Über das Institut

Philosophische Konzeptionen und kulturelle Erscheinungen thematisieren die Medialität menschlicher Orientierung, sie sind aber auch selbst Ereignisse des Medialen. Hauptanliegen des Instituts ist die Erforschung dieser wechselseitigen Medienbezogenheit, die als Strukturmoment der Kultur angesehen werden kann. 

Die einzelnen Forschungsprojekte beschäftigen sich sowohl mit der historischen Entwicklung der Kultur- und Medienphilosophie als auch mit systematischen und aktuellen Fragestellungen, wie sie in den Grenzgebieten zu benachbarten Disziplinen verhandelt werden. Weitere Anknüpfungspunkte innerhalb der Philosophie finden sich in der Wissenschaftstheorie, der Erkenntnistheorie, der Ästhetik und Sprachphilosophie sowie der Praktischen Philosophie, die die normative Tiefendimension kultureller Orientierung thematisiert.


Kontakt

Prof. Dr. Peter Welsen (Geschäftsführende Leitung)
Zimmer B 406
Telefon: 0651/201-2350
E-Mail: welsenuni-trierde

JProf. Dr. Andreas Lammer (Leitung)
Zimmer B 420
Telefon: 0651/201-2338
E-Mail: lammeruni-trierde

Michael Steinmetz M.A. M.A. (Geschäftsführung)
Zimmer B 415
Telefon: 0651/201-2345
E-Mail: steinmetzuni-trierde


Schopenhauers Philosophische Vorlesungen, Teil I

Ins Französische übersetzt von Christophe Bouriau und Peter Welsen.


Vortragsreihe Sommersemester: „Konfigurationen der Zeit“

Plakat zur Vortragsreihe „Konfigurationen der Zeit“

Das Philosophische Forschungsinstitut für Medien und Kultur lädt alle Studierenden des Fachs Philosophie sowie alle Interessierten zur Vortragsreihe „Konfigurationen der Zeit“ ein.

Die Zeit ist seit jeher ein viel beachteter Gegenstand philosophischen Fragens. Bereits in der vorsokratischen Philosophie wurde der Verlauf der Zeit als zyklischer Übergang von Zukunft in Gegenwart und Vergangenheit immer wieder von Neuem gedeutet. Zusätzlich zu naturphilosophischen oder ontologischen Fragestellungen ist die Zeit aus philosophischer Perspektive auch hinsichtlich des Verhältnisses von objektiver Zeit und subjektivem Zeitempfinden, der erfahrungskonstitutiven Funktion der Zeit sowie der inneren Struktur zeitlicher Erfahrung von besonderem Interesse. Ziel der Vortragsreihe im Sommersemester 2021 ist es, einen einführenden Überblick in eine Reihe erkenntnismetaphysischer Konfigurationen der philosophischen Reflexion über die Zeit zu bieten, welche sich als historisch besonders einflussreich erwiesen haben.

Inhaltlich ist die Veranstaltung zu diesem Zweck breit gefächert und erstreckt sich über 2500 Jahre beginnend in der griechischen Antike bis hinein ins 20. Jahrhundert. Von besonderem Interesse ist die Veranstaltung freilich für jene Studierende, die in diesem Semester auch noch eines der Seminare besuchen, die sich mit philosophischen Reflexionen über die Zeit auseinandersetzen.

Das Programm sieht folgende Vorträge vor, die je mittwochs um 18 Uhr über eine Zoom-Sitzung präsentiert werden:

21. April 2021 – 18 Uhr s.t.
Prof. Dr. Rudolf Bernet (KU Leuven)
„Der Zeitpunkt eines Augenblicks“
[Abstract]

05. Mai 2021 – 18 Uhr s.t.
Dr. Ilya Levkovich (Universität zu Köln)
„Das Rätsel der Zeit im Werk des Rabbi Abraham Bar Hiyya“
[Abstract]

19. Mai 2021 – 18 Uhr s.t.
Prof. Dr. Kristina Engelhard (Universität Trier)
„Kants mehrschichtige Theorie der Zeit: Objektive Zeitmetrik und Chronometrie“

16. Juni 2021 – 18 Uhr s.t.
Prof. Dr. Barbara Sattler (Ruhr-Universität Bochum)
„Eine Zeit für alles: Die Vereinheitlichung der Zeitvorstellungen in der griechischen Antike“

30. Juni 2021 – 18 Uhr s.t.
Dr. Dominic Harion (Université de Luxembourg)
„Zustand und Fortgang: Zur Phänomenologie des Andauerns“

14. Juli 2021 – 18 Uhr s.t.
Prof. Dr. Ralf Becker (Universität Koblenz-Landau)
„Was messen Uhren? – Zur Protophysik der Zeit “

Um eine bessere Vorbereitung auf die einzelnen Vorträge ermöglichen zu können, werden wir für jeden Vortrag jeweils eine Woche vorab ein kurzes Abstract hochladen, das Sie hier abrufen können.


