Kognitionsforscher Prof. Dr. Christian Frings von der Universität Trier koordiniert die neue Forschungsgruppe.

An der Uni Trier entsteht ein Expertenzentrum für menschliches Handeln

Psychologen erhalten etwa 1,8 Millionen Euro Fördermittel für den Aufbau einer neuen, an der Universität Trier koordinierten Forschungsgruppe.

Der Griff zur Kaffeetasse beim Zeitunglesen am Frühstückstisch, das Betätigen des Lautstärkereglers am Radio oder der heftige Tritt auf die Bremse bei Gefahr: Der Mensch handelt permanent – oft ohne bewusst darüber nachzudenken. Warum und wie Menschen handeln oder wie sie lernen zu handeln, dieser Frage geht eine Gruppe von Kognitionsforschern unter Leitung von Psychologie-Professor Christian Frings (Abteilung Allgemeine Psychologie & Methodenlehre) von der Universität Trier nach. Die Ergebnisse ihrer Grundlagenforschung sind für den Alltag höchst relevant, denn Wissen über menschliche Handlungssteuerung ist für eine Eltern-Kind-Beziehung ebenso wichtig wie für die Produktion von Maschinen, die von Menschenhand bedient werden, oder für die Gestaltung eines ergonomischen Autocockpits.

Die an der Universität Trier koordinierte, ortsverteilte Forschungsgruppe „Merkmalsintegration und -abruf in der Handlungssteuerung“ ist eine von sechs Forschungsgruppen, die jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) neu eingerichtet wurden. Die Förderung der Gruppe wird sich für die ersten drei Jahre auf etwa 1,8 Millionen Euro belaufen und dazu beitragen, dass an der Universität Trier eine national wie international führende Expertengruppe für menschliche Handlungssteuerung entsteht.

Methoden der Kognitiven Psychologie

Die beteiligten Wissenschaftler haben bereits mehr als 600 begutachtete wissenschaftliche Beiträge zur Thematik veröffentlicht und werden in den kommenden Jahren die Steuerung menschlichen Handelns mit modernen Methoden der Kognitiven Psychologie im Labor erforschen. „Gleichzeitig ist es unser Anliegen, dem interessierten Laien die komplexen Befunde zugänglich zu machen“, nennt Christian Frings einen Anspruch an die eigene Arbeit.

Eine zentrale Aufgabe sehen die Wissenschaftler darin, verschiedene psychologische Forschungsstränge zur Handlungssteuerung zusammenzuführen. „Viele Facetten menschlicher Handlungssteuerung wurden in der Vergangenheit unabhängig voneinander analysiert, wir wollen ein Rahmenmodell entwickeln, das die vorhandenen empirischen Befunde erklären und integrieren kann. Dieses Modell soll neue Hypothesen und Vorhersagen ermöglichen, auch über das Gebiet der Handlungskontrolle hinaus“, erläutert Prof. Dr. Christian Frings die Strategie. Im Besonderen soll das Rahmenmodell verwandte Phänomene aus anderen Bereichen der Psychologie - aus Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Emotion und Motivation - mit den beiden wichtigsten basalen Mechanismen menschlicher Handlungssteuerung (Stimulus-Reaktion-Bindungs- und Abrufmechanismen) erklären.

Insgesamt 13 etablierte Wissenschaftler und 8 Doktoranden werden - verbunden durch ein virtuelles Labor in Trier - an sieben Standorten forschen: in Aachen, Jena, Freiburg, Leiden, Passau, Würzburg und Trier.

 

Kontakt

Prof. Dr. Christian Frings
Psychologie
Mail: chfringsuni-trierde
Tel. +49 651 201-2958