Forschung

Praxisorientierte Analysen zum Medienwandel

Der tägliche Umgang mit Medien prägt unsere Gesellschaft. Die klassischen Medien Zeitung und Zeitschrift, Hörfunk und Fernsehen entwickeln sich fort. Online-Medien bringen zusätzlich Impulse für den Medienwandel. Die Trierer Medienwissenschaft begleitet den Medienwandel wissenschaftlich, analysiert Trends und ermittelt Optimierungspotenziale. Die Schlüsselfragen der Forschungsaktivitäten sind: Wie müssen Medienprodukte beschaffen sein, um ihre kommunikativen Funktionen bestmöglich zu erfüllen? Wie nehmen Leser, Hörer, Zuschauer und Onlinenutzer mediale Angebote wahr? In welcher Weise beeinflussen die so genannten Neuen Medien die Entwicklungstrends im gesamten Mediengefüge? Auf die Ergebnisse der Trierer Studien greifen Medienpraktiker in Verlagen und Rundfunkanstalten zurück, um ihre Arbeit und ihre Medienprodukte zu optimieren.

Schwerpunkte in der Forschung

Rezeptionsforschung
Bereits seit 1998 untersucht die Trierer Medienwissenschaft kontinuierlich Online-Angebote von Tageszeitungen, Rundfunkanstalten und E-Commerce-Anbietern auf ihre Benutzerfreundlichkeit. Dazu wird im Rezeptionslabor beobachtet, wie Nutzer mit den Angeboten umgehen. Die Nutzung wird computergestützt dokumentiert und ausgewertet. Eine Blickaufzeichnungsanlage macht zusätzliche Analysen nach dem Eye-Tracking-Verfahren möglich. Aus den gewonnenen Daten lassen sich Usability-Schwachstellen herausfiltern und Optimierungspotenziale bestimmen. Diese qualitative Forschung wird durch quantitative Methoden ergänzt, etwa durch Online-Befragungen oder Logfileanalysen.

Internet-Forschung
Die Studien zum Thema Internet gehen über den Aspekt der Usability hinaus: In Forschungen zur Interaktivität in Online-Medien wird untersucht, wie das Internet die Massenkommunikation beeinflusst. In einem interdisziplinären Projekt wurden die kulturellen Auswirkungen das Internet in der Volksrepublik China analysiert. In einer weiteren Studie wurden Nutzung und Akzeptanz des ePaper, der 1:1-Abbildung von Tageszeitungen im Internet, untersucht.

Publizistische Qualität
Wie lässt sich die Qualität journalistischer Medien messen - und wie lässt sie sich in der alltäglichen Redaktionspraxis sichern? Mit diesen Fragen befasst sich ein Projekt zum Medienstandort Luxemburg. In einem Qualitäts-Monitoring werden die Leistungen von Radio und Fernsehen untersucht und ein Code of Conduct entwickelt.

Wissenschaftskommunikation: Präsentationen
Wie verändern Weblogs, Twitter und PowerPoint die Kommunikation innerhalb der Wissenschaft? Im Forschungsverbund "Interactive Science" wurden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) der Justus-Liebig-Universität Gießen und weiteren Kooperationspartnern die Auswirkungen Neuer Medien auf die interne Wissenschaftskommunikation untersucht. Im Zentrum der Forschung in Trier stand dabei die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Präsentationen aus der Perspektive der Rezipienten.

E-Learning
Die Trierer Medienwissenschaft entwickelt, erprobt und evaluiert Angebote zum webbasierten E-Learning. Ein Schwerpunkt ist die Erforschung und Umsetzung eines nutzerfreundlichen und webgerechten Lernangebotes bspw. zum Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaft, das verschiedenen Lernertypen mit unterschiedlichem Interesse und Wissen flexible und individuelle (Lern-)wege eröffnet. Didaktisch folgt es dem Ansatz problembasierten Lernens. Die Lerneinheiten können begleitend zur Präsenzlehre oder zum Selbststudium verwendet werden. Der modulare Aufbau macht den Einsatz in unterschiedlichen Kontexten in der Aus- und Weiterbildung möglich. Mit Unterstüzung der Nikolaus-Koch-Stiftung entstand inzwischen die Informations- und Forschungsstelle E-Learning in der Region Trier. Mehr Informationen hierzu erhalten Sie auf der Website http://www.trelearning.de

Übersicht aller Forschungsprojekte im Fachteil Print/Online

Aus- und Weiterbildung

Die Forschungsergebnisse werden nicht nur in Fachpublikationen veröffentlicht. Einen großen Stellenwert hat die direkte Wissensvermittlung in der Aus- und Weiterbildung. Die Trierer Medienwissenschaft setzt dabei auf innovative Instrumente, um die Erkenntnisse effektiv an Studierende und Medienpraktiker zu vermitteln.

Universitäre Lehre
Für die universitäre Lehre werden auf der Plattform Ilias E-Learning-Module entwickelt und eingesetzt, die den Lernprozess wirkungsvoll unterstützen. Der Einsatz von Telelearning (siehe auch virtuelle Vorlesung) ermöglicht es, zeitgleich mit anderen Universitäten gemeinsame Seminare anzubieten und Lehrleistungen aus anderen Hochschulen via Internet zu importieren. In Vorlesungen des Lehrstuhls kommt eine Twitterwall zum Einsatz, die Studierenden die Möglichkeit gibt, anonym Fragen und Anmerkungen zu posten - per SMS, Twitter oder über ein Webformular. Zusätzliches Studienmaterial und Aufgaben werden den Studierenden online über die Plattform Stud.IP zur Verfügung gestellt. Für die Praxisausbildung stehen ein PC-Pool, Multimedia-Arbeitsplätze und digitale Schnittsysteme für Video und Audio zur Verfügung.

Weiterbildung für Medienpraktiker
In einem Projekt zur wissenschaftlichen Weiterbildung für Medienpraktiker im Bereich Multimedia-Journalismus werden ebenfalls E-Learning-Module konzipiert, die das Prinzip des Blended-Learning verfolgen, also die Präsenzveranstaltungen mit Online-Lernphasen begleiten und ergänzen. Interdisziplinarität in Forschung und Lehre hat einen hohen Stellenwert.

Forschung für die unternehmerische Praxis
Im Forschungszentrum Competence Center E-Business (CEB) der Universität Trier bringt die Medienwissenschaft ihre Kompetenzen in gemeinsamen Projekten mit den Fächern Betriebswirtschaft, Jura, Psychologie, Soziologie und Wirtschaftsinformatik ein. Gemeinsam erarbeitet das CEB Methoden- und Erfahrungswissen für die Praxis. Die Forschung erfolgt dabei in Kooperation mit der Unternehmenspraxis - und die Ergebnisse fließen in Lehre und Weiterbildung ein.

Internationale Perspektive
Internationalität prägt die Trierer Medienwissenschaft
Die Nähe zu Luxemburg, Frankreich und Belgien öffnet den Blick für die Medienentwicklung in Europa. Unsere Perspektive reicht sogar noch weiter: Etwa bei der Forschung zum Internet in China. Auch die Studierenden profitieren von der internationalen Ausrichtung: Sie können beispielsweise am Studienprogramm "International Journalism" der Hamline University in Minnesota/USA teilnehmen.