Konferenz: Kollektive Identitäten bei Paul Ricœur (15.-17. November 2021)

Call for Papers

Der Begriff kollektiver Identität ist in den letzten Dekaden zunehmend in den Fokus sozialphilosophischer Reflexion gerückt. Weitgehend anerkannt ist die Annahme einer Erosion stabiler sozialer Milieus und des gemeinschaftlichen Zusammenhalts, die nicht zuletzt in einer zunehmenden Politisierung von Gruppenidentitäten resultiert. Diese Entwicklung wirft einerseits die theoretische Fragestellung auf, was unter einer kollektiven Identität zu verstehen sei und wie sich eine solche konstituiert. Darüber hinaus gewinnt auch die praktische Frage nach einer verantwortlichen und gerechten Praxis der Konstitution kollektiver Identitäten an Bedeutung.

Paul Ricœurs Konzept narrativer Identität bildet einen möglichen Ansatz für eine genuin hermeneutische Behandlung der oben aufgeworfenen Fragen. Allerdings erscheint die Behandlung kollektiver Identität in seinem Gesamtwerk eher fragmentarisch, insofern er den Begriff immer wieder aus neuer Perspektive aufgreift.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Tagung ein zweifaches Ziel. Einerseits soll ein vertieftes Verständnis des Konzepts kollektiver Identität bei Ricœur entwickelt werden, indem dieses systematisch auf seine Grundlagen sowie Zusammenhänge in seinem Gesamtwerk befragt wird. Andererseits wird durch eine systematische Aufarbeitung die mittelfristige Perspektive eröffnet, Ricœurs Hermeneutik stärker in den sozialwissenschaftlichen Diskurs um kollektive Identitäten zu integrieren.


200 Jahre „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Vortragsreihe im Sommersemester 2019

Dieter Birnbacher
Schopenhauers ‚Mitleidsethik‘. Reichweite und Grenzen

Dominik Zink
„Wir feiern den Sabbath der Zuchthausarbeit des Wollens“ – ist Schopenhauers Ästhetik romantisch?

Oliver Hallich
Schopenhauer über Strafen

Michael Steinmetz
Schopenhauer als Protophänomenologe des Willens? – Schopenhauer und Ricoeur zum Problem der Willensfreiheit

Dominic Harion [Vortrag entfällt]
„ein fortdauernd gehemmtes Sterben, ein immer aufgeschobener Tod“ – Inkarnierte Vernunft und Leibphänomenologie nach Schopenhauer

Christophe Bouriau
Schopenhauer: Der theologische Fiktionalismus


Religion und Pluralität

Vortragsreihe im Sommersemester 2017

Werner Schüßler
Pluralität, Kommunikation und „Philosophischer Glaube“ bei Karl Jaspers

Katherine Dormandy
Doktrin vs. Diskurs? Wie religiöser Dissens religiöse Wahrheit fördern kann

Sebastian Gäb
Die Vielfalt religiöser Erfahrung und die Frage nach dem gemeinsamen Kern

Christophe Bouriau
Verschiedene Weisen, christlich zu sein. Eine Reflexionüber den theologischen Fiktionalismus

Ernst Wolfgang Orth
Religion und Parareligion

Oliver Wiertz
Die epistemischen Konsequenzen religiöser Vielfalt


Personale Identität

Vortragsreihe im Sommersemester 2015

Sascha Settegast
Derek Parfit und die Kontinuität personaler Identität

Dieter Teichert
Personale Identität: Gedankenexperimente, Paradoxien und Begriffsklärungen

