Geschlechtergeschichte

Das Geschlecht eines Menschen scheint auf den ersten Blick eine unveränderliche, biologische Kategorie zu sein. Jedoch zeigt der Blick in die Geschichte das genaue Gegenteil: was jeweils unter „Mann“ oder „Frau“ verstanden wird, ist ein fortlaufender Aushandlungsprozess. Geschlecht ist damit historisch wandelbar. Unser Verständnis von Geschlecht formt menschliche Körper und strukturiert unsere Gesellschaft. Gleichzeitig, so haben vor allem die Arbeiten aus dem Bereich des Black Feminism gezeigt, stellt Geschlecht nur eine unter mehreren, miteinander verschränkten Kategorien dar, entlang derer sich soziale Hierarchien und politische Machtstrukturen ausbilden. Die Internationale Geschichte der Universität Trier Geschlecht beschäftigt sich in verschiedenen Forschungskontexten mit einer solchen intersektionalen Geschlechtergeschichte. Dazu zählen neben dem Internationalen Graduiertenkolleg „Diversity“ (geleitet von Ursula Lehmkuhl) auch individuelle Forschungsarbeiten wie die von Eva Bischoff zur Rolle von kolonialen Diskursen in der Konstruktion von deutschen Männlichkeiten um 1900 sowie das Dissertationsprojekt von Thomas Schira zur Konstruktion von Alterität und Identität in den Adaptionen der „captivity narrative“ John Jewitts.

Geschlechtergeschichte spielt auch in der Lehre eine wichtige Rolle: Die Internationale Geschichte trägt regelmäßig zum Lehrangebot des interdisziplinären Zertifikats „Interdisziplinäre Geschlechterstudien“ sowie dem Master-Nebenfach-Studiengang „Interkulturelle Gender Studies“ bei. Eva Bischoff ist seit Dezember 2012 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Centrums für Postcolonial und Gender Studies (CePoG) der Universität Trier.

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