Seit 1998 kommt die Fachwelt zum “Symposium für Jiddische Studien in Deutschland” zusammen, wobei sich die beiden Lehrstühle Düsseldorf und Trier als Austragungsort abwechseln. Die 28. Ausgabe des Treffens findet vom 1. bis zum 3. September 2025 an der Universität Trier statt.
Als besondere Attraktion kuratierte das Team um Dr. Andreas Lehnertz (Juniorprofessor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Trier), Prof. Dr. Simon Neuberg (Jiddistik) und Fabian Heyduck (Jiddistik) eine Ausstellung in der Bibliothekszentrale, die durch eine großzügige Spende des Freundeskreises der Universität Trier realisiert werden konnte. Thema ist die Entwicklung des Jiddischen von den ältesten Quellen bis ins Spätmittelalter. Zum Finale von Tag 1 des Symposiums wurde die Ausstellung feierlich eröffnet. Wir freuen uns über den überaus erfolgreichen Auftakt mit rund 80 Gästen —sowohl Fachpublikum als auch interessierte Laien.
Zum Gruß und zur inhaltlichen Einführung sprachen Prof. Dr. Torsten Mattern (Vizepräsident der Universität und kommissarischer Leiter der UB Trier), Prof. Dr. Neuberg, Dr. Maria Stürzebecher (Kuratorin der Welterbestätte “Jüdisch-Mittelalterliches Erbe in Erfurt”) und Jun.-Prof. Dr. Lehnertz. Als prominente Gäste durften wir den Kulturdezernenten der Stadt Trier, Markus Nöhl, sowie den ehemaligen Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel begrüßen. Nebst einem kleinen Umtrunk führte das Team die Gäste durch die Ausstellung.
Die Entwicklung des Jiddischen im Mittelalter wird anhand von Quellen aus verschiedenen Textgattungen beleuchtet, darunter juristische Texte oder wissenschaftliche Abhandlungen. Private Briefe illustrieren die sozialen Dynamiken innerhalb der jüdischen Gemeinden und die persönlichen Probleme von Jüdinnen und Juden im Mittelalter. Kontrovers diskutiert wird ein in Erfurt gefundener Sandstein mit einer Bauinschrift, der in der Ausstellung als Leihgabe präsentiert wird. Handelt es sich hier um einen jiddischen Text und wo war der Stein verbaut?
Die Ausstellung überzeugte die Gäste durch die Auswahl der Quellentexte, die kompakt erläutert werden und ein umfassendes Panorama über verschiedene Lebensbereiche bieten. Video- und Audiostationen lockern die Präsentation auf.
Wir bedanken uns herzlich bei den Kuratoren JProf. Dr. Lehnertz, Prof. Dr. Neuberg und deren Team mit Sophia Schommer, Fabian Heyduck und Peter Meis sowie bei Dr. Stürzebecher für die angenehme und konstruktive Zusammenarbeit!
Besuchen Sie die Ausstellung in der Bibliothekszentrale vom 01. September bis 31. Oktober jederzeit zu unseren Öffnungszeiten. Wir freuen uns auf Sie!

