Neue Kolonialgeschichte

Die Kolonialgeschichtsschreibung hat sich durch die Einflüsse der Postcolonial Studies und der Analyseperspektiven von histoire croisée, Verflechtung und Transfer in den zurückliegenden 20 Jahren tiefgreifend verändert. Im Zentrum stehen dabei neben kultur- und wissensgeschichtlichen Aspekten, die Rekonstruktion einer verflochtenen, reziproken Geschichte des Westens und des Globalen Süden sowie die Einflüsse von kolonialen Strukturen, Diskursen und Vorstellungen in den europäischen Gesellschaften. Die Internationale Geschichte an der Universität Trier ist mit wichtigen empirischen und konzeptionellen Forschungsbeiträgen in diesem Forschungsfeld involviert. In geographischer Hinsicht beschäftigen sich unsere Forschungsbeiträge mit der Kolonialgeschichte Afrikas (Klemens Wedekind), Nordamerikas (Ursula Lehmkuhl, Hanno Scheerer, Lisa Schaub, Thomas Schira), Australiens und Neuseelands (Eva Bischoff, Haureh Hussein) und nehmen in transnational reflexiver Hinsicht die Rückwirkungen der deutschen Kolonialpolitik auf die gesellschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklungen im Kaiserreich und der Weimarer Republik in den Blick (Eva Bischoff, Stefan Dixius).

Kolonialgeschichte spielt auch in der Lehre eine wichtige Rolle: Die Internationale Geschichte trägt regelmäßig zum Lehrangebot des interdisziplinären Zertifikats „Interdisziplinäre Geschlechterstudien“ sowie dem Master-Nebenfach-Studiengang „Interkulturelle Gender Studies“ bei. Eva Bischoff ist seit Dezember 2012 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Centrums für Postcolonial und Gender Studies (CePoG) der Universität Trier.

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