Andreas Borsch, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand im DFG-Projekt „Gestapo: NS-Terror vor Ort. Die Staatspolizeistelle in der südlichen Rheinprovinz“

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

NS-Geschichte (insb. Gestapo und "Arisierung") I Antisemitismus I Rassismus I Extreme Rechte nach 1945 I Verwaltungsgeschichte

Profil

Andreas Borsch studierte Geschichte und Germanistik und schloss 2016 sein Studium mit dem Magister (1,0 mit Auszeichnung) ab. In seiner Magisterarbeit "„Arisierung“ in der Vulkaneifel. Analyse zur wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung zwischen 1933 und 1939", untersuchte er ein bislang kaum erforschtes Feld in der Region. Im Studium erwarb er die Zusatzzertifikate "Gender Studies" und "Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache". Seit 2018 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt „Gestapo: NS-Terror vor Ort. Die Staatspolizeistelle in der südlichen Rheinprovinz“, wo er bei Prof. Dr. Lutz Raphael und Dr. Thomas Grotum über die Staatspolizeistelle Trier promoviert. Zusammen mit Lennard Schmidt, Salome Richter und Marc Seul initiierte er im Mai 2021 das Projekt "Antisemitismus im Kontext von Mehrfachdiskriminierung", an dessen Leitung er beteiligt ist.

Promotionsvorhaben

  • Arbeitstitel: „Die Organisation des Gestapo-Trier-Ensembles. Personal. Struktur. Organisationsmuster" (bei Prof. Dr. Lutz Raphael, Dr. Thomas Grotum) 
  • Projektbeschreibung: In dem Promotionsprojekt werden die strukturellen, personellen und ideologischen Muster einer regionalen Dienststelle der Geheimen Staatspolizei untersucht. Ein Fokus liegt hierbei auf der Rekonstruktion und Analyse der Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltungsebene. Die Studie richtet zudem den Blick über die Grenzen 1933/1945 hinaus, um Wandel und Kontinuitätslinien (geheim)polizeilicher Logiken, Diskurse, Handlungsmuster, aber auch des Personals herausarbeiten zu können. Dadurch kann nicht allein die Spezifik der Gestapo kenntlich gemacht werden. So vermag es die Studie auch, ein Schlaglicht auf behördliche Logik, Praxis und Personal nach dem Nationalsozialismus zu werfen. Weitere Informationen

Publikationen

  • zus. m. Renate Freudenberg-Findeisen u. Vanessa Kühner: Verzahnung von sprachlicher und gesellschaftlicher Bildung in der Projektarbeit: dargestellt am Beispiel des Projekts Trier in der NS-Zeit im Programm „Fit fürs Studium“, in: Wegner, Anke/Frisch, Julia/Vetter, Eva u.a. (Hg.): Bedingungen und Bezüge politischer und sprachlicher Bildung, Frankfurt/M. 2021, S. 148-167.
  • Die Erpressung des jüdischen Viehhändlers Salomon Siegler im April 1933 in Gerolstein: Ein frühes Beispiel nationalsozialistischer und antisemitischer Wirkmacht vor Ort, in: Kurtrierisches Jahrbuch 59 (2019), S. 389 - 411.
  • Die Frühphase der wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Gewerbetreibenden in der Vulkaneifel. Überlegungen zum öffentlichen Raum und seiner Funktionalisierung im Nationalsozialismus, in: Grotum, Thomas (Hg.): Die Gestapo Trier. Beiträge zur Geschichte einer regionalen Verfolgungsbehörde (Gestapo – Herrschaft – Terror. Studien zum nationalsozialistischen Sicherheitsapparat, Bd. 1), Köln 2018, S. 261 – 274.

