Die Stadt Trier

Kurze Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands

Ante Romam Treveris Stetit Annis Mille Trecentis - "Vor Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre" behauptet die Inschrift am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt. Das ist zwar eine mittelalterliche Erfindung, aber sie hat einen geschichtlichen Hintergrund.
Im Trierer Tal gab es in der Tat schon im 3. Jahrtausend vor Christus menschliche Siedlungen, und Trier war die erste Stadt, die diesen Namen nördlich der Alpen zu Recht trug.

AUGUSTA TREVERORUM, das spätere Trier, wurde um 16 vor Christus von den Römern unter Kaiser Augustus in der Nähe eines Stammesheiligtums der keltischen Treverer gegründet.
Gegen Ende des 3. Jahrhunderts machte Kaiser Diokletian die TREVIRIS genannte Stadt zur römischen Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Teilreiches. Etwa um die gleiche Zeit entwickelte sich hier ein Zentrum des frühen Christentums.  Im 5. Jahrhundert von den Franken erobert, kam Trier bei der karolingischen Reichsteilung von 870 n. Chr. zum ostfränkischen-deutschen Reich.

Im Jahre 958 n. Chr. entstand mit der Errichtung des Marktkreuzes der heutige Hauptmarkt als Zentrum der mittelalterlichen Stadt. Im 12. Jahrhundert wurden die Trierer Erzbischöfe Kurfürsten. Sie machten Trier zur Hauptstadt ihres Kurstaates, die bis zu dessen Auflösung an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert Zeiten hoher Blüte und tiefen Niedergangs erlebte.
Kurze Zeit in französischem Besitz, kam Trier 1815 zu Preußen und 1945 zum Bundesland Rheinland Pfalz in der Bundesrepublik Deutschland.

Trier heute

Die Stadt hat heute etwa 100.000 Einwohner und umfasst einen Einzugsbereich von etwa 500.000 Menschen. Trier liegt 10 km von der luxemburgischen, 50 km von der französischen und 65 km von der belgischen Grenze entfernt.
Die Stadt ist Bezirkshauptstadt des Regierungsbezirkes Trier, Bischofssitz, Kultur-, Verkehrs- und Wirtschaftsmittelpunkt des Trierer Landes, Hafenstadt am Moselschifffahrtsweg, Standort namhafter Industriebetriebe, Weinbau- und Weinhandelszentrum, Einkaufs-, Fremdenverkehrs- und Tagungsstadt.

An Freizeitmöglichkeiten bietet Trier Stadien, Sportplätze, Frei- und Hallenbäder, Squash-, Badminton- und Tennisplätze, Reitschulen, Trimmpfade und eine Kunsteisbahn; Musikvereine und Chöre, Konzerte klassischer und moderner Musik, Wein- und Stadtteilfeste, Märkte und Messen; und nicht zuletzt die Stadt und die Region mit ihren Parks, Wäldern, Gewässern, Wanderwegen und zahlreichen Weinlokalen und Weinfesten.

Eindrücke

Die Porta Nigra

Die Porta Nigra ist das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Mit ihrer Hilfe wird eine unvergleichliche Verbindung zwischen der antiken Vergangenheit und der heutigen modernen Stadt geknüpft.
Die Anlage besteht aus einem Mittelbau mit zwei Tordurchfahrten, der beiderseits von je einem Turm flankiert ist. Auf der Landseite springen die beiden Türme halbkreisförmig vor und dienten auf diese Weise bei der Abwehr zur Überwindung des toten Winkels im Schussfeld. Die Türme zeigen außen vier Geschosse und überragen ursprünglich den Mittelbau.
Etwa in halber Höhe des fensterlosen Erdgeschosses der beiden Türme führt je eine Türöffnung auf den Wehrgang der Stadtmauer. Der Mittelbau hat nur zwei Obergeschosse und umschließt einen Torhof, dessen Landseite durch Fallgatter abgesperrt werden konnte.

Mit dem Bau der Porta Nigra wurde in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts begonnen. Ursprünglich sind die schweren Sandsteinquader ohne Mörtel zusammengefügt worden und hielten die Stabilität allein durch ihre Eigenlast bei. Ehemals waren die Quader durch Eisenklammern in Bleiverdübelung miteinander verbunden.
In der metallarmen Zeit des Mittelalters wurden sie herausgebrochen und hinterließen viele tiefe Narben im Mauerwerk. Der Torbau wurde aber niemals ganz vollendet.

Die Porte Nigra mit ihrer palastartigen Architektur ist nicht nur Wahrzeichen Triers, sondern darüber hinaus machtvolles Symbol der Begegnung zwischen Römern, Kelten und Germanen. Denn durch das Tor verlief die Ausfallstraße zum Rhein in die germanischen Provinzen. Umgekehrt mündete in das Nordtor vom Stadtinneren her die nordsüdliche Hauptstraßenachse, der cardo maximus, dessen Verlauf in der Simeonstraße noch weiterlebt.

Hauptmarkt

Im Jahre 958 n. Chr. erhielt Trier das Marktrecht. Der Hauptmarkt wurde zum Zentrum des mittelalterlichen Trier. Er umfasst u.a. die Steipe, das Festhaus des Stadtrates und den Pranger (in der südlichen Ecke des Marktes versetzt rekonstruiert).
      

Kaiserthermen

Die Kaiserthermen, nicht weit vom Amphitheater am Rand des Palastgartens gelegen, sind ein römischer Bäderpalast, der den kaiserlichen Palast im Süden begrenzt. Sie zählen zu den größten des romanischen Weltreiches. In den sechziger Jahren des 4. Jahrhunderts wurde das Bauwerk unter Kaiser Valentinian I. umgestaltet, nordöstlich wurde an das ehemalige Warmwasserbad ein kleines Badehaus angebaut.    

Von dem ehemals rund 250 m langen Bau ist nur noch im östlichen Teil das aufgehende Mauerwerk des Warmwasserbades (caldarium) auf größerer Höhe erhalten. Lagen von Kalkstein-Handquadern in rhythmischem Wechsel mit horizontalen Ziegelbändern charakterisieren die sorgfältig ausgeführte Verblendung des römischen Mauerwerks, dessen Kern gegossen ist.
      
Auf der Hauptachse liegen von Osten nach Westen aneinandergereiht das Warmwasserbad, der runde Saal des Warmluftbades (tepidarium), das Kaltwasserbad (frigidarium) und schließlich der Gymnastikplatz (palaestra), der von Wandelhallen umgeben ist.
Zu beiden Seiten der Hauptachse befanden sich in symmetrischer Anordnung ehemals Räume für die Kleiderablage, Reinigung und Massage.

Amphitheater

Das Amphitheater wurde schon 100 n. Chr. erbaut und besitzt ein Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern. Dies gilt als Beweis dafür, dass Trier eine Stadt mit ansehnlichen Ausmaßen war, denn nur für solche Städte wurde eine derartige Anlage erbaut.