Cultural Heritage Studies

Die Kulturerbe Forschung (Cultural Heritage Studies) untersucht, oft in interdisziplinärer Perspektive, alle Spuren der Vergangenheit, die eine bestimmte Gemeinschaft oder eine Gruppe von Menschen als wertvoll oder schützenswert erachtet. Kulturelles Erbe, so die UNESCO, beschränkt sich dabei nicht nur auf materielle Objekte wie Gemälde, Skulpturen, Münzen oder Manuskripte (beweglich) und Denkmäler oder archäologische Stätten (unbeweglich). Es umfasst auch mündliche Überlieferungen, darstellende Künste, Rituale (immaterielles Kulturerbe), sogar Kulturlandschaften und Naturstätten mit kulturellen Aspekten (oft auch als Naturerbe bezeichnet). Wissenschaftliche und öffentliche Debatten über kulturelles Erbe sind in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit der Aneignung und dem Handel mit Kulturgütern in kolonialen Kontexten und der Debatte um die Restitution dieser Objekte in den Vordergrund getreten.

In einer Stadt mit einer der größten UNESCO-Kulturerbestätten Europas (seit 1986 auf der Liste) untersucht das Fachgebiet Internationale Geschichte an der Universität Trier die transnationalen und kolonialen Verstrickungen, die die Vergangenheit oft als fremdes Land kennzeichnen, um David Lowenthals wegweisende Studie zu paraphrasieren. Ursula Lehmkuhl zum Beispiel arbeitet an der Digitalisierung der wohl weltweit größten Sammlung von Auswandererkorrespondenzen, der Deutschen Auswandererbriefsammlung (DABS). Sie wird dabei von der Forschungsbibliothek Gotha unterstützt. Eva Bischoff rekonstruiert in Zusammenarbeit mit Anja Schwarz (Universität Potsdam) das Australien-Archiv im Museum für Naturkunde, Berlin, um die Rolle kolonialer Sammlungen bei der Produktion, Zirkulation und Nutzung von Wissen über die natürliche Welt zu untersuchen.

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