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Abschluss der Kulturwochen gegen Antisemitismus 2022

Lennard Schmidt führt die Erkenntnisse der Kulturwochen zusammen
Das Publikum lauscht dem Grußwort von Katharina Binz
Anastasia Tikhomirova leitete die Diskussion
Das Podium
Sandra Kreisler
Torsun Burkhardt
Dorothea Seiler und Salome Richter (IIA)

Am Donnerstag, den 30.06., fand die Abschlussveranstaltung der diesjährigen “Kulturwochen gegen Antisemitismus” in der Wissenschaftlichen Bibliothek Trier statt. Nach einer kurzen einleitenden Rede von Lennard Schmidt (IIA), die die Diskussionen und Erkenntnisse der Kulturwochen rekapitulierte und zusammenführte, richtete die Ministerin für für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, Katharina Binz, ein digitales Grußwort an das Publikum. Anschließend wurde das Stück “Trauer to go” ein (vorerst) letztes Mal aufgeführt, bevor abschließend Sandra Kreisler, Torsun Burkhardt, Alexandra Duwe und Lennard Schmidt unter der Moderation von Anastasia Tikhomirova über die Affinität von Künstler:innen und des Kulturbetriebs für Antisemitismus, insb. in seiner israelbezogenen Erscheinungsform diskutierten.

Berichtet und diskutiert wurden Ausgrenzungserfahrungen im Zuge von pro-israelischen Positionierungen und ein großes Zögern von Künstler:innen und Musiker:innen bei öffentlichen Positionierungen gegen Antisemitismus. So berichtete etwa Torsun Burkhardt, dass der u.a. von ihm initiierten Kampagne “artistsagainstantisemitism” mit fadenscheinigen Argumenten die Unterstützung verweigert wurde. Sandra Kreisler und Lennard Schmidt führten die Salonfähigkeit des Antisemitismus u.a. auf einen pseudo-linken Reflex zurück, der im Rahmen einer vermeintlichen “Herrschaftskritik” Jüdinnen und Juden als Herrschende identifiziert. Dieser vermeintlich emanzipatorische Impetus richte sich gegenwärtig vor allem gegen den Staat Israel, der als “kolonialistisch”, “imperialistisch” und als “Apartheidsstaat” delegitimiert wird. Dieses Narrativ sei gerade in linken und sich als progressiv verstehenden Kreisen beliebt, die wiederum im Kultur- und Kunstbereich hegemonial seien. Alexandra Duwe hob hervor, dass es im gegenwärtigen Diskurs oftmals schon zu begrüßen sei, wenn Künstler:innen sich ihr mangelndes Wissen über den Nahostkonflikt eingestehen würden und dazu schweigen würden, anstatt antisemitische Narrative oder Boycott-Kampagnen wie BDS zu unterstützen.

Wir freuen uns, dass so viele Interessierte an der Veranstaltung teilnahmen und die Diskussion mit spannenden Fragen bereicherten! Besonders bedanken möchten wir uns zum Abschluss der Kulturwochen nochmal bei allen Förderern:

Die Kulturwochen wurden von der Nikolas Koch Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung Rheinland-Pfalz, der Lotto Rheinland-Pfalz - Stiftung und dem AStA der Universität Trier gefördert. Desweiteren vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz im Rahmen des Programms "Gemeinsam für Gleichwertigkeit" gefördert. Ein Teil der Veranstaltungen wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration im Rahmen des Programms “Demokratie leben!” gefördert.


Neue Publikationen aus den Reihen der IIA erschienen

Schmidt et al. 2022
Seul 2022

In der neuen Ausgabe des Magazins für jüdisches Leben in Forschung und Bildung Medaon sind zwei Artikel von IIA-Mitgliedern erschienen. Im Artikel "Gesellschaftskritische Antisemitismusforschung unter prekären Bedingungen" stellen Lennard Schmidt, Marc Seul und Luisa Gärtner die Arbeit der IIA und die Herausforderungen des Wissenschaftsbetriebs aus der Perspektive einer Nachwuchsinitiative dar. Marc Seul stellt darüber hinaus in seiner Rezension den Sammelband "Bildung gegen Antisemitismus" von Marc Grimm und Stefan Müller vor.


