Mutsuko Ayano

geboren am 30.9.1956, gestorben am 21.11.1983

Auf dem Kreuzweg am Petrisberg erinnert ein Gedenkstein an ein grausames Geschehen, das im November 1983 unter allen Universitätsmitgliedern sowie in der Trierer Bevölkerung tiefe Betroffenheit und große Anteilnahme ausgelöst hatte: Die japanische Studentin Mutsuko Ayano war Opfer eines brutalen Raubüberfalls geworden und erlag vier Tage später ihren schweren Verletzungen, ohne vorher das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Mutsuko Ayano studierte von 1981 bis 1983 an der Universität Trier. Sie war damals nach Deutschland gekommen, um das in Japan abgeschlossene Germanistikstudium für die Promotion in Trier fortzusetzen. In dieser Zeit entwickelte sie eine große Liebe zur der Deutschen Sprache, Literatur, Kultur und Musik. Dass sie damals gerade in Trier weiterstudieren wollte, war kein Zufall, denn bereits 1979 hatte sie mit dem Trierer Linguisten Professor Dr. Hermann Gelhaus Kontakt wegen ihrer Examensarbeit aufgenommen. Für die Promotion wollte sie dann bei einigen, ihr aus der Literatur bekannten Wissenschaftlern in Trier, Seminare besuchen. Hier war sie als fleißige und begabte Studentin sehr beliebt.

Mutsuko Ayano-Fonds

Die tief betroffenen Eltern haben mit einer bewundernswerten Haltung zum Gedenken an ihre Tochter den ''Mutsuko Ayano-Fonds'' an der Universität Trier gegründet. Jährlich vergibt diese Stiftung Stipendien an Studierende oder Graduierte aus Japan für einen Studienaufenthalt an der Universität Trier. Bisher wurden 36 Japanerinnen und Japaner durch den Mutsuko Ayano-Fonds gefördert. Verwaltet wird der Fonds vom Freundeskreis Trierer Universität e.V.
Bereits 1985/1986 erhielt der erste Stipendiat Kazuhiko Tamura ein Stipendium. Er ist heute Professor für Germanistik an der Kwansei Gakuin Universität und hat bereits mehrere Sommerkurse an der Universität Trier abgehalten. Auch das zweite Stipendium war von großem Erfolg gekrönt: Akiko Hayashi (1986/87) hat nach Abschluss ihres Stipendienjahres ihr Studium der Germanistik an der Universität Trier fortgesetzt und im Sommer 1991 mit erfolgreicher Promotion abgeschlossen. Anschließend wurde sie Professorin an der Tokyo Gakugei Universität, mit der die Universität Trier seit 1998 einen Partnervertrag unterhält.
"Viele Partnerschaften und Freundschaften sind entstanden und das Ziel, den Austausch von Studierenden und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und unsere entfernungsmäßig so weit auseinander liegenden Länder nahe zusammen zubringen", würdigt Prof. Dr. Peter Schwenkmezger, Präsident der Universität Trier, diese enorme Leistung der Eltern.