Podcasts zur Universitätsgeschichte

Podcast „Schrill und geräuschlos?“ Die Wiedergründung der Universität Trier

„Schrill und geräuschlos“ – die Wochenzeitung „Die Zeit“ widmete den Universitätsgründungen, die sich seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland vollzogen, eine Artikelserie. Über Trier und Kaiserslautern, eine Doppelgründung des Jahres 1970, schrieb die Journalistin Nina Grunenberg im Juli 1971: Es sei „die schnellste, geräuschloseste und effizienteste Neugründung der Nachkriegszeit“ gewesen. Fünf Monate zuvor sendete der Südwestfunk im Februar 1971 live aus der Treveris (ein damaliger Veranstaltungssaal in der Stadt) die Sendung „Trier und die Universität“. Von teils heftigen Diskussionen wurde berichtet.

Wie schrill und geräuschlos ging es also zu? Wie sahen die Ausgangsbedingungen aus? Wie kam es dazu, dass in Trier nach einer Unterbrechung von 172 Jahren eine Wiedergründung gelang? Wie entwickelte sich diese Universität und welche Hürden musste sie in den Aufbaujahren nehmen? Stoff genug für einen weiteren Podcast, der den Podcast „»Treveris ex urbe« – Universitätsgeschichten“ fortsetzt.

Folge 1 - Teil 1: Trier schwimmt auf einer Welle – Die Vorgeschichte der Wiedereröffnung

Zur Geschichte der Universität gehören auch Gründungswellen. In den 1960er Jahren profitierte die Universität Trier von Ausbauplänen des Hochschulwesens in der Bundesrepublik Deutschland, die unter anderem der Wissenschaftsrat empfahl. Rheinland-Pfalz hatte mit nur einer Universität in Mainz (gegr. 1946) bundesweit die schlechteste Hochschulversorgungsquote und die Abiturientenzahlen stiegen in diesem Bundesland überdurchschnittlich. Ende der 1960er Jahre war die Zeit gekommen und wichtige Weichen wurden gestellt.

Folge 1 - Teil 2: Trier schwimmt auf einer Welle – Die Vorgeschichte der Wiedereröffnung

In den Jahren 1969 und 1970 musste es schnell gehen. Ein enger Zeitplan, eine Dienststelle, Ausschüsse – der Beginn zum Wintersemester 1970/71 war das Ziel. Wie also bauen wir uns eine Universität? Davon handelt der zweite Teil der ersten Folge.

Musik:
„Smooth waters“ von Serge Pavkin (SergePavkinMusic)


Podcast „Treveris ex urbe“ – Universitätsgeschichten

Anlässlich des 550-jährigen Jubiläums der Gründung der Alten Universität Trier im Jahr 2023 veröffentlicht der ehemalige Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Jäckel im zweiwöchentlichen Rhythmus Podcast-Folgen zur Universitätsgeschichte. Die Folgen greifen Aspekte der historischen Entwicklung nicht in chronologischer Reihenfolge auf, sondern besprechen den Wandel der Institution im Allgemeinen und Besonderen. Es geht um Fakten, Personen und ihre Ideen sowie um Wissen und Macht. Auch Kurioses und Amüsantes wird Erwähnung finden. Teils sind im Podcast Expertinnen und Experten zu Gast.

Gebäude der Alten Universität in der Dietrichstraße

Folge 1

Im Jahr 1473 wurde die Universität Trier gegründet – je nach Zählweise als 13. oder 14. Universität im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Die erste Folge des Podcasts geht auf die Ideen und Vorstellungen ein, auf denen die Universität beruht.

Folge 2

Warum dauerte es nahezu 23 Jahre, bis im März 1473 die Eröffnung der Universität Trier feierlich proklamiert wurde? Welche Hindernisse galt es zu überwinden und was versprach man sich von einer akademischen Institution an der Mosel?

Folge 3

„Gelehrsamkeit“ in Trier vor 1473 – eine Spurensuche. Rhetorikausbildung in der Antike, Domschule, Klosterschulen – welche Hinweise auf akademische Wurzeln lassen sich finden? Und wie drückt sich diese Tradition in der Gestaltung des alten Trierer Universitätssiegels aus? Zu Gast sind die beiden Trierer Rechtshistoriker Prof. Franz Dorn und Prof. Thomas Rüfner.

Folge 4

Für Universitätsgründungen gab und gibt es Vorbilder. So auch in Trier. Wie die Verfassung der Universität gestaltet wurde und was sich daraus für die Studenten ergab, steht im Mittelpunkt der vierten Folge.

Folge 5

Die Folge "Das Streben nach Blüte und die Vielfalt der Krisen" behandelt, warum die Universitäten im Allgemeinen und die Trierer Universität im Besonderen viele Hürden überwinden mussten, wenn es um einen regulären akademischen Unterricht ging. Dabei spielten auch die Reformation und die Gegenreformation eine große Rolle.

Folge 6

Das Bemühen um Konsolidierung des Universitätsbetriebs in einem Universitätstypus, der „Universität mit Jesuitenfakultäten“ genannt werden kann, steht im Mittelpunkt. Dieses Bemühen wurde angesichts der vielen europäischen Konflikte, die auch Trier unmittelbar betrafen, deutlich erschwert. Die Folge endet mit der Aufhebung des Jesuitenordens im Jahr 1773.

Folge 7

"Ortstermin - Wo befand sich die alte Universität Trier?" Über die beengten Verhältnisse der alten Universität wurde bereits in mehreren Folgen kurz berichtet. Nähme man aber alle zusätzlich erdachten und als zusätzliches Domizil in Erwägung gezogenen Gebäude zusammen: Es wäre ein ansehnliches Immobilienaufkommen geworden. Ein Quartiersgedanke scheint erkennbar. Hierzu eine kleine Geographie.

Folge 8

"Große Pläne mit kurzer Wirkung: die Endphase der alten Universität Trier." 25 Jahre vor der nicht vorhersehbaren Schließung und Umwandlung der Universität kam es endlich zu den lange erwünschten Investitionen. Die Gründe, die Maßnahmen und die Wende durch äußere Einflüsse - gemeint ist die Französische Revolution - stehen im Mittelpunkt der Ausführungen.

Folge 9

„... bald in einem blühernden Zustande als je.“ Denkschriften, Pläne, Wiedergründungsversuche nach 1815 (als Gast: Prof. Dr. Stephan Laux, Universität Trier, Geschichtliche Landeskunde)

Es wird gefragt, wie man eine letztlich 172-jährige Unterbrechung der Trierer Universitätstradition einordnen muss. Wurde der Verlust der alten Universität in dieser langen Zeit kontinuierlich thematisiert? Wer und was wurde artikuliert/gefordert? Der Gast Stephan Laux wirft dabei einen umfassenden Blick auf die Vorgeschichte und die Bedeutung des sogenannten „Kulturkampfs“ (Hochphase in den 1870er Jahren). Dabei spielt das Ringen um eine katholische Universität eine bedeutende Rolle.

Folge 10

Die Idee der Universität nach 1945: Trümmerfelder und Reformvorhaben

Nach dem 2. Weltkrieg spielt die Bildungs- und Hochschulpolitik in der französischen Besatzungszone eine wichtige Rolle für die Entwicklung in Trier. Das wird an einem außergewöhnlichen Gründungsversuch gezeigt. Zugleich führt diese Folge hin zu den Universitätsreformen, die sich in Deutschland abzeichneten und schließlich auch zur Wiedergründung der Trierer Universität beitrugen.

Musik:
Gillycuddy: A Garden and a Library (Download von Free Music Archive)