Kulturwochen gegen Antisemitismus 2022 erfolgreich gestartet

Salome Richter und Dorothea Seiler am Empfang
Das Ensemble von "Trauer to go"
Applaus für die Aufführung von "Trauer to go"
Rede von Markus Nöhl
Lennard Schmidt als "Zweitzeuge"
Luisa Gärtner (Regisseurin)

Am 29. Mai starteten die “Kulturwochen gegen Antisemitismus”. Zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe hielten Leon Kahane, Lennard Schmidt (IIA Trier) und Markus Nöhl (Kulturdezernent der Stadt Trier) Eröffnungsreden. Im Anschluss wurde das Stück “Trauer to go” von Adriana Altaras in einer Inszenierung von Luisa Gärtner aufgeführt.

Vielen Dank an alle, die der Eröffnungsveranstaltung beigewohnt haben! Wir freuen uns besonders über das sehr positive Feedback auf die Inszenierung von “Trauer to go”! Das Stück wird auch noch am 12.06. in der Stadtbücherei Trier und am 30.06. in der Wissenschaftlichen Bibliothek Trier (jeweils 19 Uhr) aufgeführt. Eine Voranmeldung per Mail an iia@uni-trier.de bis zu drei Tage vor dem jeweiligen Termin ist verpflichtend.

Alle Veranstaltungen der Kulturwochen im Überblick.


Vorträge im Haus des Jugendrechts Trier

Lennard Schmidt und Luisa Gärtner vor dem Haus des Jugendrechts Trier

Am 20. Mai hielten die IIA-Mitglieder Luisa Gärtner und Lennard Schmidt im Haus des Jugendrechts Trier einen Vortrag vor einem äußerst interessierten Publikum. Der Vortrag bot eine Einführung in den Themenkomplex Antisemitismus und bildete den Auftakt für eine ganze Reihe weiterer Vorträge im Haus des Jugendrechts. Der nächste Vortrag wird sich mit Antisemitismus im Kontext der Neuen Rechten und den sog. "Corona-Rebellen" beschäftigen.

Wir freuen uns sehr über die Einladung und die Kooperation!


Unterstützung des "Statement on the War in Ukraine by Scholars of Genocide, Nazism and World War II"

Als Initiative von Nachwuchswissenschaftler:innen haben wir uns dem auch von vielen prominenten Wissenschaftler:innen unterstützten "Statement on the War in Ukraine by Scholars of Genocide, Nazism and World War II" angeschlossen:

"We are scholars of genocide, the Holocaust, and World War II. We spend our careers studying fascism and Nazism, and commemorating their victims. Many of us are actively engaged in combating contemporary heirs to these evil regimes and those who attempt to deny or cast a veil over their crimes.

We strongly reject the Russian government’s cynical abuse of the term genocide, the memory of World War II and the Holocaust, and the equation of the Ukrainian state with the Nazi regime to justify its unprovoked aggression. This rhetoric is factually wrong, morally repugnant and deeply offensive to the memory of millions of victims of Nazism and those who courageously fought against it, including Russian and Ukrainian soldiers of the Red Army. [...]

At this fateful moment we stand united with free, independent and democratic Ukraine and strongly reject the Russian government’s misuse of the history of World War II to justify its own violence."

Vollständiges Statement | Aktuellste Fassung mit allen Unterstützer:innen


Vortrag über die jüdische Widerstandskämpferin Marianne Baum im Stadtmuseum Simeonstift Trier

Dorothea Seiler
Luisa Gärtner

Am 1. März 2022 referierten die IIA-Mitglieder Luisa Gärtner und Dorothea Seiler im Stadtmuseum Simeonstift Trier über die Widerstandkämpferin Marianne Baum. Ihr Vortrag basiert auf Arbeiten im Rahmen des Projekts "Digitaler Erinnerungsatlas der Großregion".