Vorträge

  • 24.06.2021: "11. Politische Einstellung bzw. Funktionen: Jude". Zur wirklichkeitsorganisierenden Relevanz antisemitischer Topoi in Gestapo-Akten (Vortrag auf der digitalen Tagung "Kommunikative Praktiken im Nationalsozialismus" des DFG-Projekts Heterogene Widerstandskulturen an der Universität Paderborn)
  • 10.03.2020: Die Frühphase der wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel 1933-1935 (Vortrag auf Einladung des Rotary Club Daun-Eifel im Landgasthof Michels in Schalkenmehren)
  • 09.03.2020: Die Gestapo Trier und der ganz normale behördliche Instanzengang des Landratsamtes Wittlich (Vortrag auf der Tagung "Die Gestapo war nicht allein… Akteure aus Staat, Partei, Verwaltung und Wirtschaft. 6. Präsentation des Forschungsprojekts zur Geschichte der Gestapo Trier" in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert)
  • 23.11.2019: Die Staatspolizeistelle Trier in der Frühphase des NS-Staates. (Vortrag im Rahmen des zweiten Kolloquiums zur Geschichte und Nachgeschichte des Nationalsozialismus im Rheinland gemeinsam mit dem Projekt „Widerstand im Rheinland 1933-1945“ des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn in Trier)
  • 22.10.2019: Kontinuität und Wandel der "Gegner" der Politischen Polizei in der Region Trier. (Vortrag im  Rahmen der Vortragsreihe "Gestapo in Trier 1933 - 1945" im Stadtmuseum Simeonstift in Trier)
  • 12.07.2019: Das Potential von Rassismuskritik für eine kritische Rechtsextremismusforschung. (Vortrag auf dem Sommer-Workshop des Zeithistorischen Arbeitskreises Extreme Rechte in Berlin)
  • 03.07.2019: Persistenz und Wandel der "Gegner" innerhalb der Politischen Polizei. (Vortrag auf dem Symposium "Staatsschutz und Rechtsterrorismus" im Gedenkort "Hotel Silber" in Stuttgart)
  • 9.11.2018: Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel: die Frühphase. (Vortrag anlässlich des Gedenktags der Pogromnacht im Rathaus in Gerolstein, 19:00 Uhr)
  • 03.11.2018: Verzahnung von sprachlicher und gesellschaftlicher Bildung in der Projektarbeit: dargestellt am Beispiel des Projektes „Trier in der NS-Zeit“ im Programm „Fit fürs Studium“. (Zusammen mit Dr. Renate Freudenberg-Findeisen und Vanessa Kühner im Rahmen der interdisziplinären Tagung „sprache – macht –gesellschaft. Bedingungen und Bezüge politischer und sprachlicher Bildung“ an der Universität Trier)
  • 20.10.2018: Die Rolle des Dauner Landrats Dr. Wirtz im Prozess der wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel. (Vortrag auf dem Treffen des Eifelvereins in der Gedenkstätte Vogelsang IP)
  • 12.09.2017: Die Frühphase der wirtschaftlichen Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel. (Vortrag in der Vortragsreihe „Gestapo in Trier 1933-1945“ im Stadtmuseum Simeonstift Trier).
  • 06.03.2017: Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel. Der Landrat als zentraler Akteur im „Arisierungsnetzwerk. (Vortrag auf der Tagung "Die Gestapo Trier - Teil 4" in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert): Bericht im Trierischen Volksfreund vom 8.3.2017
  • 10.12.2016: Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel. Der Landrat als zentraler Akteur im „Arisierungsnetzwerk“. (Vortrag im Rahmen des gemeinsamen Kolloquiums der Universitäten Bonn und Trier „Neue Arbeiten zur NS-Zeit im Rheinland“ in der Gedenkstätte Vogelsang IP)

Lehrtätigkeiten

  • August 2016 - September 2017: Sprachförderlehrer (Deutsch als Zweitsprache) für Kinder und Jugendliche in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier-Euren
  • September 2017 - Juni 2018: Sprachförderlehrer (Deutsch als Zweitsprache) an der Moseltal Realschule plus

Weitere Aktivitäten

  • Erarbeitung einer (rassismuskritischen) Stadtrallye "Trier im Nationalsozialismus" für DaZ-Lerner*innen nach dem TBL-Ansatz. Durchführung und Begleitung der Rallye im Rahmen des Programms "Fit fürs Studium" an der Universität Trier. (2017/2018)
  • Comicprojekt 2020: HeimatX im Comicformat: What the X is this Heimat?