Wissenschaft ausgezeichnet aufs Papier gebracht

Sechs Nachwuchsforschende haben für ihre herausragenden Arbeiten die Publikationspreise der Universität Trier erhalten. Das sind ihre Forschungsthemen.

Eine Promotion kostet viel Energie und Anstrengung. Daneben bleibt oft kaum Zeit für anderes und auch das Veröffentlichen von teils zusätzlichen Aufsätzen ist eine Herausforderung. Diese Leistung würdigte das Graduiertenzentrum der Universität Trier (GUT) nun bereits zum zwölften Mal. Mit den Publikationspreisen zeichnete das GUT sechs Nachwuchsforschende für exzellente wissenschaftliche Veröffentlichungen aus, die sie während der Promotionsphase erstellt haben. Die Preise sind mit jeweils 500 Euro dotiert.

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Publikationspreise (v.l.): Sophie Ogan (2. Platz), Lara Lisa Hausknecht, Simon Werner (2. Platz), Nina Fabiola Schumacher, Dr. Sven Hartmann, Florian Feil. Nicht im Bild: Dr. Eva Erdmenger und Dr. Brian Schwartz
Die Gewinnerinnen und Gewinner der Publikationspreise (v.l.): Sophie Ogan (2. Platz), Lara Lisa Hausknecht, Simon Werner (2. Platz), Nina Fabiola Schumacher, Dr. Sven Hartmann, Florian Feil. Nicht im Bild: Dr. Eva Erdmenger und Dr. Brian Schwartz

Die Preisträgerinnen und Preisträger stammen aus allen sechs Fachbereichen der Universität Trier. Die erforschten Themen sind so vielfältig wie das Fächerspektrum selbst und reichen von Social Media über Fremdenfeindlichkeit bis zu Tourismus.

Psychotherapie

Für Fachbereich I wurde der Psychologe Dr. Brian Schwartz geehrt. Er hatte eine Methode untersucht, welche die Behandlung psychischer Erkrankungen verbessern könnte. Mittels Videoanalyse erhält der Psychotherapeut bzw. die Psychotherapeutin Feedback zu den Reaktionen des Patienten bzw. der Patientin.

Twitter

Die Medienwissenschaftlerin Nina Fabiola Schumacher (Fachbereich II) hat für ihren prämierten Aufsatz die Interaktionsmuster deutscher Journalistinnen und Journalisten auf Twitter analysiert. Dabei fand sie heraus, dass die journalistischen Normen Objektivität, Neutralität und Transparenz auf der Social Media Plattform nicht mehr ganz so greifen, wie noch vor einiger Zeit angenommen.

Antike Kampftechnik

In seiner Publikation rekonstruierte Historiker Florian Feil (Fachbereich III) die Kampftechnik der auf dem Westbalkan beheimateten Illyrier vom fünften bis zum dritten Jahrhundert vor Christus. Die Arbeit zeigt beispielhaft, dass die illyrischen „Barbaren“ nicht notwendigerweise weniger diszipliniert waren als Griechen und Römer.

Fremdenfeindlichkeit

In Fachbereich IV ging der Publikationspreis an Wirtschaftswissenschaftler Dr. Sven Hartmann für eine Fallstudie zu Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland. Er konnte Belege dafür finden, dass der Zugang zu internationalen Medieninhalten Fremdenfeindlichkeit nachhaltig reduzieren kann.

Datenschutzrecht

Mit einem Paragrafen im deutschen Datenschutzrecht hat sich Lara Lisa Hausknecht (Fachbereich V) in ihrem Aufsatz auseinandergesetzt. Dieser soll es Versicherungen ermöglichen, beispielsweise die Prüfung von Versicherungsdienstleistungen vollständig zu automatisieren. Die Juristin erörterte die Frage, ob der Paragraf in Teilen rechtswidrig zu Vorgaben der EU ist.

Tourismus

Dr. Eva Erdmenger (Fachbereich VI) hat mithilfe von moderierten Gruppendiskussionen – entgegen bisherigen Ergebnissen – herausgefunden, dass Stadtbewohnerinnen und -bewohner aus verschiedenen Gründen nicht an der politischen Steuerung des lokalen Tourismus partizipieren wollen. In ihrem Aufsatz macht die Geographin zudem Vorschläge für eine niederschwellige Teilnahme der Stadtgesellschaft am Tourismus.

„Die ausgezeichneten Publikationen unterstreichen, mit welchen gesellschaftlich relevanten Themen sich Forscherinnen und Forscher an der Universität Trier beschäftigen. Wir sind stolz auf die Leistungen unserer Nachwuchsforschenden, die das Potential der wissenschaftlichen Arbeit an der Universität zeigen“, sagte Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer. Neben der Universitätspräsidentin gratulierte auch JProf. Dr. Patrick Reinard den Ausgezeichneten. „Auch in diesem Jahr ist der Jury bei der Vielzahl der hochkarätigen Einreichungen die Auswahl nicht leichtgefallen“, verriet der Sprecher des Graduiertenzentrums. So erhielten mit Sophie Ogan (Biogeographie) und Simon Werner (Computerlinguistik) zwei Nachwuchsforschende jeweils zweite Preise.

Im Anschluss an die Verleihung der Publikationspreise, die musikalisch vom Jazzsextett „Campus II“ der Universität Trier begleitet wurde, fand unter der Moderation von JProf. Dr. Nele Sawallisch eine Podiumsdiskussion zum Publizieren in der frühen Qualifikationsphase statt. GUT-Geschäftsführerin Dr. Agnes Schindler betonte, wie wichtig Veröffentlichungen während der Promotion sind: „Die Nachwuchsforschenden zeigen dadurch Präsenz und schärfen ihr persönliches Forschungsprofil. Publikationen sind ein sehr wichtiger Bestandteil für eine wissenschaftliche Karriere.“

Kontakt

Dr. Agnes Schindler
Graduiertenzentrum
Mail: gutuni-trierde
Tel. +49 651 201-3831