Widerstand gegen den Nationalsozialismus, so scheint es, ist in Deutschland ausreichend aufgearbeitet. Anne Frank und Sophie Scholl sind jede*r Schüler*in bekannt, aber der Schein trügt: Trotz über 70-jähriger Erinnerungskultur sind insbesondere Biografien von Frauen, die Teil des Widerstands waren, oft wenig bis gar nicht aufgearbeitet.

Marianne Baum, Teil der Herbert-Baum-Gruppe, Kommunistin und Jüdin, wurde wegen eines Anschlags auf die Ausstellung “Das Sowjetparadies” 1944 in Berlin zum Tode verurteilt und hingerichtet. Aus der zugehörigen Gestapo-Akte geht hervor, dass sie 1912 in Saarburg geboren wurde. Allerdings handelt es sich nicht - wie allgemein angenommen wird - um Saarburg im Bezirk Trier, sondern um Sarrebourg in Elsass-Lothringen, das von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Deutschland gehörte und während des Zweiten Weltkriegs von der Wehrmacht besetzt war.

Der “Fall” Marianne Baum gewährt Einblicke in die Marginalisierung weiblichen Widerstands, die Okkupations- und Eindeutschungspolitik der Region Elsass-Lothringen, Fragen der Quelleninterpretation und der didaktischen Verarbeitung historischer Irrtümer. Diese Themenfelder präsentierten die beiden Referentinnen dem interessierten Publikum.


Interview zur Schaufensterausstellung und dem Gedenken am 27. Januar in Trier mit TACHELES - dem inklusiven Medien-Magazin

Am 27. Januar fanden in Trier, wie an vielen anderen Orten, Gedenkveranstaltungen an die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee statt. Darüber hat auch TACHELES - das inklusive Medien-Team berichtet.

Im Video zum Beitrag kommt neben dem Trierer Oberbürgermeister, Wolfram Leibe, auch IIA-Mitglied Andreas Borsch zu Wort (ab 03:00) und erklärt den Hintergrund und die Ziele der Schaufensterausstellung "Gemeinsam gegen Antisemitismus", die wir zusammen mit dem Verein "Buntes Trier" und jüdischen Studierenden der Universität Trier entwickelt haben.

Wir bedanken uns beim Team von TACHELES für den tollen Bericht über die Aktionen rund um den Gedanktag an der Porta Nigra!

Hier gehts zum Video auf YouTubeund dem Beitrag bei TACHELES.


Bericht zur Vortragsreihe "Neue Zugänge und Methoden der Antisemitismusforschung" erschienen

Bericht Vortragsreihe 2021
Bericht Vortragsreihe 2021 Sharepic
Bericht Vortragsreihe 2021 Sharepic
Bericht Vortragsreihe 2021 Sharepic

Unser Bericht zur letztjährigen Vortragsreihe "Neue Zugänge und Methoden der Antisemitismusforschung" steht nun zum Download zur Verfügung! Der Bericht bietet neben Fotos der Veranstaltungen auch kurze inhaltliche Skizzen der gehaltenen Vorträge. Insofern Aufzeichnungen der Vorträge noch auf YouTube verfügbar sind, sind diese im PDF-Dokument verlinkt.

Die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung bedankt sich bei allen Referent:innen, Gästen und Online-Zuschauer:innen für die interessanten Vorträge, spannenden Diskussionen, die angenehme Atmosphäre und für eine sehr lehrreiche Vortragsreihe! Ein besonderer Dank geht an Christoph Fischer, der die Übertragung der Vorträge mit seinem Equipment und seiner technischen Expertise erst möglich gemacht hat! Weiterhin bedanken wir uns beim Fanprojekt Trier und der Katholischen Studierendenjugend Trier, die uns ihre Räumlichkeiten für zwei der Vorträge zur Verfügung gestellt haben!

