Tourismus zukunftsfähig gestalten

Die Forschung in diesem Schwerpunkt widmet sich dem Zusammenspiel von Tourismus mit ökonomischen, politischen, sozialen und ökologischen Dimensionen und Entwicklungen. Aufbauend auf Untersuchungen zu den unterschiedlichen Effekten touristischer Praxen auf Gesellschaft, Umwelt und Raum entwickeln wir dabei Perspektiven für eine zukunftsfähige Gestaltung des Tourismus. Dabei setzen wir uns auch kritisch mit Versprechungen sozialökologischer Transformationen im und durch Tourismus auseinander. Zugleich erforschen wir, inwiefern gesellschaftliche Veränderungen Transformationen des Tourismus bewirken und wie diese dazu beitragen können, touristische Strukturen und Praxen nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.

Themenschwerpunkte

  • Touristische Gentrifizierung
  • Partizipation lokaler Bevölkerungen an touristischen Entwicklungen
  • Ökonomische Effekte und Herausforderungen des Tourismus
  • Sozialökologische Transformationen im und durch Tourismus
  • Tourismuszukünfte
  • Stärkung demokratisch-zivilgesellschaftlicher Strukturen durch Tourismusprojekte
  • Dark Tourism

Projekte

  • Arbeits- und Fachkräftestrategie im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Das vom Landkreis Bernkastell-Wittlich unterstützte Projekt untersucht den Arbeits- und Fachkräftebedarf sowie die Gründe für Arbeits- und Fachkräftemangel in der Region. Kontakt: Michael Mießner
  • Europäische Kulturhauptstädte und ihre Möglichkeiten zur Stärkung demokratisch-zivilgesellschaftlichen Engagements (Eigenmittel). Das Promotionsprojekt untersucht am Beispiel der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz, inwiefern Europäische Kulturhauptstädte zur Stärkung demokratisch-zivilgesellschaftlichen Engagements beitragen und so rechten Raumstrategien entgegenwirken können. Kontakt: Robin Marlow
  • Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation als Heilsbringer? (Eigenmittel) Gemeinsam mit Kolleg*innen anderer Universitäten untersucht das Projekt den Wettbewerb um das Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation sowie dessen Auswirkungen für die regionale Entwicklung. Kontakt: Michael Mießner
  • Nora Müller untersuchte in ihrer Doktorarbeit an der Universität der Balearischen Inseln die Inwertsetzung von (geschützter) Natur für den Tourismus in Privaten Umweltschutzgebieten. Aus einer kritischen Perspektive fragt sie wie Natur durch Tourismus kommodifiziert wird und welche radikalen Alternativen in und durch Private Umweltschutzgebiete umgesetzt werden können im Sinne eines Konvivialen Naturschutzes. Letztendlich beschäftigt sie die Frage, welche Widersprüche und Spannungen dabei zu Tage treten. Ihre Arbeit ist inspiriert von Perspektiven der Politischen Ökologie und Ökonomie mit einem besonderen Interesse für Natur-Mensch-Verhältnisse im Tourismus. Ergebnisse der Doktorarbeit finden sich in ihren Publikationen. Kontakt: Nora Müller
  • Die Finanzkrise von 2008 hat große Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft mit sich gebracht. Der Plattformkapitalismus und insbesondere das Aufkommen von Plattformen wie Airbnb haben auch den Tourismussektor stark beeinflusst und verändert und sind Gegenstand von Forschungsarbeiten von Nora Müller. Gemeinsam mit Kollegen aus den Balearen, interessiert sie insbesondere die Rolle verschiedener Akteure und ihrer Interessen, die das starke Wachstum des Ferienhaussektors erklären, sowie kritische Fragen zur Klassenzusammensetzung. In der Rubrik Publikationen finden sich verschiedene Veröffentlichungen zum Thema. Kontakt: Nora Müller
  • Dr. Januschka Schmidt arbeitet gemeinsam mit Prof. Fabian Frenzel und Prof. Jennifer Turner an einem Forschungsprojekt zur Resonanz landwirtschaftlicher Räume und Traditionen bei Anwohnern in Deutschland und Japan. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum manche Traditionen für lokale Gemeinschaften lebendig bleiben und Menschen dazu inspirieren, Verantwortung für Orte und kulturelle Praktiken zu übernehmen, während andere an Bedeutung verlieren. Anhand einer vergleichenden qualitativen Untersuchung des Olewiger Weinfests in Olewig (Deutschland) und des Chagenkyō-Festivals in Wazuka (Japan) erforscht das Projekt, unter welchen Bedingungen die Inwertsetzung von Traditionen Resonanz bei Anwohnerinnen und Anwohnern entfaltet und wie daraus langfristiges Engagement für Orte und Landschaften entsteht. Kontakt: Januschka Schmidt
  • Meine Forschung untersucht, wie digitalisierte Tourismuserlebnisse, die durch gemeindegeleitete Initiativen, beispielsweise in Favelas und indigenen Gebieten, entwickelt wurden, die Transformation von Orten, die Erhaltung des kulturellen Erbes und die digitale Mobilität unterstützen können. Virtueller Tourismus und digitale Mobilisierung bieten diesen Gruppen Möglichkeiten, Besucher anzulocken, politisches Bewusstsein zu schaffen und lokale Agenden voranzutreiben. Viele stehen jedoch vor erheblichen Hindernissen bei digitalen Investitionen, oft aufgrund begrenzter technischer und finanzieller Ressourcen. Während digitale Tools zunehmend an Bedeutung gewinnen, sind ihre weiterreichenden Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt, die wirtschaftliche Autonomie und die Nachhaltigkeit des Kulturerbes noch wenig erforscht. Durch partizipative Ansätze untersucht meine Studie die Erfahrungen von Menschen, Orten und Prozessen, die an der Digitalisierung unterrepräsentierten Kulturerbes im Globalen Süden beteiligt sind. Mit Schwerpunkt auf den Favelas in Rio de Janeiro, Brasilien, zielt die Forschung darauf ab, digitale Autonomie und nachhaltige Praktiken im Bereich des Kulturerbes zu fördern. Kontakt: Bernardo de La Vega Vinolo

Partner

  • Landkreis Bernkastel-Wittlich, Wirtschaftsförderung,
  • Bernd Belina, Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • TTM (Trier Tourismus und Marketing GmbH)