Rudolf Bernet
Identität und Identifizierung. Zu Freuds Begriff des Subjekts

Ernst Wolfgang Orth
Das individuelle Gesetz. Georg Simmels Begriff der Person

Sebastian Gäb
Naturalistische Theorien des Lebens nach dem Tod

Iulia Patrut
Repräsentation, Zeitlichkeit und Identität bei Clemens Brentano


Der lange Weg der Interpretation

Buchpublikation 2015

Das Buch enthält Beiträge anläßlich einer Vortragsreihe zum 100. Geburtstag von Paul Ricœur. Die Autoren thematisieren Theorien der geschichtlichen Wirklichkeit, das Problem des Relativismus der Ethik, das Verhältnis von Energetik und Hermeneutik in der Deutung der Freudschen Psychoanalyse sowie die Husserl Rezeption, jenes Gebiet vom dem Ricœurs Denken seinen Ausgang nahm.


Die Kultur des Textes

Vortragsreihe im Sommersemester 2007

Ernst Wolfgang Orth
Philosophie als Literatur
Eine Betrachtung zwischen Husserl, Cassirer und Ortega y Gasset

Franziska Schößler
Gewebe, Spinnennetz und Häkelarbeit
Textualität bei Goethe, Stifter und Jelinek

Hans Ineichen
Die Innenwelt als Text?

Emil Angehrn
Der Text als Modell?
Vom Lesen und Verstehen der Welt

Peter Welsen
Text – Metapher – Erzählung

Christian Bermes
Die Tatsache des Textes und der Witz des Werkes
Zur Auseinandersetzung um den Begriff der Kultur

Bernd Dörflinger
Über den aufgeklärten Umgang mit Gottes Wort
Kant zur Auslegung „heiliger” Schriften 


Sprach-Körper. Wissenschaft und Literatur

Tagung des Instituts für Medien und Kultur in Zusammenarbeit mit der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft, Frau Prof. Dr. Franziska Schößler. Juni 2005

Im Zentrum der Tagung steht die Auseiandertsetzung mit Schriftstellern, die sich in besonderer Weise mit wissenschaftlichen Konzepten des Körpers auseinandersetzen. Dazu gehören Thomas Hettche ebenso wie Gregor Laschen und Hans Thill. Einen Schwerpunkt bildet das medizinische Wissen, das in den Texten der genannten Autoren eine besondere Rolle spielt: Hettche konsultiert für seine Prosa medizinische Fachliteratur (Ludwig muß sterbenNox u.a.); Thill schreibt pharmazeutische Gedichte. Das wissenschaftlich hoch besetzte Sujet des Körpers wird in den Texten literarisiert und dieser als Sprach-Körper in enger Auseinandersetzung mit dem physiologisch-medizinischen Wissen der Zeit neu hergestellt.  

Programm     

08. Juni, 18 Uhr:

Einleitung (Christian Bermes und Franziska Schößler)

anschließend Lesungen von Marcel Beyer und Gregor Laschen mit anschließender Diskussion


09. Juni, 18 Uhr:

Lesung und Vorträge von Thomas Hettche und Hans Thill

abschließende Podiums-Diskussion


Medien und Kultur

Vortragsreihe im Wintersemester 2003/04

Ernst Wolfgang Orth
Die Kulturbedeutung der Medien

Ralf Becker
Auf verlorenem Posten? Zur Rolle des Subjekts in der Medienphilosophie

Christian Bermes
Kanal, Zeichen, Spur. Die Funktion der Medien

Peter Welsen
Die Erzählung als Medium personaler Identität

Klaus Fischer
Code, System und Konflikt. Probleme intersystemischer Kommunikation

Dirk Rustemeyer
Die Paradoxie des Dritten


Ernst Bloch als Journalist

Forschungsprojekt

Ein Gegenstand der aktuellen Forschungsarbeit ist das Werk von Ernst Bloch (1885-1977) in der Zeit von 1914 bis 1933. Es geht des näheren um die Darstellung seiner philosophischen Grundgedanken in Zeitschriftenaufsätzen und feuilletonistischen Artikeln in Zeitungen (hier vor allem in der "Frankfurter Zeitung"), die ihrerseits entweder in seine monographischen Werke jener Zeit ("Geist der Utopie", "Thomas Münzer", "Durch die Wüste", "Spuren") eingegangen sind oder aus ihnen hervorgingen. 

