Settler Colonialism

“Settler colonizers come to stay” – mit diesen knappen Worten hat Patrick Wolfe 2006 das zentrale Charakteristikum einer besonderen Form des Kolonialismus zusammengefasst. Das Ziel von Siedlergesellschaften ist die Transformation des kolonialen Raumes in eine (häufig idealisierte) Version ihrer jeweiligen Mutterländer. Mit der Landnahme geht die Enteignung, Vertreibung, Ermordung und Zwangsassimilation der indigenen Bevölkerung einher. Die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte, insbesondere derjenigen der anglophonen Siedlungskolonien Kanadas, der USA, Australiens und Neuseelands bildet einen Arbeits- und Forschungsschwerpunkt der Internationalen Geschichte an der Universität Trier. Ausgehend von zwei DFG Forschungsprojekten im Kontext des SFB 700 („Governance in Areas of Limited Statehood“), die von Ursula Lehmkuhl gemeinsam mit Norbert Finzsch (Universität zu Köln) geleitet wurden, sind mehrere Dissertationen entstanden, die sich mit Fragen der Colonial Governance (Dominik Nagl, Marion Stange) sowie Prozessen der Landnahme beschäftigen (Hanno Scheerer). Darüber hinaus erarbeitet Eva Bischoff die siedlerkolonialen Geschichte Australiens am Beispiel eine Gruppe von Siedler*innen, die gleichzeitig Mitglieder der Religious Society of Friends waren.

Partnerinstitution

Colonialism and Its Aftermath (CAIA), University of Tasmania