenzen hinaus. Einer der Kooperationspartner ist das Lycée Nic Biever in Dudelange (Luxemburg), das am Samstag, dem 13. Mai 2017, zum Tag der offenen Tür einlud.

Mitarbeiter der Fachdidaktik der Gesellschaftswissenschaften machten vor Ort mit einem Infostand auf die vielfältigen Studienangebote und Forschungsschwerpunkte an der Universität Trier aufmerksam. Es kam zum regen Austausch mit interessierten Schüler/innen aus der Großregion, die nach erfolgreichem Schulabschluss ein Studium an der Universität Trier ins Auge fassen. (md)

Lehramtsstudierende der Universität Trier entwickeln und erproben ein Planspiel für Trierer Schulklassen

10.02.2017 - Studierende des Seminars "Politik und Politikvermittlung" von Prof. Matthias Busch erarbeiteten und erprobten ein Planspiel mit Schülerinnen und Schülern des Friedrich Spee-Gymnasiums in Trier.

Der Deutsche Bundestag wurde am 09. Februar 2017 mit Hilfe eines im Rahmen des Seminars entwickelten Planspiels simuliert, wodurch wichtige Abläufe der Gesetzgebung vermittelt werden konnten. Dabei stand nicht nur für die Studierenden, sondern auch für die Schülerinnen und Schüler aus den Leistungskursen Sozialkunde die Handlungsorientierung im Vordergrund. Die Kooperation zwischen der Schule und der Universität ermöglichte den Studierenden ein Probehandeln und erste Erfahrungen in der Entwicklung und Durchführung von Planspielen. Auch die Schülerinnen und Schüler konnten von dieser Zusammenarbeit profitieren: Ihnen, die die Rollen der Bundestagsabgeordneten übernahmen, standen während der Durchführung die Studierenden als Fraktionsmitarbeiter und Bundestagsverwaltung zur Seite. Außerdem wurden weitere Rollen wie die Presse oder der Bundesrat von den Studierenden übernommen, um die Rahmenbedingungen möglichst realistisch erscheinen zu lassen. Dies nahmen auch die Schüler wahr: „Ich bin total überrascht von der Tiefe und der Realitätsnähe des Projekts,“ lobte beispielsweise der Zwölftklässler Jan Lauterbach die Arbeit der Studierenden.

Der Simulation gingen eine intensive fachliche Einarbeitung und didaktische Vorbereitung im Seminar während des Wintersemesters 2016/17 voraus: Wichtige Ausarbeitungen hinsichtlich der Details des Gesetzgebungsprozesses, zwei fiktive Szenarien, Parteipositionen, eine Geschäftsordnung und Rollenkarten für die Bundestagsabgeordneten wurden von den Studierenden für das Planspiel entwickelt.

Durch die Erarbeitung und Durchführung der Simulation konnten die Studierenden nicht nur einen Einblick in die didaktische Konzeption und Begleitung eines Planspiels erhalten,  son-dern auch die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler mit Hilfe von Videographie und Evaluationsbögen analysieren und auswerten.

Die Begegnung von Lehramtsstudierenden mit Schülerinnen und Schülern förderte auf beiden Seiten die Motivation. Vorbereitung und Erstellung der Planspielsettings sind weitaus reizvol-ler, wenn die Materialien nicht nur von Kommilitonen erprobt werden, sondern wenn Schüle-rinnen und Schülern mit ihrer Hilfe Lernprozesse ermöglicht werden. „Ich bin wirklich begeistert – die Schüler sind super motiviert und nehmen ihre Rolle toll an“, freute sich auch Studentin Julia Fritz über die erfolgreiche Umsetzung. (kb)