Download der Broschüre


Vortrag: Aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Region Trier

Vortrag "Aktuelle Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Region Trier"

Begleitvortrag zur Schaufensterausstellung "#GemeinsamGegenAntisemitismus" mit Deborah Frank, Emilia Taran, Andreas Borsch, M.A., und Luca Zarbock

Der Vortrag fand am 02. Februar 2022 um 19 Uhr statt und wurde über YouTube und Zoom gestreamt.

Am 27. Januar 1945 befreiten die Alliierten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und beendeten damit die nationalsozialistische Ermordung von etwa 6 Millionen europäischer Jüdinnen und Juden während der Shoa. Aber auch 77 Jahre später ist der Antisemitismus nicht aus der deutschen Gesellschaft verschwunden. Während der Corona-Pandemie haben antisemitisch konnotierte Verschwörungsmythen neuen Auftrieb gefunden, Anhänger:innen der “Querdenken”-Bewegung vergleichen sich selbst mit den Opfern des Nationalsozialismus und die Bundesregierung mit der NSDAP. Neben der Relativierung der Shoa ist auch israelbezogener Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet, während der Eskalation des Nahostkonflikts im vergangenen Jahr wurde der jüdische Staat auf zahlreichen Demonstrationen dämonisiert und Synagogen angegriffen. All dies führt in der Realität oftmals dazu, dass jüdische Menschen in Angst leben und religiöse Symbole nicht mehr offen auf der Straße tragen.

Der Vortrag soll nun zum einen eine allgemeine Einführung in die Funktionsweisen und Elemente des Antisemitismus bieten und die Verbindungen zu in der Öffentlichkeit präsenten Verschwörungsmythen aufzeigen, zum anderen antisemitische Stereotype auch anhand aktueller Beispiele aus Trier und der Umgebung exemplarisch darstellen und darüber hinaus auch eine in der Analyse von Antisemitismus oft ausgeblendete Betroffenenperspektive auf die Situation von Jüdinnen und Juden im Jahr 2022 liefern.


Schaufensterausstellung "Gemeinsam gegen Antisemitismus" in der Trierer Innenstadt

Logo "Gemeinsam Gegen Antisemitismus"

Antisemitismus ist auch heute noch in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet. Gerade die Verbreitung von Verschwörungstheorien während der Corona Pandemie verstärkt stereotype Vorurteile gegen Jüdinnen und Juden. Doch moderner Antisemitismus ist ein strukturelles Problem, das weit mehr umfasst: Deshalb hat der Verein Für ein buntes Trier, gemeinsam gegen Rechts die Plakatausstellung „Gemeinsam gegen Antisemitismus“ ins Leben gerufen, an deren inhaltlicher Ausgestaltung wir uns als IIA umfangreich beteiligt haben.

Ziel der Plakatausstellung ist es, über die Formen und Auswirkungen von modernem Antisemitismus aufzuklären und Menschen dazu zu motivieren, sich aktiv gegen Antisemitismus einzusetzen. Insgesamt sind 16 Plakate entstanden: Die Thematik der Plakate reicht von antisemitischen Verschwörungsmythen im Kontext der Corona-Pandemie über das judenfeindliche Wirken des Trierer Reichstagsabgeordneten Georg Friedrich Dasbach (†1907) und israelbezogenen Antisemitismus bis hin zu Antisemitismuserfahrungen von Jüdinnen und Juden.

Alle Plakate und Infotexte auf einen Blick!

Die Plakate wurden zusammen mit jüdischen Studierenden der Universität Trier ausgearbeitet und gestaltet. Gefördert wurde das Projekt durch die Stadt Trier, die Verdi Jugend Trier - Saar und den Pastoralen Raum Trier.

Die Plakatausstellung „Gemeinsam gegen Antisemitismus“ findet im Rahmen der zivilgeschichtlichen Gedenkarbeit der Stadt Trier statt. Die Plakate können vom 24.01.2022 bis zum 07.02.2022 in der Innenstadt besichtigt werden!