Ziel ist einerseits die Darlegung der Bedeutung von Blochs Mikro-Phänomenologie der alltäglichen, sozialen und geschichtlichen Lebenswelt für die Kultur- und Medienphilosophie. Andererseits soll diese Fallstudie eine spezifische Form der medialen Präsentation philosophischer Sinnformen (eben im Feuilleton einer Tageszeitung) untersuchen, die in entsprechender Breite zuerst im 20. Jahrhundert aufgekommen ist.

Zur Durchführung dieser Arbeit kooperiert das Institut mit dem Bloch-Archiv des Ernst-Bloch-Zentrums (Ludwigshafen).

Das Projekt wird von der Nikolaus Koch Stiftung (Trier) unterstützt.


Trierer Studien zur Kulturphilosophie. Paradigmen menschlicher Orientierung

Hrsg. von Ernst Wolfgang Orth u. Karl-Heinz Lembeck. Würzburg, Königshausen & Neumann 1999ff.

Band 18: Ralf Becker und Ernst Wolfgang Orth (Hrsg.): Religion und Metaphysik als Dimensionen der Kultur. Königshausen & Neumann 2011.

Band 17: Patrick Wilwert: Anthropologie als Grundlagenwissenschaft. Königshausen & Neumann 2009.

Band 16: Christian Bermes, Ernst Wolfgang Orth und Peter Welsen (Hrsg.): Die Kultur des Textes. Studien zur Textualität. Königshausen & Neumann 2008.

Band 15: Erik Zyber: Homo utopicus. Die Utopie im Lichte der philosophischen Anthropologie. Königshausen & Neumann 2007.

Band 14: Harald Schwaetzer: Sinn, Subjekt, Transzendenz. Gideon Spickers Idee der Unsterblichkeit im Kontext von Neukantianismus und Spätidealismus. Königshausen & Neumann 2006.

Band 13: Ralf Becker und Ernst Wolfgang Orth (Hrsg.): Medien und Kultur. Mediale Weltauffassung. Königshausen & Neumann 2005.

Band 12: Thomas R. Wolf: Hermeneutik und Technik. Martin Heideggers Auslegung des Lebens und der Wissenschaft als Antwort auf die Krise der Moderne. Königshausen & Neumann 2005.

Band 11: Tobias Bevc: Kulturgenese als Dialektik von Mythos und Vernunft. Ernst Cassirer und die Kritische Theorie. Königshausen & Neumann 2005. 

Band 10: Julia Jonas: Der phänomenologische Text. Eine Studie zu Edmund Husserl, Martin Heidegger und Franz Kafka. Königshausen & Neumann 2004.

Band 9: Sonja Rinofner-Kreidl: Mediane Phänomenologie. Subjektivität im Spannungsfeld von Naturalität und Kulturalität. Königshausen & Neumann 2003.

Band 9: Josef M. Werle: Nietzsches Projekt "Philosoph des Lebens". Königshausen & Neumann 2003.

Band 8: Ralf Becker: Sinn und Zeitlichkeit. Vergleichende Studien zum Problem der Konstitution von Sinn durch die Zeit bei Husserl, Heidegger und Bloch. Königshausen & Neumann 2002.

Band 7: Christian Bermes (Hrsg.): Die Stellung des Menschen in der Kultur. Festschrift für Ernst Wolfgang Orth zum 65. Geburtstag. Königshausen & Neumann 2002.

Band 6: Eike Bohlen: Grundlagen einer interkulturellen Ethik. Perspektiven der transzendentalen Kulturphilosophie Heinrich Rickerts. Königshausen & Neumann 2002.

Band 5: Sonja Rinofner-Kreidl: Mediane Phänomenologie. Subjektivität im Spannungsfeld von Naturalität und Kulturalität. Königshausen & Neumann 2003.

Band 4: Ernst Wolfgang Orth: Was ist und was heißt "Kultur"? Dimensionen der Kultur und Medialität der menschlichen Orientierung. Königshausen & Neumann 2000.

Band 3: Joachim Thielen: Wilhelm Dilthey und die Entwicklung des geschichtlichen Denkens in Deutschland im ausgehenden 19. Jahrhundert. Königshausen & Neumann 1999.

Band 2: Peter Janich: Wechselwirkungen. zum Verhältnis von Kulturalismus, Phänomenologie und Methode. Königshausen & Neumann 1999.

Band 1: Christian Bermes: Philosophie der Bedeutung. Bedeutung als Bestimmung und Bestimmbarkeit; eine Studie zu Frege, Husserl, Cassirer und Hönigswald. Königshausen & Neumann 1999.