Bei einer einmaligen Plakatausstellung soll es aber nicht bleiben. Wir wollen erreichen, dass eine breitere Auseinandersetzung mit Antisemitismus stattfindet: Schulen, Bildungseinrichtungen und ähnliche interessierte Organisationen haben deshalb die Möglichkeit, die Plakatserie kostenfrei zu nutzen. Anfragen gerne an: infobuntes-trierorg oder iiauni-trierde!


Artikel über Arbeit und Ziele der IIA im Wissenschaftsmagazin der Universität Trier erschienen

konzentriert Artikel 1

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "konzenTRiert" ist ein ausführlicher Artikel über die Arbeit und die Ziele unserer Initiative erschienen. Im Interview schilderten Lennard Schmidt und Andreas Borsch ihre Dissertationsprojekte, beschrieben die nächsten Projekte der IIA und skizzierten den Weg zu einem Forschungszentrum Antisemitismus an der Universität Trier.

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.


Call for Papers zur 2. Interdisziplinären Antisemitismustagung für Nachwuchswissenschaftler:innen erschienen

cfp tagung 2022

Die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Trierveranstaltet vom 12.10.2022 bis zum 14.10.2022 eine interdisziplinäre Tagung zum Themenkomplex Antisemitismus, die sich gezielt an Nachwuchswissenschaftler:innen richtet.

Die Tagung widmet sich gegenwärtigen und historischen Erscheinungsformen des Antisemitismus. Das Phänomen soll durch die interdisziplinäre Ausrichtung anhand verschiedener Methoden und Zugänge erschlossen werden.

Ziel der Tagung ist es, einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und historischen Erscheinungsformen des Antisemitismus zu leisten. Die dreitägige internationale Konferenz findet in Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Christian Jansen, Herrn Senior-Forschungsprofessor Dr. Lutz Raphael, Herrn Dr. Thomas Grotum (alle Universität Trier), Herrn Dieter Burgard (Beauftragter der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz) und dem Arbeitskreis „Erinnerung der Großregion“ e.V. in Trier statt. Zivilgesellschaftliche Akteur:innen werden während der Tagung die Möglichkeit haben, ihre Inhalte an Ständen zu präsentieren.

Zum ausführlichen Call for Papers.


Workshop beim Online-Fachtag "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Rheinland-Pfalz - Ein diskursives Lagebild"

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Am 10. Dezember war die IIA in Person von Andreas Borsch und Marc Seul auf dem Online-Fachtag "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Rheinland-Pfalz - Ein diskursives Lagebild" des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz mit einem Workshop zum Themenkomplex "Antisemitismus und Verschwörungsideologien" vertreten. Die Teilnehmenden konnten im Anschluss an ein kurzes Inputreferat selbst tätig werden und in zwei Gruppenarbeiten in Kleingruppen zu den Erscheinungsformen des modernen Antisemitismus und zur Analyse aktueller Fälle antisemitischer Verschwörungsmythen aus
Rheinland-Pfalz arbeiten.

Im Rahmen des Workshops wurde intensiv über die Möglichkeiten und Grenzen von (politischer) Bildungsarbeit gegen Antisemitismus, den präventiven Einfluss von Selbstwirksamkeitserfahrungen und die Notwendigkeit von zielgerichteten Präventionsangeboten für unterschiedliche Kontexte und Bedürfnisse diskutiert. Der Bedarf nach neuen (Weiter)Bildungsangeboten, die bewusst die subjektiv-emotionale Ebene angehen und die psychologischen Bedürfnisse der Individuen identifizieren, wurde von mehreren Teilnehmenden hervorgehoben. Diesem Bedarf wollen wir uns auch als IIA annehmen. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die spannende Diskussion und das Interesse an unserem Workshop sowie beim Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz für die wichtige Möglichkeit der Vernetzung auf dem Fachtag!


Stand bei der Jüdischen Campuswoche

jüdische campuswoche 2021

Am 8. November 2021 war die IIA bei der Jüdischen Campuswoche an der Universität Trier mit einem Stand auf der Forumsplatte vertreten. Jüdisches Leben wurde den Besucher:innen beispielsweise durch Mitmachaktionen wie "Frag den Rabbi", "Meet a Jew" oder durch eine Auswahl an Speisen und Getränken nähergebracht.

Wir bedanken uns bei den Organisator:innen für die tolle Gelegenheit, unsere Arbeit vorzustellen und mit den Besucher:innen und anderen Teilnehmenden ins Gespräch über jüdisches Leben in Deutschland zu kommen!


Erstes Praktikum bei der IIA erfolgreich abgeschlossen

Praktikantin Pia 2021

Am vergangenen Freitag (29. Oktober 2021) endete das Praktikum von Pia Koch, die uns in den letzten acht Wochen im Rahmen ihres Forschungspraktikums tatkräftig unterstützt hat. Als Psychologiestudentin beschäftigte sie sich intensiv mit antisemitischen Ressentiments aus sozialpsychologischer Perspektive und bereitete für uns den aktuellen Forschungsstand und die zentralen Erkenntnisse der sozialpsychologischen Antisemitismusforschung auf. Dass die IIA in ihrer weiteren Arbeit auf diese Erkenntnisse gezielt zurückgreifen kann, ist ihrer tollen und engagierten Arbeit zu verdanken.

Vielen lieben Dank, Pia! Auch für den leckeren Kuchen!


Podiumsdiskussion "Alltäglicher Antisemitismus"

podiumsdiskussion buntes trier 2021

Am 28. Oktober nahm unser Mitglied Lennard Schmidt an der Podiumsdiskussion "Alltäglicher Antisemitismus" des Vereins Buntes Trier, dem Katholischen Dekanat Trier und der Verdi-Jugend Saar-Trier teil.

Emilia Taran stellte dabei das Webprojekt www.jedervierte.com vor, das versucht, alltäglichen Antisemitismus anhand von nachgespielten Filmszenen offenzulegen. Sie berichtete auch von verschiedenen Formen von Antisemitismus, die Ihr z.B. bei der Aktion "Frag den Rabbi" in diesem Sommer auf dem Trierer Hauptmarkt begegnet ist. Andrea Kockler vom Projekt "Der goldene Aluhut" berichtete über Antisemitismus in der Coronaleugner*innen und Querdenker*innen Szene. Lennard Schmidt brachte zentrale Erkenntnisse der Antisemitismusforschung in die Debatte ein und stellte den Beitrag der Wissenschaft für die Antisemitismusbekämpfung durch Aufklärung über das antisemitische Ressentiment heraus.

Im Anschluss an diese Statements der Referent:innen entstand eine engagierte Diskussion mit zahlreichen Zuhörer:innen über die Frage, wie man alltäglichem Antisemitismus in seinen verschieden Formen heute begegnen könne. Die IIA bedankt sich bei den Veranstalter:innen für die Einladung zu dieser spannenden Diskussion! Wir freuen uns auf zukünftige Kooperationen!


Workshop an der Hochschule der Polizei

Workshop HdP
Workshop HdP

Am 20. Oktober war die IIA in Person von Andreas Borsch, Dorothea Seiler und unserer Praktikantin Pia Koch an der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz (HdP) zu Gast, um im Rahmen des Hochschulgesprächstages "Jüdisches Leben in Deutschland & Polizei" einen eigenen Workshop zum Themenkomplex "Verschwörungsmythen und Antisemitismus" anzubieten. Die Teilnehmenden konnten im Anschluss an ein kurzes Inputreferat selbst tätig werden und in Kleingruppen zu den Bereichen "Coronaleugner", "moderner Antisemitismus" und "israelbezogener Antisemitismus" Inhalte erarbeiten und präsentieren.

Wir hoffen, durch den Workshop ein besseres Verständnis für Antisemitismus bei den Polizist:innen, die vor Ort waren, geschaffen zu haben und auch in Zukunft dazu beitragen zu können, dass das Thema innerhalb der Polizei präsenter wird. Am 09. November wird Andreas Borsch auch auf der Tagung "Strategien zur effektiven Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus in Deutschland" an der HdP über Verschwörungstheorien und Israelkritik als Artikulationsformen des modernen Antisemitismus referieren.